In Berlin steht die mögliche Expo Bewerbung schon länger zur Diskussion, wurde aber bislang oft vom Thema Olympiabewerbung überlagert. Durch die US amerikanische Initiative, mit der Präsident Donald Trump Miami im US-amerikanischen Bundesstaat Florida als Austragungsort für die Expo 2035 ins Rennen gebracht hat, sind neue Stimmen laut geworden, die eine Berliner Bewerbung wieder aktiv fordern. Hierbei handelt es sich vor allem um Wirtschaftsvertreter*innen, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und Bündniss90/Die Grünen. Die Befürworter*innen sehen darin Chancen für Innovation, Infrastruktur und internationale Sichtbarkeit. Der Berliner Senat ist allerdings gespalten. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU – Christlich Demokratische Union Deutschlands) betrachtet die Olympiabewerbung als Berlins höchste Priorität, hat eine formelle Expo Bewerbung abgelehnt und unter seiner Führung offiziell keinen Beschluss gefasst. Alternative Optionen wie eine gemeinsame Bewerbung mit dem Bundesland Brandenburg werden aber gelegentlich als denkbar angesehen. Sollten die Berliner Wahlen im September 2026 zu einem Regierungswechsel führen, könnte eine rot rot grüne Mehrheit die bisher zurückhaltende Haltung überdenken und die Expo-Bewerbung wieder auf die Agenda setzen. Laut den Regularien des Bureau International des Expositions (BIE) können Länder ihre Kandidatur für eine World Expo erst zwischen neun und sechs Jahren vor dem geplanten Start einreichen, für 2035 also frühestens ab etwa Mitte 2026. Formell muss im Übrigen die nationale Regierung die Bewerbung einreichen.