Nachdem der Gemeinderat von Sarajevo am Donnerstag, den 26. Februar, die Wiedererrichtung eines Denkmals für Franz Ferdinand und Sophie von Hohenberg beschlossen hatte, kam es zu kontroversen Reaktionen. Geplant ist der Standort nahe der Lateinerbrücke, dem historischen Ort des Attentats von 1914. Das ursprüngliche Denkmal war nach dem Ersten Weltkrieg entfernt und zerstört worden. Mehr als ein Jahrhundert später bleiben die Bewertungen des Attentats tief gespalten: Während einige Gavrilo Princip als Freiheitskämpfer sehen, betrachten ihn andere als Attentäter mit folgenschweren Konsequenzen. Der Vorsitzende des Gemeinderates, Alen Girt (NS – Unsere Partei), bezeichnete die Entscheidung als übereilt. In einer gemeinsamen Initiative von NS und der Sozialdemokratischen Partei (SDP) fordern Girt und die stellvertretende Vorsitzende Svjetlana Šošić (SDP), die Umsetzung des Beschlusses vorerst auszusetzen. Zudem fordert Girt eine breitere öffentliche Debatte über Erinnerungskultur und historische Verantwortung.