Diskussion über islamistische Strukturen in Berlin

19.6.2026

Im Rathaus Berlin Neukölln fand eine gut besuchte Diskussion über die Gefahr durch radikalen Islam und islamistische Strukturen statt, ausgehend vom Buch "Unterwanderung – Der politische Islam weiter auf dem Vormarsch" von Sascha Adamek und Franziska Krause. Im Fokus standen Netzwerke im Umfeld der Muslimbruderschaft sowie politische und gesellschaftliche Verbindungen einzelner Akteure, darunter auch Debatten um den SPD Fraktionschef Raed Saleh, der wegen seiner Kontakte zu muslimischen Organisationen in der Kritik steht. Thematisiert wurde zudem die Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) und ihr Imam Taha Sabri. Trotz früherer Nennungen im Verfassungsschutzbericht im Zusammenhang mit einem möglichen Umfeld der Muslimbruderschaft wurde die NBS im Integrationskontext ausgezeichnet. Autor Adamek betonte, dass in Deutschland eine unabhängige wissenschaftliche Dokumentationsstelle zum politischen Islam fehle, wie sie in Österreich seit 2020 existiert. Zu Beginn der Sommerferien warnte das Bezirksamt Neukölln erneut vor Zwangsverheiratungen und sogenannter Heiratsverschleppung. Dabei geht es um Jugendliche, die befürchten, im Ausland gegen ihren Willen verheiratet zu werden und nicht zurückkehren zu können. Schulen und Jugendeinrichtungen erhielten Handlungsempfehlungen zur Prävention. Betroffene sollen frühzeitig Vertrauenspersonen einbeziehen und wichtige Dokumente sichern. Laut Bezirksamt handelt es sich um ein reales Problem, dem seit Jahren mit gezielter Sensibilisierung begegnet wird.

Quelle: Der Tagesspiegel, Berlin