Handyverbot an tschechischen Schulen einstimmig beschlossen
20.7.2026
Die tschechische Regierung hat einstimmig eine befürwortende Stellungnahme zu einem Gesetzentwurf für ein Handyverbot an Schulen verabschiedet. Der Vorschlag wurde von Premierminister Andrej Babiš (ANO – JA) und Bildungsminister Robert Plaga (ANO – JA) eingebracht. Das Verbot soll für Grundschulen, Kindergärten sowie die Unterstufen mehrjähriger Gymnasien gelten. Nach dem Entwurf müssten die Schulen die Nutzung von Mobiltelefonen während des gesamten Aufenthalts der Kinder in der Schule untersagen. Betroffen wären damit nicht nur Unterrichtsstunden, sondern auch Pausen, Schulkantinen und Nachmittagsbetreuung. Ausnahmen soll es geben, wenn Mobiltelefone im Unterricht ausdrücklich von Lehrkräften eingesetzt werden. Eine Nutzung aus gesundheitlichen Gründen oder im Zusammenhang mit besonderen Bildungsbedürfnissen einzelner Schüler*innen soll erlaubt bleiben. Ziel des Entwurfs ist es, eine einheitliche gesetzliche Regelung für alle betroffenen Schulen zu schaffen. Der Vorschlag wurde nicht im üblichen Verfahren behandelt, weshalb sich die Schulen bislang nicht offiziell dazu äußern konnten. Das Bildungsministerium begründet dieses Vorgehen mit dem Wunsch, das Gesetzgebungsverfahren zu beschleunigen. Kritik kommt unter anderem vom Kinderombudsmann, der eine gesetzliche Regelung für überflüssig hält. Schulleitungen hätten bereits heute über Möglichkeiten, die Handynutzung per Schulordnungen einzuschränken oder Geräte vorübergehend einzuziehen. Nach Angaben des Ministeriums ist die Nutzung von Mobiltelefonen schon jetzt an 93 Prozent der Schulen in der Schulordnung geregelt. Das allgemeine Verbot könnte am 1. September 2027 in Kraft treten.