Nachhaltige Stadtentwicklung: Berlin und Hamburg bekamen Einblick in Wiener Praxis
4.10.2026
Auch Berlin und Hamburg wollen ihre Stadtentwicklungsstrategien noch wirksamer voranbringen. Vor diesem Hintergrund nutzten die beiden Metropolen den City-to-City Exchange der European Urban Initiative (EUI) für einen Austausch mit Kolleg*innen aus Wien. Bei einem Treffen vom 4. bis 8. Oktober blickten die Expert*innen aus Deutschland besonders auf Best-Practice-Beispiele des leistbaren Wohnens, der Begrünung und der Wirtschaftsentwicklung.
In Wien wurde die deutsche Delegation von der Abteilung Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18), dem wohnfonds_wien sowie der Wirtschaftsagentur Wien zum Fachaustausch empfangen, der sich vor allem um die praktische Umsetzung stadtplanerischer Projekte in der Bundeshauptstadt drehte. Es gab etwa Einblicke in aktuelle Stadtentwicklungsgebiete wie das innerstädtische Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnviertel oder auch die Seestadt Aspern im Bezirk Donaustadt. Nach Stationen in Berlin und Hamburg war es bereits das dritte Treffen im Rahmen des City-to-City-Austauschs.
Leuchtturmprojekt RothNEUsiedl
Von großem Interesse für die Delegation war der gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbare Klimapionier-Stadtteil RothNEUsiedl, der auf 124 Hektar in Wien-Favoriten für 21.000 Menschen 9.000 Wohnungen bereitstellen soll - zwei Drittel davon im geförderten Wohnbau. Ein rund drei Kilometer langer "Grüner Ring" wird den Stadtteil umringen und mit Erholungsgebieten im Umfeld verbinden. Dabei soll das Prinzip der "Stadt der kurzen Wege" gute Erreichbarkeit von Nahversorgung und Bildung gewährleisten, weiters ist Platz für 8.000 Arbeitsplätze vorgesehen.
Die Flächen im Entwicklungsgebiet wurden in Hinblick auf langfristige Szenarien der Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung systematisch angekauft. RothNEUsiedl soll nicht nur ein Klimavorzeige-Stadtteil werden, sondern auch das Konzept der "Essbaren Stadt" umsetzen, das Stadt und Landwirtschaft verbindet sowie Elemente der agrarischen Tradition erhält.
Langfristige Planung für leistbares Wohnen
Die Stadt Wien ist selbst größte Wohnungsbesitzerin Europas und dahingehend internationales Vorbild. Darüber hinaus gibt es in Wien zahlreiche leistbare, preisgeregelte Wohnraumangebote. Möglich war dies durch langfristige Planung und politische Kontinuität, wie die Expert*innen erklärten. Die Stadt hat ihre Wohnungen einerseits nie verkauft, andererseits auch laufend neues Land erworben. Durch die Liegenschaftsentwicklung und -verwertung werden Mittel für den Ankauf weiterer Stadtentwicklungsflächen lukriert, die der wohnfonds_wien für Wohnungsneubau bereitstellt. Für Grundbesitzer*innen ist der wohnfonds_wien durch einen über Jahrzehnte gepflegten Kontakt ein verlässlicher Partner.
Weitere Informationen
Stadt Berlin
Stadt Hamburg
Klimapionier-Stadtteil RothNEUsiedl– Stadt Wien
Bürgermeister von Wien Michael Ludwig zu Gast in Berlin
City-to-City Exchanges – European Urban Initiative
