Behutsame Reform der Praxisphase angehender Lehrkräfte in Berlin

19.1.2026

Das Berliner Lehramtsreferendariat – die verpflichtende praktische Ausbildungsphase angehender Lehrkräfte nach dem Studium – wird ab dem Lehrjahr 2026/27 nur behutsam reformiert. Die bisherigen Fachseminarleiter*innen bleiben als persönliche Ansprechpartner*innen für rund 3.000 Referendar*innen erhalten, treffen sich jedoch nur noch zwei Mal wöchentlich mit ihren Fachgruppen. Zugleich wird die Ausbildung stärker modularisiert und praxisnäher gestaltet, unter anderem durch neue Module am Landesinstitut BLiQ, zusätzliche Qualifizierungslehrkräfte an den Schulen und mindestens 30 Stunden verbindlicher Begleitformate. Unverändert bleibt, dass Referendar*innen zehn statt früher sieben Stunden eigenverantwortlich unterrichten – eine Maßnahme, die zur Abmilderung des Lehrkräftemangels bereits 2024 beschlossen wurde. Neu in diesem Zusammenhang ist, dass Referendar*innen mit wachsender Erfahrung bis zu zwölf Stunden eingesetzt werden können, ohne dass diese auf den regulären Lehrkräftebedarf angerechnet werden. Eine ursprünglich geplante weitgehende Zentralisierung der Ausbildung und der Abbau der Fachseminare wurde nach Protesten von Lehrkräften und politischem Widerstand – insbesondere aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) – weitgehend verworfen.

Quelle: Der Tagesspiegel, Berlin