Serbien erwägt den Erwerb eines Anteils von fünf bis zehn Prozent am Projekt des ungarischen Kernkraftwerks "Paks 2", dessen Bau Anfang Februar 2026 offiziell begonnen hat. Fachleute sehen darin einen Schritt hin zu langfristiger Energiestabilität in der Region. Ungarische Regierungsvertreter*innen betrachten das Projekt als Symbol für energetische Souveränität und nachhaltige Stabilität, da die Lebensdauer des Kraftwerks mindestens 60 Jahre beträgt und verlängert werden kann. Der Direktor des serbischen Instituts für Kernwissenschaften "Vinča", Slavko Dimović, betont, dass ein Einstieg Serbiens in die Eigentümerstruktur von "Paks 2" vor allem eine strategische und psychologische Bedeutung hätte. Der Kauf von fünf oder zehn Prozent sei zwar ein guter, aber bei weitem nicht ausreichender Schritt zur Energiesouveränität. Er bedeute jedoch den Eintritt in den "Vorraum der nuklearen Familie", verbunden mit einem beschleunigten Aufbau von Fachpersonal und einer intensiveren öffentlichen Kommunikation. Dimović fügt hinzu, dass Serbien langfristig nicht nur Investitionen in bestehende regionale Projekte, sondern auch den Aufbau eigener Kapazitäten benötige. Das Projekt "Paks 2" wird schlüsselfertig vom russischen Unternehmen Rosatom umgesetzt, unter Einbindung eines französischen Partners in den technologischen Prozess.