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Belgrad / Serbien

Große Eingriffe in Belgrader Infrastruktur wegen U-Bahn-Bau

Das Einkaufszentrum am Platz der Republik – jahrelang als Staklenac bekannt – wurde Ende der 1980er Jahre als Ersatz für provisorische Bauten und Kioske errichtet, die bis 1988 dort standen. Auch das Nationaltheater wurde damals wiederaufgebaut, noch vor dem Gipfeltreffen der Bewegung der Blockfreien Staaten 1989. Fast vier Jahrzehnte lang stand dieses provisorische Gebäude im innersten Stadtzentrum von Belgrad auf unsicherem Fundament. Sein Abriss wurde mehrmals angekündigt, zunächst wegen des geplanten Baus eines Opern- und Balletthauses und anschließend wegen des Baus eines multifunktionalen Kulturzentrums. Nun hat Stadtmanager Miroslav Čučković (SNS – Serbische Fortschrittspartei) angekündigt, dass dieses Gebäude in wenigen Monaten abgerissen wird, da es den Vorbereitungen für den U-Bahn-Bau weichen müsse. Im Zuge dieser Arbeiten soll neben dem Staklenac-Gebäude auch der Bajlonijeva-Markt bis Ende des Jahres abgerissen werden. Das Belgrader Stadtbild werde sich in den kommenden Monaten verändern. Neben den bereits erwähnten Gebäuden sollen auch zahlreiche Industriegebäude in der Nähe der Pančevački-Brücke abgerissen werden. Zudem stehe die Sperrung des Despota‑Stefana‑Boulevards bevor, da dort der dritte Tunnelbohrer für den Bau eines Tunnels zwischen Save‑ und Donauufer eingesetzt werden soll. Die Sperre ist auf rund zwei Jahre angelegt und soll im August dieses Jahres beginnen.

Zagreb / Kroatien

Bau eines großen Islamzentrums in Zagreb geplant

In dem Jahr, in dem sich die offizielle Anerkennung des Islam in Kroatien zum 110. Mal jährt, hat die Islamische Gemeinschaft eines ihrer größten Projekte ins Leben gerufen – den Bau einer Bildungs- und Erziehungseinrichtung in der Nähe des Islamischen Zentrums Zagreb. Die neue Einrichtung wird ein islamisches Gymnasium, ein Schüler*innenwohnheim, ein Institut für arabische Sprache und Islamkunde sowie zahlreiche Sport- und Bildungsräumlichkeiten umfassen. Einer der Hauptgründe für den Start dieses Projekts ist der Wunsch, die Kapazität des islamischen Gymnasiums Dr. Ahmed Smajlović auf 200 Schüler*innen zu erhöhen, was unter den derzeitigen Bedingungen nicht möglich ist. Die Schule wird weiterhin allen interessierten Schüler*innen offenstehen, ebenso wie das Institut für arabische Sprache, dessen Teilnehmer*innen bereits viele Nichtmuslime sind. Die Einrichtung wird auf einem 9.000 Quadratmeter großen Grundstück errichtet, das im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung von der Stadt Zagreb erworben wurde. Der Baubeginn wird im Laufe des kommenden Jahres erwartet. Der Gesamtwert dieser Investition ist derzeit nicht bekannt. Gläubige sind eingeladen, sich mit Spenden in Höhe von 250 oder 1.000 Euro zu beteiligen und dadurch den Status eines*einer Förderers*Förderin zu erhalten. Offen ist die Frage, ob die Republik Kroatien und die Stadt Zagreb dieses Projekt finanziell unterstützen werden.

Prag / Tschechien

Neugestalteter Prager Platz sorgt für Diskussionen

Nach mehreren Jahren Bauzeit nähert sich die umfassende Umgestaltung des Jiřího-z-Poděbrad-Platzes ihrem Abschluss. Das Projekt zählt zu den größten öffentlichen Bauvorhaben der letzten Jahre und umfasst Investitionen von rund 16 Millionen Euro. Ziel der Modernisierung war die Anpassung des Platzes im Stadtteil Vinohrady an die Anforderungen einer modernen Großstadt. Im Mittelpunkt standen die Erneuerung der technischen Infrastruktur, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie die Neuordnung der Verkehrs- und Fußgänger*innenflächen. Gleichzeitig wurde großer Wert auf Begrünung und die Anpassung an zunehmende Hitzeperioden gelegt. Die neugestalteten Flächen rund um die Kirche des Heiligsten Herzen Jesu präsentieren sich offener und großzügiger als zuvor. Neue Wegführungen, Sitzgelegenheiten, Wasserflächen und umfangreiche Pflanzungen sollen den Platz zu einem attraktiven Aufenthaltsort für Bewohner*innen und Besucher*innen machen. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Befürworter*innen sehen in dem Projekt eine gelungene Modernisierung und verweisen auf die höhere Aufenthaltsqualität sowie die klimaresiliente Gestaltung. Kritiker*innen bemängeln hingegen den Verlust des bisherigen Erscheinungsbildes und empfinden Teile der neuen Gestaltung als zu steril oder wenig einladend. Besonders intensiv wird über die verwendeten Materialien und die Anordnung der Grünflächen diskutiert.

Belgrad / Serbien

Regierung in Serbien schafft Anreize für klimafreundliche Investitionen

Die serbische Regierung hat zwei Verordnungen verabschiedet, die die Wirtschaft im Dekarbonisierungsprozess systematisch unterstützen und Investitionen in grüne Technologien fördern sollen. Es handelt sich um die Verordnung über die Bedingungen, Kriterien und die Art der Gewährung von Anreizen zur Dekarbonisierung sowie die Fristen und die Art der Berichterstattung über die Verwendung dieser Mittel. Hinzu kommt die Verordnung über Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Äquivalent-Emissionen (CO2eq) und die Art der Berichterstattung über die umgesetzten Maßnahmen. Umweltministerin Sara Pavkov (SNS – Serbische Fortschrittspartei) erklärte, die Verabschiedung der Verordnungen sei ein wichtiger Schritt zur Etablierung eines Unterstützungssystems für die heimische Wirtschaft, um sich an die neuen Marktbedingungen in Europa anzupassen. Angesichts zunehmend strenger Klimaauflagen auf dem europäischen Markt ergreife die Republik Serbien Maßnahmen, um der heimischen Wirtschaft einen planbaren und schrittweisen Anpassungsprozess an die neuen Vorgaben zu ermöglichen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Investitionen in moderne Technologien zu fördern, erklärte Pavkov. Laut ihren Angaben wurde ein transparentes und wettbewerbsfähiges Modell für die Mittelvergabe geschaffen, das eine effiziente Nutzung der Haushaltsmittel und eine direkte Unterstützung der Wirtschaft gewährleisten soll. Ziel ist es, Unternehmen zu Investitionen in grüne Technologien zu ermutigen, die ihre Geschäftstätigkeit auf dem europäischen Markt erleichtern und zu einer langfristigen, nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Belgrad / Serbien

Mehr als 1.000 Einwände gegen Belgrader Abfallsammelzentrum

Nach mehr als 1.000 Einwänden innerhalb von nur zwei Tagen hat der Belgrader Bezirk Palilula den Prozess der öffentlichen Einsichtnahme für den Bau eines großen Abfallsammelzentrums oberhalb des Stadtteils Lešće vorläufig gestoppt. Die Anlage war vorgesehen, um die Deponie in Vinča zu entlasten, indem dort Abfälle aus den Bezirken Palilula, Zvezdara, Stari Grad, Vračar und Savski venac verarbeitet werden. Angesichts der massiven Gegenreaktionen setzte der Bezirk die öffentliche Einsicht in den Entwurf des detaillierten Regulierungsplans für die Umladestation, das Recyclingzentrum sowie die Einrichtungen des städtischen Reinigungsbetriebs aus. Laut Bezirk wurde diese Entscheidung nach der Auswertung zahlreicher Einwände der Bürger*innen getroffen. Bezirksvorsteherin Ivana Medić (parteilos) betonte, die Sorgen der Bevölkerung würden ernst genommen. Alle Argumente und möglichen Auswirkungen auf die Lebensqualität müssten erneut geprüft werden. Die zuständigen Institutionen seien nun ersucht, die vorgeschlagene Lösung zu überarbeiten. Das Projekt umfasst eine Fläche von rund 29 Hektar, die derzeit überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird. Kernstück ist eine Umladestation mit Recyclingzentrum auf 12,6 Hektar, ergänzt durch Anlagen wie Zugangskontrolle, Sortieranlage, Lkw‑Waage und Verwaltungsgebäude. Zudem ist auf weiteren 1,7 Hektar ein Standort des städtischen Unternehmens "Stadtreinigung" vorgesehen.

