Deutlicher Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt in Zagreb

10.6.2026

Ein neuer Aktionsplan der Stadt Zagreb zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Die Zahl der Straftaten wegen häuslicher Gewalt ist im Zuständigkeitsbereich der Zagreber Polizei zwischen 2021 und 2025 um 72 Prozent gestiegen. Gleichzeitig kehrt jede fünfte Frau nach dem Aufenthalt in einem Frauenhaus wieder zu ihrem gewalttätigen Partner zurück. Während die Zahl der als Verwaltungsübertretungen erfassten Fälle zurückgeht, nimmt die Zahl schwerwiegender Straftaten deutlich zu. Frauen machen rund 70 Prozent der Betroffenen aus, bei den über 65-Jährigen sogar 74 Prozent. Auch die Zahl der Sexualdelikte und Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Zagreb verfügt derzeit über drei Frauenhäuser, fünf Beratungsstellen sowie spezielle Unterstützungsangebote für Opfer sexueller Gewalt. Dennoch zeigt der Bericht, dass der Weg in ein selbstständiges Leben für viele Betroffene schwierig bleibt. Besonders fehlender Wohnraum, finanzielle Abhängigkeit, lange Gerichtsverfahren, Probleme bei der Kinderbetreuung und die Suche nach Arbeit erschweren einen dauerhaften Ausstieg aus gewaltbelasteten Beziehungen. Die Stadt plant daher bis 2030 den Ausbau von Wohn- und Unterstützungsangeboten für Betroffene. Der Bericht macht jedoch deutlich, dass Schutzunterkünfte allein nicht ausreichen. Für viele Frauen beginnt die größte Herausforderung erst nach dem Verlassen des Frauenhauses.

Quelle: Jutarnji list, Zagreb