Slowakischer Vize-Parlamentschef weist Vorwürfe im Korruptionsprozess zurück

27.7.2026

Der ehemalige slowakische Polizeipräsident und heutige stellvertretende Parlamentsvorsitzende Tibor Gašpar (SMER-SD – Richtung-Sozialdemokratie) hat am 27. Juli 2026 im Korruptionsprozess Očistec (deutsch: Fegefeuer) vor dem Sonderstrafgericht in Banská Bystrica zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung genommen. Er gehört zu den elf Angeklagten in einem der bedeutendsten Korruptionsverfahren der Slowakei. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, zwischen 2012 und 2018 als Teil einer mutmaßlichen kriminellen Gruppe Sicherheitsbehörden für politische und private Interessen missbraucht zu haben. Der Mitangeklagte und kooperierende Beschuldigte Bernard Slobodník hatte Gašpar in der Vorwoche belastet. Gašpar wies sämtliche Vorwürfe zurück und kündigte an, Slobodníks Aussagen zu widerlegen. Zudem bestritt er Treffen im Gebäude des staatlichen Unternehmens Transpetrol, bei denen nach Darstellung der Anklage die Aktivitäten der mutmaßlichen kriminellen Gruppe koordiniert und Anweisungen an weitere Mitglieder erteilt worden sein sollen. Nach dem Terminplan des Gerichts sind weitere Verhandlungstage bis Februar 2027 angesetzt.

Quelle: SITA, Bratislava