Prag blickt nach Wien: LED-Offensive bei Straßenbeleuchtung als Best Practice
9.6.2026
Seit 2017 modernisiert Wien unter dem Motto "Led it shine!" die Straßenbeleuchtung durch eine Umrüstung auf wartungsarme und klimafreundliche LED-Leuchten. Auch die Stadt Prag setzt jetzt auf diese moderne Beleuchtungsform. Eine Delegation des städtischen Unternehmens Technologien der Hauptstadt Prag (THMP) besuchte daher vom 9. bis 10. Juni Wien, um sich mit Wiener Expert*innen über aktuelle Herausforderungen, Planungsgrundsätze und technische Standards im Bereich der öffentlichen Beleuchtung auszutauschen. Highlight des Wien-Besuchs war das extra für die Prager Delegation LED-illuminierte Wiener Rathaus.
In Prag wird derzeit eine umfassende Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung umgesetzt. Im Zuge dieses groß angelegten Umrüstungsprogramms werden zahlreiche Natriumdampfleuchten durch moderne und ressourcenschonende LED-Leuchten ersetzt – eine Technologie, auf die Wien seit zehn Jahren setzt. Die flächendeckende Wiener Umrüstung auf standardisierte LED-Straßenbeleuchtung erfolgt in drei Etappen: in der ersten Projektstufe wurden von 2017 bis 2020 50.000 Seilhängeleuchten der Wiener Straßenbeleuchtung ausgetauscht. In der zweiten Etappe werden seit 2021 80.000 an Masten befestigte Leuchten ausgetauscht – diese Phase wird 2027 abgeschlossen sein. Die letzte seit 2023 laufende Etappe betrifft sogenannte Vintage-Leuchten – hier sollen bis 2028 Spezialleuchten und historische Lichtquellen in Schutzzonen oder Altstadtbereichen behutsam ebenfalls auf LED umgestellt werden. Wien konnte somit einiges an Know-how über urbane Straßenbeleuchtung generieren, von dem Prag nunmehr lernen und profitieren kann.
Wiens Erfolgsmodell für nachhaltige Beleuchtung
Im Fachaustausch mit Wiener Expert*innen der Abteilung Wien leuchtet (MA 33) bekam die Prager Delegation Einblick in konkrete Vorteile der LED-Technologie. So wurde etwa allein durch die Umrüstung der Seilhängeleuchten 60 Prozent der bis dato benötigten Energie gespart. Bei der Modernisierung geht es allerdings nicht um das Energiesparen allein. So wurde etwa in Wien auch an den Aspekt der Lichtverschmutzung gedacht: die neuen Leuchtentypen sind so konzipiert, dass die Leuchte selbst als Lichtquelle fungiert. Dadurch gelangt weniger Licht in den Himmel und mehr Licht auf den Boden, wo es gebraucht wird. Außerdem wurden neue LED-Lampen entwickelt, die das Licht nicht mehr seitlich streuen, sondern nach unten fokussieren. Berücksichtigt wurde bei den neuen Leuchten weiters, dass nicht nur die gemessene Helligkeit zählt, sondern vor allem die tatsächliche visuelle Wahrnehmung der Menschen. Angesprochen wurde ferner das Umlauf-Verpackungskonzept, wo auf Mehrwegverpackungen etwa bei Ansatzleuchten oder Mastadaptern gesetzt wird. Ein weiterer Themenbereich des Fachaustauschs war die technische Einheitlichkeit bei Vorgaben beziehungsweise Ausschreibungen – ähnlich wie Wien möchte Prag hier vereinheitlichen und hat deshalb einen Licht-Masterplan ausgearbeitet.
Durch den fachlichen Austausch konnten Erfahrungen, technische Lösungen und bewährte Verfahren direkt diskutiert werden. Damit wurde ein wichtiger Beitrag für die nachhaltige und effiziente Gestaltung der öffentlichen Beleuchtung in beiden Städten geleistet.
Weitere Informationen
Stadt Prag (Englisch)
Wien in neuem Licht – Stadt Wien
Tausch der Straßenbeleuchtung – Stadt Wien
Wiens Beleuchtung in Zahlen – Stadt Wien
Geschichte der öffentlichen Beleuchtung – Stadt Wien