EU-Außenbeauftragte warnt vor stockenden Reformen in Bosnien-Herzegowina

3.7.2026

EU-Außenbeauftragte und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Kaja Kallas hat Bosnien-Herzegowina bei ihrem Besuch in Sarajevo zu rascheren Reformen aufgefordert. Andernfalls drohten dem Land weitere finanzielle Einbußen im Rahmen des EU-Wachstumsplans für den Westbalkan. Nach Angaben von Kallas waren für Bosnien-Herzegowina ursprünglich fast eine Milliarde Euro vorgesehen. Aufgrund des langsamen Reformfortschritts seien jedoch bereits mehr als 100 Millionen Euro verloren gegangen. Sollten die notwendigen Reformen weiter ausbleiben, könnten weitere 370 Millionen Euro entfallen.

Kallas betonte, dass die Folgen des politischen Stillstands vor allem die Bürger*innen treffen würden. Gleichzeitig verwies sie auf die Chancen eines EU-Beitritts, der Stabilität, wirtschaftlichen Wohlstand und konkrete Verbesserungen im Alltag bringen könne. Zudem hob sie hervor, dass EU-Fördermittel bereits den Ausbau wichtiger Verkehrsverbindungen, Investitionen in die Energieversorgung sowie die Modernisierung der Wasser- und Abwasserversorgung ermöglicht hätten. Mit Blick auf die jüngste Umfrage zur EU-Mitgliedschaft erinnerte Kallas daran, dass sich mehr als 74 Prozent der Bevölkerung für einen Beitritt zur Europäischen Union aussprechen.

Quelle: Dnevni avaz, Sarajevo