Staatsmedien in Ungarn stehen nach Abschaltung vor umfassender Reform

8.7.2026

Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar (Tisza - Respekt- und Freiheitspartei) kündigte eine vorübergehende Abschaltung der staatlichen Medien an, die dem früheren Premierminister Viktor Orbán (Fidesz – Ungarischer Bürgerbund) nahestehen sollen. Auf den Sendern wurde ein schwarzer Bildschirm mit einer Entschuldigung für jahrelange Propagandatätigkeit eingeblendet. Die staatliche Mediengruppe MTVA erklärte, die Nachrichtensendungen würden im Zuge einer Reform vorübergehend ausgesetzt, um künftig unabhängiger und glaubwürdiger zu arbeiten. Bereits im Wahlkampf hatte Magyar angekündigt, die Pressefreiheit zu stärken und die staatlichen Medien grundlegend zu reformieren. Am vergangenen Dienstag gab die staatliche Nachrichtenagentur MTI bekannt, dass die neue Übergangsführung der öffentlich-rechtlichen Medien ihre Arbeit aufgenommen habe. Nach Abschluss der Übergangsphase sollen die endgültigen Führungskräfte im Rahmen eines öffentlichen Auswahlverfahrens bestimmt werden – ein Verfahren, das bereits mit der früher verabschiedeten Novelle des Mediengesetzes vorgesehen war. Ziel der Reform sei es, die Medienlandschaft in Ungarn transparenter zu gestalten und das Vertrauen in die öffentlich-rechtlichen Medien wiederherzustellen.​​

Quelle: telex.hu, Budapest