Belgrad / Serbien

Ausschreibung für geplantes Pumpspeicherkraftwerk in Serbien gestartet

Die US amerikanische Botschaft in Serbien hat eine Ausschreibung zur Interessenbekundung für die Beteiligung am Bau des Pumpspeicherkraftwerks Djerdap 3 – eines der größten Energieprojekte Südosteuropas – veröffentlicht. Interessierte Unternehmen können ihre Absichtserklärungen bis zum 25. Juni 2026 beim serbischen Ministerium für Bergbau und Energie einreichen. Ziel ist die Auswahl strategischer Partner*innen für Planung, Finanzierung und Bau. Das Projekt ist als Hybrid Pumpspeicherkraftwerk am Donaukilometer 1007 in der Gemeinde Golubac (Ostserbien) geplant. Vorgesehen ist, bei Stromüberschuss Wasser aus dem Djerdap See in die oberen Speicherbecken "Pesača" und "Brodica" zu pumpen und bei hoher Nachfrage zur Stromerzeugung zurückzuführen. Die Leistung soll 2.400 Megawatt betragen – ergänzt durch bis zu 400 Megawatt aus erneuerbaren Energien (Wind und Sonne). Das Investitionsvolumen liegt bei rund 2,63 Milliarden Euro, die Fertigstellung ist für 2038 vorgesehen. Die US amerikanische Beteiligung wird seit 2021 vorbereitet, als der Konzern Bechtel Interesse bekundete. 2022 übernahm das Unternehmen die Erstellung technischer Studien. Einen wichtigen Schritt stellte das 2024 in Washington unterzeichnete zwischenstaatliche Energieabkommen dar, das im März 2025 in Kraft trat und die rechtliche Grundlage für die Einbindung US-amerikanischer Unternehmen schuf. Das Projekt steht jedoch vor erheblichen Herausforderungen. Rumänien ist direkt betroffen, da sich die bestehenden Wasserkraftwerke Djerdap 1 und Djerdap 2 als gemeinsame serbisch rumänische Anlagen auf einem Grenzabschnitt der Donau befinden und von beiden Staaten gemeinsam betrieben werden. Entsprechend könnten Veränderungen des Wasserregimes durch Djerdap 3 unmittelbare Auswirkungen auf deren Betrieb und Stromproduktion haben. Bukarest äußerte daher Bedenken hinsichtlich möglicher Risiken für Stabilität und Ertrag der bestehenden Anlagen. Bilaterale Gespräche und hydrologische Prüfungen sind im Gange. Darüber hinaus warnen Expert*innen und Umweltverbände vor potenziellen negativen Folgen für die Biodiversität, da Teile des Projekts im Schutzgebiet des Nationalparks Djerdap umgesetzt werden sollen.

