Unter fünf Prozent: Straßen in Belgrad mit Frauennamen

9.3.2026

In der serbischen Hauptstadt tragen weniger als fünf Prozent der Straßen den Namen einer Frau, während über die Hälfte nach Männern benannt ist. Dies zeigt, dass der Beitrag von Frauen in der Geschichte im öffentlichen Raum weiterhin nicht ausreichend sichtbar sei, betont der Beauftragte für Gleichstellung, Milan Antonijević. Eine Analyse des Büros des Beauftragten aus dem Jahr 2019 ergab, dass 50,19 Prozent der Belgrader Straßen nach Männern benannt sind, während nur 4,48 Prozent nach Frauen benannt sind. "Dieses Verhältnis sagt nicht nur etwas über die Stadtplanung aus, sondern auch über die Erinnerungskultur. Beim Spaziergang durch die Stadt könnte leicht der falsche Eindruck entstehen, dass nur Männer diese Gesellschaft aufgebaut hätten – und das stimmt einfach nicht", erklärte der Beauftragte. Das Büro des Beauftragten hatte bereits 2019 den Belgrader Gemeinderat aufgefordert, bei der Benennung neuer Straßen verstärkt auf bedeutende Frauen der serbischen Geschichte zu achten. Inzwischen gab es einige Änderungen, doch das Verhältnis spiegele nach wie vor nicht den tatsächlichen Beitrag von Frauen in der Gesellschaft wider, so Antonijević.​

Quelle: Danas, Belgrad