Richter*innenwahl blockiert – kroatisches Verfassungsgericht droht Unterbesetzung
8.4.2026
In Kroatien spitzt sich der politische Konflikt um die Besetzung des Verfassungsgerichts zu. Am 12. April enden die verlängerten Mandate von drei Richter*innen, ohne dass das Parlament Nachfolger*innen gewählt hat. Sollte es kurzfristig keine Einigung geben, wird das Gericht vorübergehend nur noch aus zehn statt der vorgesehenen 13 Richter*innen bestehen. Hintergrund ist ein festgefahrener Streit zwischen der konservativen Regierungspartei "Kroatische Demokratische Gemeinschaft" (HDZ) und der links-liberalen Opposition. Während die HDZ fordert, dass die Zusammensetzung des Gerichts die aktuellen Mehrheitsverhältnisse im Parlament widerspiegelt, lehnen Opposition und Verfassungsrechtler*innen diese Politisierung ab. Die Blockade hat konkrete Folgen: Für wichtige Entscheidungen benötigt das Gericht eine Mehrheit von sieben Stimmen. Mit nur zehn Richter*innen könnte es schwieriger werden, Beschlüsse zu fassen oder Gremien ordnungsgemäß zu besetzen. Eine kurzfristig einberufene Sitzung des zuständigen Parlamentsausschusses am 9. April 2026 gilt als letzte Chance für eine Einigung. Bleibt diese aus, droht dem Verfassungsgericht eine Phase eingeschränkter Handlungsfähigkeit mit potenziellen Auswirkungen auf zentrale rechtliche und politische Fragen im Land.