Neues Maßnahmenpaket zur Inflationsbekämpfung in Kroatien
28.5.2026
Die kroatische Regierung hat am 29. Mai 2026 ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und eine Senkung der Inflation abzielt. Das Paket umfasst drei zentrale Elemente – strengere Haushaltsdisziplin, administrative Preismaßnahmen und Änderungen im Steuersystem. Finanzminister Tomislav Ćorić (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft) begründete den Schritt mit der weiterhin hohen wirtschaftlichen Aktivität in Kroatien. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre habe die Binnennachfrage erhöht und mache die Wirtschaft anfälliger für Preis- und Energieschocks. Die Regierung will daher das Wachstum staatlicher Ausgaben bremsen, bestimmte administrative Preise vorerst einfrieren und über steuerliche Änderungen einzelne Bereiche mit hoher Nachfrage stärker erfassen. Dazu zählen unter anderem Anpassungen bei Pauschalbesteuerung, Tourismus und überhöhten Gewinnmargen. Gleichzeitig sollen Energiepreisstützungen und Preisbegrenzungen für ausgewählte Produkte fortgesetzt werden. Die Maßnahmen markieren damit eine Verschiebung. Im Vordergrund steht nicht mehr nur die soziale Abfederung steigender Preise, sondern auch der Versuch, binnenwirtschaftliche Inflationsursachen zu begrenzen. Allerdings weist das kroatische Statistikamt darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Dynamik bereits abgeschwächt hat. Das Wachstum lag im ersten Quartal bei 2,2 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit 2020.