Niedrige Impfquote erhöht Epidemierisiko in Bosnien-Herzegowina
28.4.2026
In Bosnien-Herzegowina ist die Impfquote gegen Masern auf nur 42 Prozent gesunken und liegt damit weit unter dem für den Herdenschutz erforderlichen Wert von 95 Prozent. Gesundheitsexpert*innen warnen vor einem erhöhten Risiko erneuter Ausbrüche von Epidemien durch vermeidbare Infektionskrankheiten. Bereits 2024 wurden Masern- und Keuchhusten-Epidemien registriert und sorgten für mehrere Todesfälle. Laut dem Experten Dr. Sanjin Musa vom Institut für öffentliche Gesundheit der Föderation Bosnien-Herzegowinas, sind mangelndes Vertrauen, aber auch eine fehlende Priorisierung und eingeschränkte Zugänglichkeit zentrale Gründe für die niedrige Impfquote. Er fordert eine bessere Organisation der Impfangebote sowie stärkere Kommunikation zwischen Gesundheitsdiensten und Bevölkerung. Rund 700 Fälle von Keuchhusten und etwa 7.500 Masernfälle würden das negative Ausmaß der Lage aufzeigen. Impfungen seien nicht nur eine individuelle Entscheidung, sondern eine gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung.