Die Regierung des Kantons Sarajevo erklärt die anhaltende Krise kommunaler Unternehmen mit dem "katastrophalen Erbe" der vorigen SDA-Regierung (Partei der demokratischen Aktion). Ein Blick in die offiziellen Jahresabschlüsse zeichnet jedoch ein differenzierteres und kritisches Bild. Verglichen mit 2018 haben sich die finanziellen Ergebnisse der meisten großen Betriebe bis 2024 verschlechtert. Unternehmen wie der Wasserversorger, der Müllentsorger oder der Gasversorger weisen heute deutlich höhere Verluste auf. Dies geschieht trotz massiv gestiegener Budgetsubventionen aus dem Kanton. Gleichzeitig bleiben die Gehälter der Unternehmensleitungen auf hohem Niveau und weitgehend unbeeinträchtigt. Beobachter*innen sprechen daher von einem strukturellen Problem mangelnder Verantwortung und Reformfähigkeit.