Sanierungsstau mit Milliardenbedarf bei Berliner Infrastruktur

12.5.2026

Berlin steht vor einem milliardenschweren Sanierungsstau, der inzwischen nahezu alle Bereiche der öffentlichen Infrastruktur betrifft – von Universitäten und Museen bis hin zu Brücken, Straßen und staatlichen Gebäuden. Das jüngste Beispiel ist die überraschende Komplettschließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität wegen gravierender Baumängel. Auch Kulturinstitutionen gelten als Sanierungsfälle. Das Pergamonmuseum ist seit 2023 geschlossen und soll erst 2037 vollständig wiedereröffnet werden. Die Staatsbibliothek am Potsdamer Platz soll ab 2030 sogar für elf Jahre schließen und die Kosten der Grundsanierung werden auf rund 1,1 Milliarden Euro geschätzt. Am Schloss Bellevue werden mindestens 601 Millionen Euro für Brandschutz, Gebäudetechnik und Sicherheitsmaßnahmen veranschlagt. Nach dem sogenannten "Masterplan Brücken" des Berliner Senats müssen in den kommenden 15 Jahren zudem 175 marode Brücken ersetzt und weitere 125 saniert werden – mit Investitionskosten von rund 1,84 Milliarden Euro. Expert*innen sehen die Ursachen des Sanierungsstaus in jahrzehntelang verschleppten Investitionen und Sparmaßnahmen. Besonders die Schuldenbremse wird von Kritiker*innen als Mitverursacher genannt, da notwendige Instandhaltungen über Jahre verschoben worden seien und dadurch heute deutlich teurer ausfallen würden.​

Quelle: Der Tagesspiegel, Berlin