Prag / Tschechien

Prag setzt auf die Straßenbahn

Der neue Prager Entwicklungsplan definiert den Ausbau des Straßenbahnnetzes als eine der wichtigsten verkehrspolitischen Prioritäten der kommenden Jahre. Bis 2030 soll die Straßenbahn das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs bilden und insbesondere große Wohngebiete erschließen, die bislang überwiegend auf Busverbindungen angewiesen sind. Der Plan schafft die Voraussetzungen für den Bau von bis zu 100 Kilometern zusätzlicher Gleise. Gleichzeitig werden Flächen und Korridore für künftige Strecken gesichert, um sie vor konkurrierenden Bauvorhaben zu schützen. Ziel ist es, neue Stadtviertel besser anzubinden, den Autoverkehr zu reduzieren und zusätzliche Verkehrsverbindungen außerhalb des historischen Zentrums zu schaffen. Ein zentrales Element des künftigen Netzes sind Tangentiallinien, die die Außenbezirke direkt miteinander verbinden sollen, ohne dass Fahrgäste über das Zentrum reisen müssen. Laut den Stadtplaner*innen bietet die Straßenbahn auf stark nachgefragten Strecken mehr Kapazität, Komfort und eine bessere Umweltbilanz als Busse. Zudem sollen neue Wohn- und Gewerbegebiete bevorzugt dort entstehen, wo bereits eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr besteht. Aktuell befinden sich sechs neue Straßenbahnstrecken in Bau oder in fortgeschrittener Vorbereitung. Ihre schrittweise Inbetriebnahme ist bis Mitte 2028 vorgesehen. Laut Prager Verkehrsverbund werden die Projekte die Verkehrsverbindungen für mehr als 150.000 Fahrgäste pro Tag verbessern. Mit rund 150 Kilometern Gleisnetz zählt Prag zu Europas bedeutendsten Straßenbahnstädten. Sollte der geplante Ausbau vollständig umgesetzt werden, könnte die Stadt künftig über eines der größten Straßenbahnnetze der Welt verfügen.​

Zagreb / Kroatien

Wasserinfrastruktur-Ausbau in Zagreb in der Warteschleife

Das als größtes Infrastrukturprojekt in der Geschichte Zagrebs angekündigte "Projekt Zagreb" kommt langsamer voran als ursprünglich geplant. Obwohl die Bauarbeiten laut Ankündigungen bereits 2025 starten sollten, stehen zentrale Voraussetzungen weiterhin aus. Insbesondere die Bestätigung der EU-Kofinanzierung liegt noch nicht vor. Das Projekt umfasst die Modernisierung und Erweiterung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur im Großraum Zagreb und Glavničica. Geplant sind unter anderem der Bau und die Sanierung von Wasserleitungen und Kanälen, neue Pumpwerke sowie die Erweiterung der Kläranlage auf die dritte Reinigungsstufe. Während die Stadt die Projektkosten bislang mit 323 Millionen Euro bezifferte, weisen aktuelle Unterlagen der Zagreber Wasserwerke "Vodoopskrba i odvodnja" auf deutlich höhere Investitionskosten von bis zu 502 Millionen Euro inklusive Reserven für unvorhergesehene Ausgaben hin. Entsprechend bleibt auch unklar, in welchem Umfang eine Förderung durch die Europäische Union (EU) tatsächlich erfolgen wird. Zusätzlich verzögert sich die Projektvorbereitung. Ein zentraler Vertrag zur Erstellung der Planungs- und Ausschreibungsunterlagen wurde bis Ende Juni 2026 verlängert, zugleich sind die Kosten hierfür um rund 25 Prozent gestiegen. Damit hängt der tatsächliche Projektstart weiterhin von mehreren noch ausstehenden administrativen Schritten ab. Dazu zählen insbesondere die endgültige Förderzusage der EU, der Abschluss der technischen Dokumentation sowie die Vorbereitung und Durchführung der Vergabeverfahren. Trotz seiner hohen Priorität befindet sich das Projekt somit weiterhin in einer Vorbereitungsphase.

Zagreb / Kroatien

Konferenz für grüne Transition und nachhaltige Entwicklung in Zagreb

Vom 1. bis 3. Juni findet in den Räumlichkeiten des Kroatischen Nationaltheaters die sechste Ausgabe von "Greencajt" statt, der größten regionalen Konferenz für grüne Transition und nachhaltige Entwicklung. Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Zagreber Bürgermeister Tomislav Tomašević (M – Wir können's!) und Greencajt-Direktor Vinko Filipić. In seiner Eröffnungsrede betonte der Zagreber Bürgermeister, dass mehr in die energetische Eigenständigkeit investiert werden müsse, da dies für die Stärkung der nationalen Souveränität von großer Bedeutung ist. Er wies außerdem darauf hin, dass Investitionen in erneuerbare Energiequellen sowie in die Energieeffizienz besonders wichtig ist. Auch heuer bringt die Konferenz führende kroatische und internationale Expert*innen, Entscheidungsträger*innen, Institutionen und Unternehmen unter dem Motto "Good for Business. Good for People. Good for Planet" zusammen. Die Vorträge und Podiumsdiskussionen widmen sich Themen, die zunehmend Einfluss auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung haben – Künstliche Intelligenz (KI), grüne Transition, nachhaltiges Wirtschaften sowie die Zukunft der Lebensmittelproduktion, der Energiewirtschaft und der globalen Wettbewerbsfähigkeit. Mehr als 70 Redner*innen nehmen an der Konferenz teil, was die Bedeutung dieser Veranstaltung unterstreicht. Während der Konferenz treffen Geschäftsinitiativen, Technologien und Innovationen aufeinander, deren gemeinsames Ziel ein nachhaltiges Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung sind.

