City News Archiv

Archiv filtern
-
City News Archiv Pfeil
Belgrad / Serbien

Finanzkrise setzt Belgrad zunehmend unter Druck

Die Finanzlage der Stadt Belgrad spitzt sich zu. In den vergangenen Tagen sind immer mehr Hinweise auf die angespannte Haushaltslage der serbischen Hauptstadt bekannt geworden. Besonders prekär soll die Situation im öffentlichen Verkehr sein​. Private Busunternehmen, die im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft für die Stadt tätig sind, drohen mit einer Einstellung ihrer Leistungen, sollte Belgrad ausstehende Zahlungen von rund 33 Millionen Euro nicht begleichen. Das Konsortium aus 18 Busunternehmen gibt an, seit vier Monaten keine Überweisungen von der Stadt erhalten zu haben. Gleichzeitig wächst der finanzielle Druck auf die städtischen Verkehrsbetriebe GSP. Lieferant*innen und Dienstleist​​er*innen erwägen die zwangsweise Eintreibung offener Forderungen in Höhe von rund 57 Millionen Euro. Als wesentlicher Belastungsfaktor gilt die Finanzierung des kostenlosen öffentlichen Verkehrs, die den Stadthaushalt zunehmend unter Druck setzt. Die Auswirkungen der finanziellen Schieflage sind mittlerweile auch im Sozialbereich spürbar. So ist eine von Bürgermeister Aleksandar Šapić (SNS – Serbische Fortschrittspartei) angekündigte finanzielle Unterstützung für alle Belgrader Schüler*innen bislang ausgeblieben. Vorgesehen waren Zahlungen von insgesamt 170 Euro pro Kind, die zwischen Juni und September 2026 in vier Raten ausbezahlt werden sollten. ​Angesichts der angespannten Lage sah sich inzwischen auch das serbische Finanzministerium zum Eingreifen veranlasst. Zur Deckung dringend fälliger Verpflichtungen erhielt die Stadt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1,05 Millionen Euro​.

Zagreb / Kroatien

Städtisches Eigentum in Zagreb auf vier Milliarden Euro geschätzt

​Die Stadt Zagreb verfügt über Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 3,98 Milliarden Euro. Das geht aus dem Vermögensbericht für das Jahr 2025 hervor, den Zagrebs Bürgermeister Tomislav Tomašević (Možemo!​– Wir können's!) dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt hat. Der Bericht soll einen transparenten Überblick über das städtische Vermögen geben und als Grundlage für künftige Investitions- und Verwaltungsentscheidungen dienen. Zum Vermögen zählen mehr als 8.000 Immobilien sowie rund 72.000 bewegliche Vermögensgegenstände. Die Stadt besitzt unter anderem 5.859 Wohnungen, 1.448 Geschäftslokale, 1.536 Garagen und Stellplätze, 590 Gebäude sowie 1.432 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 8,7 Millionen Quadratmetern. Hinzu kommen 314 Wohnungen in Podbrežje, die sich im Eigentum der Zagreber Stadtwerke befinden und von der Stadt verwaltet werden. Zudem übernahm die Stadt im Jahr 2025 insgesamt 1.300 Wohnungen in der Siedlung Novi Jelkovec von den Zagreber Stadtwerken. Besonders deutlich stieg der Wert der Gebäude auf rund 1,81 Milliarden Euro – ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich dafür sind unter anderem abgeschlossene Erdbebensanierungen, neue öffentliche Bauprojekte sowie die Übernahme von Wohnungen. Weitere Investitionen im Umfang von rund 930 Millionen Euro befinden sich derzeit in Vorbereitung oder Umsetzung. Auch das bewegliche Vermögen der Stadt wurde ausgebaut. Zum Inventar zählen mittlerweile mehr als 72.000 Vermögensgegenstände, darunter über 3.100 Kunstwerke. Hinzu kommen IT-Anschaffungen im Rahmen des Projekts "Digitales Zagreb" sowie 45 neu beschaffte Dienstfahrräder für die Stadtverwaltung. Deutlich gewachsen ist zudem das Finanzvermögen der Stadt: Zwischen 2022 und Ende 2025 erhöhte es sich von rund 699 Millionen auf 945 Millionen Euro.​


