Ausschreibung für geplantes Pumpspeicherkraftwerk in Serbien gestartet

4.6.2026

Die US amerikanische Botschaft in Serbien hat eine Ausschreibung zur Interessenbekundung für die Beteiligung am Bau des Pumpspeicherkraftwerks Djerdap 3 – eines der größten Energieprojekte Südosteuropas – veröffentlicht. Interessierte Unternehmen können ihre Absichtserklärungen bis zum 25. Juni 2026 beim serbischen Ministerium für Bergbau und Energie einreichen. Ziel ist die Auswahl strategischer Partner*innen für Planung, Finanzierung und Bau. Das Projekt ist als Hybrid Pumpspeicherkraftwerk am Donaukilometer 1007 in der Gemeinde Golubac (Ostserbien) geplant. Vorgesehen ist, bei Stromüberschuss Wasser aus dem Djerdap See in die oberen Speicherbecken "Pesača" und "Brodica" zu pumpen und bei hoher Nachfrage zur Stromerzeugung zurückzuführen. Die Leistung soll 2.400 Megawatt betragen – ergänzt durch bis zu 400 Megawatt aus erneuerbaren Energien (Wind und Sonne). Das Investitionsvolumen liegt bei rund 2,63 Milliarden Euro, die Fertigstellung ist für 2038 vorgesehen. Die US amerikanische Beteiligung wird seit 2021 vorbereitet, als der Konzern Bechtel Interesse bekundete. 2022 übernahm das Unternehmen die Erstellung technischer Studien. Einen wichtigen Schritt stellte das 2024 in Washington unterzeichnete zwischenstaatliche Energieabkommen dar, das im März 2025 in Kraft trat und die rechtliche Grundlage für die Einbindung US-amerikanischer Unternehmen schuf. Das Projekt steht jedoch vor erheblichen Herausforderungen. Rumänien ist direkt betroffen, da sich die bestehenden Wasserkraftwerke Djerdap 1 und Djerdap 2 als gemeinsame serbisch rumänische Anlagen auf einem Grenzabschnitt der Donau befinden und von beiden Staaten gemeinsam betrieben werden. Entsprechend könnten Veränderungen des Wasserregimes durch Djerdap 3 unmittelbare Auswirkungen auf deren Betrieb und Stromproduktion haben. Bukarest äußerte daher Bedenken hinsichtlich möglicher Risiken für Stabilität und Ertrag der bestehenden Anlagen. Bilaterale Gespräche und hydrologische Prüfungen sind im Gange. Darüber hinaus warnen Expert*innen und Umweltverbände vor potenziellen negativen Folgen für die Biodiversität, da Teile des Projekts im Schutzgebiet des Nationalparks Djerdap umgesetzt werden sollen.

Quelle: eKapija.com, Belgrad