Sofia / Bulgarien

EU-Kommission leitet Defizit-Verfahren gegen Bulgarien ein

Die Europäische Kommission leitet am heutigen 3 Juni wegen dem überhöhten Haushaltsdefizit ein Verfahren gegen Bulgarien ein, da es deutlich über drei Prozent liegt. Der bulgarische Premierminister Rumen Radev (PB – Progressives Bulgarien) kündigte in diesem Zusammenhang nun eine regelmäßige Überwachung sowie die Einführung restriktiver Maßnahmen an. Den Berechnungen und den von der Europäischen Kommission übermittelten realen Daten zufolge lag das Defizit im vergangenen Jahr deutlich über den zulässigen drei Prozent. Es wurden falsche Angaben gemacht, um das gesetzte Ziel eines Beitritts zur Eurozone zu erreichen. Laut Radev werde das Defizit heuer noch höher ausfallen. Er bezeichnete die aktuelle Lage als "schweres Erbe", das auf "Nachlässigkeit, Inkompetenz, Voluntarismus, Populismus und Plünderung" zurückzuführen sei. Ihm zufolge seien finanzielle Manipulationen vorgenommen worden – darunter eine Dekapitalisierung staatlicher Unternehmen sowie der Entzug von Liquidität aus der Wirtschaft durch die vorzeitige Einziehung von Steuern. Zudem seien die Staatsausgaben infolge öffentlicher Aufträge zu überhöhten Preisen gestiegen. Radev erklärte, dass die Regierung alles daransetzen wird, den Staatshaushalt in den kommenden Jahren wieder in einen normalen Rahmen zurückzuführen. Zudem kündigte er an, dass das Finanzministerium in der kommenden Woche ein ausführliches Briefing zu diesem Thema vorlegen werde.

Prag / Tschechien

Hauptstadt Prag investiert weiter in die Wasserinfrastruktur

Die tschechische Hauptstadt wird in diesem Jahr etwa 178 Millionen Euro in die Erneuerung und den Ausbau ihrer Wasserwirtschaftsinfrastruktur investieren. Damit bleibt das Investitionsvolumen nahezu auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Der entsprechende Jahresplan wurde nun von der Prager Stadtregierung verabschiedet. Finanziert werden die Projekte überwiegend aus den Pachteinnahmen aus dem Wasserversorgungsnetz, die die städtische Gesellschaft Pražská vodohospodářská společnost (PVS) von dem Betreiber Pražské vodovody a kanalizace (PVK) erhält. Ein Großteil der Mittel fließt in bereits laufende Bauvorhaben, darunter die Modernisierung von Wasserleitungen, Kanalisation und Kläranlagen. Gleichzeitig werden neue Projekte mit einem Volumen von rund 57 Millionen Euro gestartet. Weitere Gelder sind für Sicherheitsmaßnahmen, moderne Technologien sowie den Ausbau von Photovoltaikanlagen vorgesehen. Hintergrund der hohen Investitionen ist die langfristige Strategie der Stadt zur Modernisierung der Wasserwirtschaft bis 2028. Dabei spielt die umfassende Erneuerung der zentralen Kläranlage auf der Kaiserinsel eine Schlüsselrolle, die als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Prags gilt. Noch in diesem Herbst soll zudem die Modernisierung einer historischen Hauptwasserleitung beginnen. Darüber hinaus plant die Stadt, künftig Restwärme aus Abwasser zur Beheizung von Haushalten zu nutzen.​

