Die Prager Stadtpolizei bindet als erste Polizei in Tschechien speziell ausgebildete Hunde in Vernehmungen von Opfern und Zeug*innen ein. Das Projekt mit dem Namen "Vernehmungsassistent" soll insbesondere Kindern, Senior*innen und anderen besonders schutzbedürftigen Personen helfen, psychisch belastende Situationen im Strafverfahren besser zu bewältigen. Ziel ist es, die Atmosphäre bei Verhören zu beruhigen und den emotionalen Druck auf Betroffene zu verringern. Die Initiative entstand in Zusammenarbeit zwischen der Regionaldirektion der Polizei der Hauptstadt Prag und der gemeinnützigen Organisation ISCA. Die Hunde sind eigens geschult, um in Stresssituationen Ruhe auszustrahlen und den Betroffenen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Dadurch soll auch das Risiko einer sogenannten sekundären Viktimisierung reduziert werden, also zusätzlicher psychischer Belastungen während des Strafverfahrens. Nach Angaben der Polizei zeigen die bisherigen Erfahrungen, dass die Anwesenheit eines Hundes den Ablauf der Befragung positiv beeinflusst. Opfer seien entspannter, könnten sich besser konzentrieren und ihre Aussagen strukturierter schildern. Gerade bei sensiblen Delikten könne dies entscheidend dazu beitragen, belastende Erinnerungen in einem geschützten Rahmen zu verarbeiten.