Prag und Wien: Austausch für erfolgreiches Krisenmanagement
9.6.2026
Wetterextreme und komplexe Gefahrenlagen nehmen zu. Kommt es zu einer Krise, sind vor allem gute Vorbereitung und klare Kommunikation entscheidend. Um die Qualität des Krisenmanagements zu verbessern, besuchte eine Delegation der Stadt Prag vom 9. bis 10. Juni Wien, um sich mit der Stadt zu diesem Thema auszutauschen. Das Treffen diente dem Vergleich bewährter Strategien und Strukturen sowie der Vertiefung bestehender Kooperationen.
Zu Beginn besuchte die Prager Delegation die Wienflussaufsicht. Dabei wurde deutlich, dass beide Städte beim Hochwassermanagement auf moderne Prognosemodelle, klar definierte Alarmierungsprozesse und regelmäßige Übungen setzen. Wien nutzt Vorhersagemodelle und strukturierte Einsatzpläne, während Prag insbesondere durch seine mobilen Schutzsysteme sowie ein gut organisiertes Evakuierungsmanagement überzeugt.
Durch Überflutungen können Schadstoffe, zum Beispiel aus Industrieanlagen und kontaminierten Böden, freigesetzt werden, was unter anderem erhebliche Risiken für die Trinkwasserversorgung mit sich bringt. Vertreter*innen der Stadt Wien erläuterten beim Besuch der Hauptfeuerwache Leopoldstadt, dass die Stadt hierbei auf umfassende Wasserqualitätsüberwachung, enge Kooperation mit Umweltbehörden und spezialisierte Gefahrstoffeinheiten setzt. Prag setzt hingegen verstärkt auf mobile Analysegeräte sowie schnelle Eindämmungsmaßnahmen. In beiden Städten hat sich gezeigt, dass eine frühzeitige, transparente Kommunikation mit der Bevölkerung und die enge Abstimmung zwischen Behörden und Einsatzorganisationen zentrale Erfolgsfaktoren darstellen.
Allgemeine Sicherheitsvorsorge
Der präventive Schutz von kritischer Infrastruktur und politischen Institutionen war Thema beim Besuch der Magistratsdirektion – Geschäftsbereich Organisation und Sicherheit. Ein besonderer Fokus Wiens liegt dabei auf dem Wiener Rathaus als Sitz der Stadtregierung. Es gibt abgestimmte Konzepte mit den Sicherheitsbehörden, die im Krisenfall die Sicherheit von Mitarbeiter*innen und Besucher*innen sowie die Handlungsfähigkeit der politischen Entscheidungsträger*innen sicherstellen.
Im Bereich Kommunikation und Koordination wurde von beiden Städten die Bedeutung zentraler Krisenstäbe, moderner digitaler Systeme zur Lageübersicht und die Information der Bevölkerung hervorgehoben.
Zum Abschluss wurde der Erfahrungsaustausch von beiden Seiten als sehr wertvoll bewertet. Angesichts zunehmender Herausforderungen durch den Klimawandel wurde vereinbart, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren, vertiefende Fachgespräche zu führen sowie den Austausch von Konzepten und Best Practices fortzusetzen.
Weitere Informationen
Hochwasserschutz-Maßnahmen – Stadt Wien
Krisenmanagement und Akutbetreuung – Stadt Wien
Woiwodschaft Kleinpolen besuchte Wiener Feuerwehr