Zagreberin des Jahres warnt vor rückläufigen Rollenbildern
6.3.2026
Der Preis "Zagreberin des Jahres", den die Stadt Zagreb jedes Jahr an Frauen verleiht, die durch ihr Engagement wesentlich zum Kampf für Frauenrechte, Gleichberechtigung und eine hohe Lebensqualität von Frauen in der Stadt beigetragen haben, wurde heuer an Neva Tölle verliehen. Tölle erhielt die Auszeichnung für fast 40 Jahre Arbeit mit Frauen, die Gewalt erlebt haben sowie für ihre Rolle bei der Einrichtung der ersten SOS-Hotline und des ersten Schutzhauses für Frauen und Kinder, die Opfer von Gewalt sind, im damaligen Osteuropa. Zudem setzte sich Tölle nachdrücklich für gesetzliche Reformen ein und machte sowohl auf Diskriminierung als auch auf die sekundäre Viktimisierung von Frauen in zahlreichen Institutionen aufmerksam. Bei der Entgegennahme des Preises betonte sie unter anderem, dass in einigen Bereichen zwar Fortschritte erzielt worden seien, das System jedoch weiterhin große Schwächen aufweise. Sie ging auch auf gesellschaftliche Trends ein, insbesondere unter jungen Menschen, die ihrer Meinung nach Frauen wieder traditionelle Rollen aufzwingen, nämlich dass Frauen den Männern untergeordnet sein sollten und in die Küche und zu den Kindern gehören. Den Preis widmete sie allen Zagreberinnen, die die Stadt zu einem besseren Ort machen.