Expert*innen aus Brünn und Wien besichtigen Großwärmepumpe in Simmering

Wien und Brünn: Energieaustausch in Simmering

19.9.2023

Am 19. September besuchte eine Delegation aus Brünn bestehend aus Expert*innen der Teplárny Brno, a.s. – dem Pendant zur Wien Energie GmbH in Brünn – und Politiker*innen das Kraftwerk Simmering, um sich zum Thema Wärmepumpe und Biomasse auszutauschen.

Brünn errichtet aktuell auf einem der Standorte der Teplárny Brno, a.s. einen Dampf-Biomassekessel, der mit Hackschnitzeln betrieben werden soll. Die Stadt erkundet darüber hinaus Möglichkeiten zur effizienteren Nutzung von Wärmequellen, darunter auch die Nutzung von Abwasserwärme. In diesem Zusammenhang nahm Brünn Kontakt mit Wien auf, um sich über die Erfahrungen mit der Nutzung einer Großwärmepumpe und eines Biomassekessels zu informieren.

Der Besuch begann mit einer allgemeinen Präsentation zum Kraftwerk Simmering und ging dann auf die Themen Biomasse und Großwärmepumpe im Detail ein. Im Anschluss an die Präsentationen hatte die Delegation die Gelegenheit, sich die Großwärmepumpe und die Biomasse-Anlage vor Ort anzusehen. Die Brünner und Wiener Expert*innen vereinbarten, zu den besprochenen Themen und Projekten im Austausch zu bleiben.

Wiener Großwärmepumpe mit hoher Leistungskraft

Großwärmepumpen können einen wichtigen Beitrag zum Erreichen Klimaziele leisten. In der österreichischen Hauptstadt ist der Betrieb solcher Maschinen bereits in vollem Gange: Seit 2019 erzeugt eine der stärksten Großwärmepumpen Europas auf dem Gelände des Kraftwerks Simmering klimaneutrale Energie für 25.000 Wiener Haushalte. 2022 wurde der Bau einer zweiten Anlage am Gelände der Kläranlage in Simmering beschlossen, dank der bis 2027 bis zu 112.000 Haushalte mit Wärme versorgt werden sollen. Eine Großwärmepumpe, wie sie auch in Brünn an den Start gehen soll, nutzt üblicherweise Kühlwasser der Kraftwerksanlagen oder Umgebungswärme, um Fernwärme abzugeben.

Biomasse: Ein unbegrenzter Rohstoff

Biomassekraftwerke wiederum erzeugen Energie durch das Verbrennen von Holzprodukten. In Brünn beispielsweise soll der neue Dampf-Biomassekessel mit Hackschnitzeln betrieben werden. Der Vorteil? Die gewonnene Energie ist sauber, weil nur so viel CO2 entsteht, wie die Pflanzen aufgenommen haben. Gleichzeitig handelt es sich bei Biomasse um eine unbegrenzte erneuerbare Energie, da das Holz in Wäldern gewonnen wird. Diese kommen dabei aber nicht zu Schaden. Das Hackgut, das beispielsweise beim Waldbiomasse-Kraftwerk Simmering von Wien Energie zum Einsatz kommt, entsteht nämlich automatisch durch die Forstwirtschaft. Von dort bekommen 48.000 Wiener Haushalte Ökostrom, 12.000 Fernwärme.

Wiens Ziel 2040: CO2-Neutralität mit Geothermie

Es wurde betont, dass Wien sich zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2040 CO2-neutral zu sein und dass zu diesem Zweck auch Geothermie verstärkt zum Einsatz kommen soll. So hat Wien Energie durch Probebohrungen in 3.500 Metern Tiefe ein riesiges natürliches Thermalwasservorkommen entdeckt. Dieses soll nicht nur dazu beitragen, CO2-neutral zu werden, sondern auch Versorgungssicherheit garantieren. Aktuell wird an der ersten Tiefengeothermie-Anlage für Wien gearbeitet, die 2026 in Betrieb gehen soll.

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