Radetzky-Denkmal soll in den öffentlichen Raum Prags zurückkehren
19.6.2026
Die Prager Stadtregierung hat die Rückführung des Denkmals für den aus Böhmen stammenden Marschall Josef Wenzel Radetzky auf den Malostranské-Platz befürwortet. Die Stadt will nun das Kulturministerium um die Herausgabe der Originalstatue ersuchen, die derzeit im Lapidarium des Nationalmuseums aufbewahrt wird. Das Denkmal stand von 1858 bis 1919 auf dem Malostranské-Platz, wurde jedoch nach der Gründung der Tschechoslowakei aus dem öffentlichen Raum entfernt. Die Kosten für die Rückkehr werden auf 600.000 bis 1,2 Millionen Euro geschätzt. Die Summe hängt davon ab, ob die Stadt das Original verwenden kann oder eine originalgetreue Kopie anfertigen lassen muss. Befürworter*innen sehen in dem Denkmal ein bedeutendes Kunstwerk mit historischem, städtebaulichem und kulturellem Wert. Sie argumentieren, dass die Rückkehr nicht als unkritische Verherrlichung der Habsburgermonarchie verstanden werden solle, sondern als Erinnerung an die komplexe Geschichte der Stadt. Kritiker*innen verweisen dagegen auf Radetzkys Rolle bei der Niederschlagung des italienischen Aufstands in den Jahren 1848 und 1849. In der politischen Debatte wurde daher auch vorgeschlagen, das Denkmal mit einer erläuternden Tafel zu ergänzen, die alle wichtigen Phasen seines Lebens einordnet. Da der ursprüngliche Platz der Statue durch Straßen und Straßenbahngleise geprägt ist, wurde bereits ein neuer Standort oberhalb der Gleisanlagen vorgeschlagen. Die endgültige Entscheidung soll nach fachlicher Bewertung restauratorischer, denkmalpflegerischer, technischer und wirtschaftlicher Aspekte fallen.