Prag setzt auf die Straßenbahn

4.6.2026

Der neue Prager Entwicklungsplan definiert den Ausbau des Straßenbahnnetzes als eine der wichtigsten verkehrspolitischen Prioritäten der kommenden Jahre. Bis 2030 soll die Straßenbahn das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs bilden und insbesondere große Wohngebiete erschließen, die bislang überwiegend auf Busverbindungen angewiesen sind. Der Plan schafft die Voraussetzungen für den Bau von bis zu 100 Kilometern zusätzlicher Gleise. Gleichzeitig werden Flächen und Korridore für künftige Strecken gesichert, um sie vor konkurrierenden Bauvorhaben zu schützen. Ziel ist es, neue Stadtviertel besser anzubinden, den Autoverkehr zu reduzieren und zusätzliche Verkehrsverbindungen außerhalb des historischen Zentrums zu schaffen. Ein zentrales Element des künftigen Netzes sind Tangentiallinien, die die Außenbezirke direkt miteinander verbinden sollen, ohne dass Fahrgäste über das Zentrum reisen müssen. Laut den Stadtplaner*innen bietet die Straßenbahn auf stark nachgefragten Strecken mehr Kapazität, Komfort und eine bessere Umweltbilanz als Busse. Zudem sollen neue Wohn- und Gewerbegebiete bevorzugt dort entstehen, wo bereits eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr besteht. Aktuell befinden sich sechs neue Straßenbahnstrecken in Bau oder in fortgeschrittener Vorbereitung. Ihre schrittweise Inbetriebnahme ist bis Mitte 2028 vorgesehen. Laut Prager Verkehrsverbund werden die Projekte die Verkehrsverbindungen für mehr als 150.000 Fahrgäste pro Tag verbessern. Mit rund 150 Kilometern Gleisnetz zählt Prag zu Europas bedeutendsten Straßenbahnstädten. Sollte der geplante Ausbau vollständig umgesetzt werden, könnte die Stadt künftig über eines der größten Straßenbahnnetze der Welt verfügen.​

Quelle: Echo24.cz, Prag