Citybike-Systeme von Zagreb und Budapest im Vergleich

20.8.2026

Ein Reporter der Tageszeitung Jutarnji list hat bei einer kürzlichen Reise nach Budapest das dortige Citybike MOL Bubi intensiv genutzt und mit dem Zagreber Dienst Bajs verglichen. Während die Stadt Zagreb ihren städtischen Fahrradverleih erst 2025 eingeführt hat, betreibt die Stadt Budapest ihr Citybike-System bereits seit 2014 – 2021 wurde es dann modernisiert. Die Fahrräder selbst unterscheiden sich kaum, beide Städte setzen auf robuste Räder für den intensiven täglichen Gebrauch. Jedoch ist Budapest deutlich dichter organisiert: MOL Bubi verfügt über rund 205 Stationen, 2.500 klassische Fahrräder und 800 E-Bikes – also etwa 3.300 Räder. Zagreb kommt derzeit auf rund 180 Stationen und 2.000 Fahrräder, während weitere Stationen und zusätzliche 1.000 Räder in Planung sind. Auch die Radinfrastruktur sei laut dem Vergleich in Budapest sichtbarer und besser in den Stadtraum integriert. Während Zagreb laut Artikel rund 300 Kilometer Hauptradnetz hat, verfügt Budapest über etwa 390 Kilometer. Ein wichtiger Unterschied liegt im Umgang mit Mikromobilität. Budapest ordnet Fahrräder, E-Bikes und E-Scooter stärker über definierte Abstellpunkte und versteht MOL Bubi als Teil eines größeren Mobilitätssystems. In Zagreb ist Bajs zwar stationsbasiert und dadurch geordneter als Free-Floating-Systeme, doch Fahrräder und Scooter geraten im Zentrum noch häufiger in Konflikt mit Fußgänger*innenzonen und Gehsteigen. Jedoch ist Zagreb preislich klar günstiger. Bajs kostet 0,50 Euro für 30 Minuten, Monats- und Jahreskarten liegen bei fünf beziehungsweise 30 Euro. Budapest ist hier teurer und tariflich komplexer, bietet dafür aber ein dichteres Netz und mehr Anbieter*innen, womit es insgesamt als das reifere System betrachtet werden könnte.

Quelle: Jutarnji list, Zagreb