Zagreb / Kroatien

Neues Maßnahmenpaket zur Inflationsbekämpfung in Kroatien

Die kroatische Regierung hat am 29. Mai 2026 ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und eine Senkung der Inflation abzielt. Das Paket umfasst drei zentrale Elemente – strengere Haushaltsdisziplin, administrative Preismaßnahmen und Änderungen im Steuersystem. Finanzminister Tomislav Ćorić (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft) begründete den Schritt mit der weiterhin hohen wirtschaftlichen Aktivität in Kroatien. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre habe die Binnennachfrage erhöht und mache die Wirtschaft anfälliger für Preis- und Energieschocks. Die Regierung will daher das Wachstum staatlicher Ausgaben bremsen, bestimmte administrative Preise vorerst einfrieren und über steuerliche Änderungen einzelne Bereiche mit hoher Nachfrage stärker erfassen. Dazu zählen unter anderem Anpassungen bei Pauschalbesteuerung, Tourismus und überhöhten Gewinnmargen. Gleichzeitig sollen Energiepreisstützungen und Preisbegrenzungen für ausgewählte Produkte fortgesetzt werden. Die Maßnahmen markieren damit eine Verschiebung. Im Vordergrund steht nicht mehr nur die soziale Abfederung steigender Preise, sondern auch der Versuch, binnenwirtschaftliche Inflationsursachen zu begrenzen. Allerdings weist das kroatische Statistikamt darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Dynamik bereits abgeschwächt hat. Das Wachstum lag im ersten Quartal bei 2,2 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit 2020.

Zagreb / Kroatien

EU-Projekt stärkt Klimaresilienz im Zagreber Maksimir-Park

Im Rahmen des EU-Projekts "Restoriver" hat die Stadt Zagreb die Wasserrückhalte-Kapazität des Maksimir-Parks erhöht, um die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken. Die umgesetzten Maßnahmen basieren auf natürlichen Lösungen. Im Zuge der Pilotaktivitäten wurden kleine Eingriffe vorgenommen, die eine natürliche Wasserrückhaltung im Park ermöglichen. Dadurch sollen das Risiko von urbanen Überschwemmungen verringert und die Wasserverfügbarkeit während Trockenperioden verbessert werden. Dies reduziert die Belastung des Entwässerungssystems, erhöht die Wasserverfügbarkeit in Dürrezeiten und schafft bessere Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Eingriffe wurden an die örtlichen Gegebenheiten angepasst, um die Bäume und Waldflächen sowie die kulturhistorischen Werte des geschützten Gebiets des Parks zu bewahren. Ein Teil der Rohrleitungen und Ventile wurde saniert, wodurch eine ausreichende Wasserzufuhr zum Dritten Maksimir-See und zum Bach Maksimirec wiederhergestellt werden konnte. Der Bach wird im Sommer künftig nicht mehr austrocknen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Wasserabfluss durch den Park nach dem Prinzip "Slow the Flow" zu reduzieren. Die öffentliche Einrichtung "Priroda Grada Zagreba" ("Natur der Stadt Zagreb") ist einer von 15 Partner*innen des Projekts "Restoriver", das aus dem "Interreg Danube Region Programme" finanziert wird und vom 1. Jänner 2024 bis zum 30. Juni 2026 läuft.

Belgrad / Serbien

Vierter großer Student*innenprotest im Zentrum Belgrads

Am Samstag, dem 23. Mai 2026, veranstaltete die Bewegung "Studierende im Protest" in Belgrad ihre mittlerweile vierte große Kundgebung im Stadtzentrum auf dem Slavija-Platz. Dabei forderten die Student*innen erneut Neuwahlen und riefen die Staatsanwaltschaft dazu auf, ihre Arbeit unabhängig und konsequent wahrzunehmen. Nach Berichten einzelner Medien nahmen rund 200.000 Menschen an der Versammlung teil. Die Redner*innen präsentierten Teile eines politischen Programms, das unter anderem Reformen in den Bereichen Justiz, Gesundheitswesen, Bildung, Landwirtschaft und Kultur umfasst. Mehrere Stunden vor Beginn der Kundgebung auf dem Slavija-Platz trafen im Pionirski-Park zahlreiche Unterstützer*innen der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) ein. Die zunächst friedlich verlaufene regierungskritische Kundgebung eskalierte später, als es zu Zusammenstößen zwischen unterschiedlichen Demonstrant*innengruppen – darunter auch Fußball-Hooligans – sowie der Polizei kam. Die anhaltenden, massiven Proteste von Studierenden und Bürger*innen gegen die Regierung waren nach der Tragödie am Bahnhof von Novi Sad entstanden, bei der 16 Menschen ums Leben kamen und eine weitere Person schwer verletzt wurde. Anderthalb Jahre nach diesem Unglück sind weder die Verantwortlichkeiten abschließend geklärt noch wurde ein Gerichtsverfahren eingeleitet. Die Studierenden fordern sowohl strafrechtliche als auch politische Konsequenzen für die Ereignisse sowie die Ausschreibung vorgezogener Parlamentswahlen. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić (SNS) erklärte in dieser Woche, dass entsprechende Wahlen im Zeitraum zwischen September und November 2026 angesetzt werden sollen.

