Robotaxi-Vorzeigeprojekt endet mit Rückzahlung von kroatischen Fördermitteln

23.5.2026

Das kroatische Robotaxi-Projekt des Unternehmers Mate Rimac steht vor einem politischen und finanziellen Wendepunkt. Nach Medienberichten will sein Unternehmen Verne rund 89 Millionen Euro aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan zurückzahlen und zugleich auf weitere Fördermittel aus dem ursprünglich mit 179 Millionen Euro dotierten Projekt verzichten. Das Vorhaben galt lange als politisches Prestigeprojekt: Premierminister Andrej Plenković (HDZ - Kroatische DEmokratische Gemeinschaft) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchten das Unternehmen und verschafften dem Projekt zusätzliche öffentliche Sichtbarkeit. Kürzlich hat Verne mit dem chinesischen Partner Pony.ai einen Robotaxi-Dienst in Zagreb gestartet, der jedoch nicht Teil des EU-geförderten Projekts ist. Politisch heikel ist vor allem die zeitliche Abfolge. Laut Medieninformationen wurde dem Projekt im März beziehungsweise April eine Fristverlängerung bis 31. August 2026 gewährt, obwohl die Regierung bereits über den geplanten Rückzug informiert gewesen sein könnte. Damit stellt sich die Frage, ob Öffentlichkeit und EU-Institutionen über den tatsächlichen Stand des Projekts ausreichend informiert wurden. Zusätzlichen Druck erzeugt das technische Konzept des ursprünglichen Vorhabens. Geplant waren vollständig fahrerlose Fahrzeuge. Diese Technologie gilt jedoch weiterhin als nicht marktreif und ist im regulären Straßenverkehr nirgendwo in kommerzieller Form im Einsatz.

Quelle: Jutarnji list, Zagreb