Zagreb / Kroatien

Trotz höherer Einkommen Zahlungsverzug bei Betriebskosten in Kroatien

​Die kroatischen Haushalte verfügten 2025 im Durchschnitt über ein jährliches Haushaltseinkommen von rund 27.600 Euro beziehungsweise etwa 2.300 Euro pro Monat. Gleichzeitig blieb das Armutsrisiko hoch: Rund 20 Prozent der Bevölkerung lebten an der Armutsgefährdungsschwelle oder darunter​, etwa 75.000 Menschen waren von schwerwiegenden materiellen und sozialen Entbehrungen betroffen.​​ Nach aktuellen Daten des kroatischen Statistikamtes gerieten im vergangenen Jahr 7,3 Prozent der Haushalte – rund 105.000 Familien – mit der Zahlung der Betriebskosten in Verzug. Besonders belastet sind Einpersonenhaushalte, die fast ein Viertel ihres Einkommens für Heizung, Strom, Wasser und weitere Betriebskosten aufwenden müssen. Bei größeren Haushalten liegt dieser Anteil hingegen bei lediglich rund sieben Prozent. Die Studie zeigt zudem, dass Wohnungseigentum nicht automatisch vor Armut schützt. Mehr als jede*r fünfte Eigentümer*in einer schuldenfreien Immobilie gilt als armutsgefährdet, da insbesondere ältere Menschen trotz Immobilienbesitzes häufig nur über geringe Einkommen verfügen. Zwar sind die Wohnkosten in Kroatien mit 11,5 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens deutlich niedriger als im EU-Durchschnitt, die anhaltend hohe Inflation schmälert jedoch den Effekt der gestiegenen Löhne erheblich – vor allem bei Lebensmitteln und Energie.​​

Prag / Tschechien

Neuer Sozialtarif gilt ab August in den Prager Öffis

Die Stadt Prag führt ab dem 1. August 2026 eine neue Tarifkategorie für Menschen in schwieriger finanzieller Lage ein. Anspruchsberechtigte erhalten künftig 70 Prozent Ermäßigung auf die Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr im Stadtgebiet. Sie zahlen dafür künftig nur noch rund sieben Euro. Die neue Regelung richtet sich an Personen, die die neuen staatlichen Sozialhilfe beziehen. Bereits seit 2021 hatte die Stadt Menschen mit Anspruch auf Sozialhilfe günstigere Fahrkarten ermöglicht. Die Maßnahme wurde zunächst während der Covid-19-Pandemie​ eingeführt und später aufgrund der Energiekrise und steigender Lebenserhaltungskosten verlängert. Ende September 2025 lief diese jedoch aus, da während der Übergangsphase zwei unterschiedliche Leistungssysteme parallel bestanden. Mit der Vereinheitlichung des Sozialleistungssystems ab August 2026 kann die Stadt die Unterstützung nun erneut gezielt einführen. Der Anspruch wird künftig an eine elektronische Bescheinigung des Arbeitsamtes gekoppelt. Da die Unterstützung auf Haushaltsebene gewährt wird, können alle in der Bescheinigung angeführten Personen den ermäßigten Tarif nutzen. Der Nachweis muss alle 30 Tagen erneuert werden. Die vergünstigte Monatskarte kann über die mobile Anwendung PID Lítačka oder über den Onlineshop der Lítačka erworben werden. Mit der Maßnahme will die Stadt die Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs für besonders einkommensschwache Haushalte sichern.

Berlin / Deutschland

Diskussion über islamistische Strukturen in Berlin

Im Rathaus Berlin Neukölln fand eine gut besuchte Diskussion über die Gefahr durch radikalen Islam und islamistische Strukturen statt, ausgehend vom Buch "Unterwanderung – Der politische Islam weiter auf dem Vormarsch" von Sascha Adamek und Franziska Krause. Im Fokus standen Netzwerke im Umfeld der Muslimbruderschaft sowie politische und gesellschaftliche Verbindungen einzelner Akteure, darunter auch Debatten um den SPD Fraktionschef Raed Saleh, der wegen seiner Kontakte zu muslimischen Organisationen in der Kritik steht. Thematisiert wurde zudem die Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) und ihr Imam Taha Sabri. Trotz früherer Nennungen im Verfassungsschutzbericht im Zusammenhang mit einem möglichen Umfeld der Muslimbruderschaft wurde die NBS im Integrationskontext ausgezeichnet. Autor Adamek betonte, dass in Deutschland eine unabhängige wissenschaftliche Dokumentationsstelle zum politischen Islam fehle, wie sie in Österreich seit 2020 existiert. Zu Beginn der Sommerferien warnte das Bezirksamt Neukölln erneut vor Zwangsverheiratungen und sogenannter Heiratsverschleppung. Dabei geht es um Jugendliche, die befürchten, im Ausland gegen ihren Willen verheiratet zu werden und nicht zurückkehren zu können. Schulen und Jugendeinrichtungen erhielten Handlungsempfehlungen zur Prävention. Betroffene sollen frühzeitig Vertrauenspersonen einbeziehen und wichtige Dokumente sichern. Laut Bezirksamt handelt es sich um ein reales Problem, dem seit Jahren mit gezielter Sensibilisierung begegnet wird.