Pferderennbahn‑Affäre belastet Stadtpolitik in Zagreb
3.4.2026
Die sogenannte "Affäre Pferderennbahn" entwickelt sich zu einem der schwerwiegendsten Korruptionsfälle im Umfeld der Zagreber Stadtverwaltung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen durch fingierte Abrechnungen für Sicherheitsdienstleistungen auf dem Gelände der Pferderennbahn rund 1,8 Millionen Euro aus der städtischen Einrichtung zur Verwaltung der Sportstätten (USO) abgezweigt worden sein. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der ehemalige USO-Direktor Kosta Kostanjević, dem vorgeworfen wird, in Absprache mit den Eigentümer*innen der Sicherheitsfirma Eurolex fiktive Rechnungen genehmigt zu haben. Den Ermittlungen zufolge sollen rund 450.000 Euro direkt an Kostanjević geflossen sein, während etwa 1,35 Millionen Euro bei der Sicherheitsfirma geblieben sein sollen Die Geschäftsführung hat sich bereits schuldig bekannt. Zusätzlich wird dem Vorsitzenden des USO-Verwaltungsrats, Goran Đulić (M – Wir können's!), vorgeworfen, Kostanjevićs Nachfolgerin, Jagoda Bončina Franjković, angewiesen zu haben, Belastungszeug*innen innerhalb der städtischen Einrichtung zu schikanieren und zu degradieren. Auch sie hat ein Schuldbekenntnis abgelegt. Da Zagrebs Bürgermeister Tomislav Tomašević (M) das Verfahren als politisch motiviert einstuft, hat die Stadt davon abgesehen, einen Schadenersatzantrag zu stellen. Dies hat zur Folge, dass die 1,35 Millionen Euro, welche die Sicherheitsfirma im Zuge ihres Schuldbekenntnisses zurückzahlen muss, nicht in das Stadtbudget, sondern in den Staatshaushalt fließen werden. Die Stadt beabsichtigt nun, diese Summe in einem Zivilverfahren vom Staat zurückzufordern – ein Vorgehen, das mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist und dessen Erfolg ungewiss bleibt. Kritiker*innen werfen dem Bürgermeister vor, aus politischen Gründen auf den Schadenersatzantrag verzichtet zu haben, da eine solche Klage indirekt ein Eingeständnis bedeuten würde, dass auch seine Partei in die fragwürdigen Vorgänge verwickelt ist.