Korruption kostet Belgrad jährlich Millionen
2.7.2026
Die Belgrader Nichtregierungsorganisation Zentrum für Lokalverwaltung (CLS) präsentierte Anfang Juli 2026 eine Publikation zur Korruption in der serbischen Hauptstadt. Das "Weiße Buch der Korruption in Belgrad" dokumentiert zahlreiche Projekte und Vorhaben, bei denen der Verdacht auf korruptes Verhalten besteht. Die Untersuchung konzentriert sich auf den Zeitraum von 2023 bis 2026. Die Publikation fasst Informationen zusammen, die vom CLS recherchiert wurden und enthält darüber hinaus Analysen von Partner*innenorganisationen zu verdächtigen Geschäftspraktiken sowie zu Vorhaben mit potenziell nachteiligen Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen der Stadt Belgrad. Nach Angaben des CLS entgehen der Stadt durch intransparente und von Begünstigung geprägte Vereinbarungen jährlich durchschnittlich rund 145 Millionen Euro. Auffällig sei zudem die geringe Zahl an Angeboten bei öffentlichen Ausschreibungen der Stadt Belgrad. Mit durchschnittlich lediglich 1,2 Angebotseinreichungen pro Verfahren bestehe der Verdacht, dass Ausschreibungen im Vorfeld abgesprochen oder lediglich zum Schein durchgeführt würden. Dem CLS zufolge entfällt der Großteil der öffentlichen Aufträge auf rund 40 bevorzugte Bieter*innen.