Reformdefizite kosten Bosnien 541 Millionen Euro der EU
11.8.2026
Bosnien-Herzegowina drohen im Rahmen des EU-Wachstumsplans Einbußen von insgesamt 541 Millionen Euro. Davon entfallen 373 Millionen Euro auf bisher nicht umgesetzte Reformen, während weitere 108 Millionen Euro aufgrund der verspäteten Einreichung der Reformagenda bereits verloren gegangen sind. Darüber hinaus konnten 60 Millionen Euro aus der ersten Tranche bisher nicht abgerufen werden, da keine Einigung über die Ernennung des zuständigen Koordinators erzielt werden konnte. Gleichzeitig hat Bosnien-Herzegowina einen wichtigen Schritt in Richtung europäische Finanzintegration gesetzt: Am 6. August stellte das Land offiziell den Antrag auf Aufnahme in den Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA). Nach der Prüfung durch den Europäischen Zahlungsverkehrsrat (EPC) werden die erforderlichen technischen Vorbereitungen eingeleitet. Erste SEPA-Transaktionen wären frühestens sechs Monate nach einer Aufnahme möglich. Ein Beitritt zu SEPA könnte grenzüberschreitende Euro-Überweisungen deutlich beschleunigen und kostengünstiger machen. Nach Schätzungen der Weltbank könnten Haushalte und Unternehmen in Bosnien-Herzegowina dadurch jährlich rund 100 Millionen Euro an Bankgebühren einsparen.