Trotz höherer Einkommen Zahlungsverzug bei Betriebskosten in Kroatien

2.7.2026

​Die kroatischen Haushalte verfügten 2025 im Durchschnitt über ein jährliches Haushaltseinkommen von rund 27.600 Euro beziehungsweise etwa 2.300 Euro pro Monat. Gleichzeitig blieb das Armutsrisiko hoch: Rund 20 Prozent der Bevölkerung lebten an der Armutsgefährdungsschwelle oder darunter​, etwa 75.000 Menschen waren von schwerwiegenden materiellen und sozialen Entbehrungen betroffen.​​ Nach aktuellen Daten des kroatischen Statistikamtes gerieten im vergangenen Jahr 7,3 Prozent der Haushalte – rund 105.000 Familien – mit der Zahlung der Betriebskosten in Verzug. Besonders belastet sind Einpersonenhaushalte, die fast ein Viertel ihres Einkommens für Heizung, Strom, Wasser und weitere Betriebskosten aufwenden müssen. Bei größeren Haushalten liegt dieser Anteil hingegen bei lediglich rund sieben Prozent. Die Studie zeigt zudem, dass Wohnungseigentum nicht automatisch vor Armut schützt. Mehr als jede*r fünfte Eigentümer*in einer schuldenfreien Immobilie gilt als armutsgefährdet, da insbesondere ältere Menschen trotz Immobilienbesitzes häufig nur über geringe Einkommen verfügen. Zwar sind die Wohnkosten in Kroatien mit 11,5 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens deutlich niedriger als im EU-Durchschnitt, die anhaltend hohe Inflation schmälert jedoch den Effekt der gestiegenen Löhne erheblich – vor allem bei Lebensmitteln und Energie.​​

Quelle: Večernji list, Zagreb