Öffentlicher Sektor in Serbien vergibt Milliardenaufträge ohne Ausschreibungen

9.6.2026

Im Jahr 2025 schloss der öffentliche Sektor in Serbien Beschaffungsverträge im Wert von rund 15 Milliarden Euro ab, was knapp 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Etwa sieben Milliarden Euro – also fast die Hälfte – entfielen auf Verfahren außerhalb des regulären Beschaffungsgesetzes, etwa im Rahmen spezieller Regelungen wie zwischenstaatlicher Abkommen. Laut serbischem Fiskalrat macht gerade dieser Bereich einen wesentlichen Anteil aus: Rund ein Viertel dieser Ausnahmen basiert auf zwischenstaatlichen Vereinbarungen, die meist nicht öffentlich gemacht werden. Zwar sei der rechtliche Rahmen weitgehend an europäische Standards angepasst. In der praktischen Anwendung bestehen jedoch erhebliche Defizite. Der Fiskalrat betont, dass es bei öffentlichen Beschaffungen nicht nur um formale Verfahren gehe, sondern auch um effizienten Mitteleinsatz, angemessene Preise und transparente Prioritätensetzung. Der Anteil der Ausnahmen bleibe im internationalen Vergleich außergewöhnlich hoch: 2023 lag er bei über 50 Prozent, 2024 bei knapp unter 40 Prozent. Die in der Fiskalstrategie vorgesehenen Transparenzmaßnahmen zeigen bisher nur begrenzte Wirkung.​

Quelle: Rs.n1info.com, Belgrad