Expert*innen warnen vor langfristiger Trinkwasserknappheit in Sarajevo
14.6.2026
Mehr als 250 Hektar der Wasserschutzzone in Sarajevo könnten durch eine neue Übergangsregelung ihren bisherigen Schutzstatus verlieren. Umweltorganisationen, Fachleute und Teile der Öffentlichkeit warnen vor weitreichenden Folgen für die Trinkwasserversorgung der bosnischen Hauptstadt. Nach Angaben der Umweltorganisation Eko akcija würde der Entwurf der neuen Schutzverordnung Bauvorhaben auf bislang streng geschützten Flächen ermöglichen. Genannt werden unter anderem Wohnsiedlungen, Tankstellen, Industrieanlagen und potenziell umweltbelastende Projekte. Aus den Quellen des Wasserschutzgebiets stammen mehr als 90 Prozent des Trinkwassers für rund 400.000 Einwohner*innen. Das Grundwasser wird derzeit nach der Chlorierung ohne weitere Aufbereitung in das öffentliche Netz eingespeist. Die geltenden Schutzgrenzen basieren auf einer Verordnung aus dem Jahr 1987. Kritiker*innen der neuen Schutzverordnung werfen den Behörden vor, die öffentliche Debatte unzureichend geführt zu haben. Die gesetzlich vorgesehene Beratungsfrist sei mit 25 Tagen zu kurz gewesen, öffentliche Informationsveranstaltungen habe es nicht gegeben.