Sofia / Bulgarien

Modernes biomedizinisches Forschungszentrum wird in Sofia errichtet

Die Stadt Sofia beteiligt sich aktiv an der Umsetzung des strategischen Forschungszentrums BioMedRTC am Institut für Molekularbiologie der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Das Projekt wird mit europäischen Mitteln finanziert und in Zusammenarbeit mit führenden internationalen Forschungseinrichtungen wie dem Max-Planck-Institut in Deutschland und dem Institut Curie in Frankreich realisiert. Der entscheidende Beitrag der Stadt besteht darin, administrative Prozesse zu erleichtern – insbesondere die Erstellung und Genehmigung des detaillierten Bebauungsplans –, was sich als Schlüsselvoraussetzung für den Projektstart erwiesen hat. Das neue Zentrum wird ein modernes Arbeitsmodell in der bulgarischen Wissenschaft einführen, indem hochmoderne Forschungseinrichtungen (sogenannte Core Facilities) aufgebaut werden. Diese bieten fortschrittliche Technologien und Methoden in der Biomedizin, die sowohl nationalen als auch internationalen Wissenschaftler*innen und medizinischen Fachkräften zugänglich sein werden. Gleichzeitig liegt ein starker Fokus auf der Förderung junger Talente durch die Schaffung unabhängiger Forschungsgruppen, die von einer neuen Generation wissenschaftlicher Führungskräfte geleitet werden. Es wird erwartet, dass das Projekt nicht nur das Niveau der wissenschaftlichen Forschung in Bulgarien erhöht, sondern auch Sofia als attraktives Zentrum für Innovation, internationale Kooperation und Investitionen in Wissenschaft und Wissen positioniert.

Zagreb / Kroatien

Robotaxi-Vorzeigeprojekt endet mit Rückzahlung von kroatischen Fördermitteln

Das kroatische Robotaxi-Projekt des Unternehmers Mate Rimac steht vor einem politischen und finanziellen Wendepunkt. Nach Medienberichten will sein Unternehmen Verne rund 89 Millionen Euro aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan zurückzahlen und zugleich auf weitere Fördermittel aus dem ursprünglich mit 179 Millionen Euro dotierten Projekt verzichten. Das Vorhaben galt lange als politisches Prestigeprojekt: Premierminister Andrej Plenković (HDZ - Kroatische DEmokratische Gemeinschaft) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchten das Unternehmen und verschafften dem Projekt zusätzliche öffentliche Sichtbarkeit. Kürzlich hat Verne mit dem chinesischen Partner Pony.ai einen Robotaxi-Dienst in Zagreb gestartet, der jedoch nicht Teil des EU-geförderten Projekts ist. Politisch heikel ist vor allem die zeitliche Abfolge. Laut Medieninformationen wurde dem Projekt im März beziehungsweise April eine Fristverlängerung bis 31. August 2026 gewährt, obwohl die Regierung bereits über den geplanten Rückzug informiert gewesen sein könnte. Damit stellt sich die Frage, ob Öffentlichkeit und EU-Institutionen über den tatsächlichen Stand des Projekts ausreichend informiert wurden. Zusätzlichen Druck erzeugt das technische Konzept des ursprünglichen Vorhabens. Geplant waren vollständig fahrerlose Fahrzeuge. Diese Technologie gilt jedoch weiterhin als nicht marktreif und ist im regulären Straßenverkehr nirgendwo in kommerzieller Form im Einsatz.