Deutsche Regenbogenfamilien fordern Reform des Abstammungsrechts

24.7.2026

Bei Kindern von verheirateten lesbischen Paaren wird in Deutschland bisher nur die leibliche Mutter automatisch als rechtlicher Elternteil anerkannt. Die zweite Mutter muss das Kind im Rahmen einer Stiefkindadoption adoptieren und hat bis zum Abschluss des Verfahrens keine rechtlichen Ansprüche oder Pflichten. Im Gegensatz dazu kann bei heterosexuellen Paaren die rechtliche Vaterschaft durch eine Vaterschaftsanerkennung erfolgen, auch wenn keine biologische Abstammung vorliegt.​ Betroffene kritisieren die zusätzliche Bürokratie und die rechtliche Unsicherheit für ihre Familien. Die deutsche Justizministerin Stefanie Hubig (Sozialdemokratische Partei Deutschlands – SPD) befürwortet zwar eine Reform des Abstammungsrechts, konkrete Gesetzespläne gibt es jedoch nicht. Parallel befassen sich das Bundesverfassungsgericht und mehrere Gerichte mit dem Thema, während eine Petition des Verbands Queere Vielfalt (LSVD+) rund 118.000 Unterschriften gesammelt hat. Bis zu einer gesetzlichen Neuregelung oder einer Gerichtsentscheidung bleiben Rege​​nbogenfamilien rechtlich benachteiligt.​

Quelle: rbb (Newsportal vom Rundfunk Berlin-Brandenburg), Berlin