Der fünfte Prager Stadtbezirk hat sein Hochwasserschutzsystem modernisiert und neue Kunststoffbarrieren angeschafft. Die leichten, L-förmigen Elemente ersetzen künftig bis zu 1.000 Sandsäcke. Für die Anschaffung zahlte die Bezirksverwaltung 9.000 Euro. Im Ernstfall mussten im 5. Bezirk bislang fünf Schutzwälle mit einer Gesamtlänge von 65 Metern errichtet werden. Dafür waren bisher etwa 30 Tonnen Sand und bis zu 30 Einsatzkräfte nötig, die zwischen sechs und zehn Stunden mit dem Befüllen und Stapeln der Säcke beschäftigt waren. Mit dem neuen System können zwei bis drei Personen die Barrieren in weniger als einer Stunde aufbauen. Die Kunststoffelemente werden durch das Gewicht des anströmenden Wassers stabilisiert. Nach dem Einsatz lassen sie sich einfach reinigen, wiederverwenden und platzsparend lagern. Im Gegensatz dazu mussten Sandsäcke nach dem Hochwasser entsorgt werden, was zusätzlichen Aufwand verursachte. Als alternative Lösung wurden mit Wasser befüllte Säcke geprüft, diese erwiesen sich jedoch als deutlich teurer.Auch die Prager Stadtverwaltung plant, ähnliche Barrieren einzusetzen, etwa zum Schutz der Strakonická-Straße, wo bislang bis zu 4.000 Sandsäcke erforderlich wären. Erste Tests des neuen Systems sollen im Frühjahr im Rahmen einer Hochwasserübung stattfinden.