Gemeinsam für mehr Tierschutz: Zagreb und Wien im Dialog

8.9.2026

Vom 8. bis 9. September 2026 besuchte eine sechsköpfige Delegation aus Zagreb, angeführt vom Abteilungsleiter für Tierschutz und Tiermedizin der Stadt Zagreb sowie dem Leiter des Zagreber Zoos, Wien zu einem Fachaustausch über Tierschutz und Wildtiermanagement.

Der über den City-to-City Exchange der European Urban Initiative (EUI) finanzierte Besuch begann mit einem Austausch bei der Tierschutzombudsstelle der Stadt Wien. Seit 2005 klärt die Stelle die Bevölkerung zu Tierschutz und -haltung auf und wirkt in behördlichen Verfahren mit. Auf großes Interesse stieß das Wiener Streunerkatzen-Projekt, in dessen Rahmen wildlebende Streunerkatzen eingefangen, tierärztlich versorgt, kastriert, gekennzeichnet und anschließend wieder in ihrem angestammten Revier freigelassen werden. Auch der Umgang mit schlecht gehaltenen Tieren wurde besprochen.

Im Anschluss folgte ein Besuch im Papageienschutzzentrum. Der Verein kümmert sich um Papageien und deren artgerechte Haltung – eine Einrichtung, die es in Zagreb bislang nicht gibt, was zu regem fachlichem Austausch führte.

Am Nachmittag stand der Tierfriedhof Wien auf dem Programm. Seit 2019 verfügt auch Zagreb über einen Tierfriedhof, der unter anderem nach Wiener Vorbild konzipiert wurde. Im Mittelpunkt standen Fragen der Organisation und Grabgestaltung, insbesondere zu den neu gestalteten Naturgräbern.

Wildtiermanagement und Tierheimarbeit im Vergleich

Der zweite Tag begann mit dem Besuch des Wildtierservice Wien der Abteilung Forst- und Landwirtschaftsbetrieb (MA 49). Nach einem Überblick über Aufgabenbereiche, Jagdgebiete und die Entstehung der Institution führte ein Rundgang über das Gelände, unter anderem zur Fledermausstation und zur Station für Kleintiere wie Igel, Eichhörnchen und Siebenschläfer, die dort ihren Bedürfnissen entsprechend gepflegt und aufgezogen werden. Ein Fokus lag auch auf dem erfolgreichen Taubenmanagement der Stadt Wien. Im vergangenen Jahr wurden 1.500 Taubeneier durch Plastikeier ersetzt – eine wichtige Maßnahme zur Regulierung der Taubenpopulation.

Am Nachmittag folgte ein Besuch im TierQuarTier Wien, bei dem die Situation in Wien und Zagreb verglichen wurde. Bei streunenden Hunden verzeichnet Zagreb einen großen Erfolg: Seit rund zehn Jahren gibt es dort keine besitzlosen Hunde mehr im Stadtgebiet. Ähnlich wie in Wien führen die verschärften Vorschriften für sogenannte Listenhunde jedoch dazu, dass vermehrt schwer vermittelbare Hunde im Tierheim landen.

Beide Städte bekräftigten den Wunsch nach weiterem fachlichem Austausch zum Thema Tierschutz.

Weitere Informationen

Wildtiermanagement: Zagreb lernt von Wien
Tierschutzombudsstelle Wien – Stadt Wien
Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz
Tierfriedhof Wien – Stadt Wien
TierQuarTier Wien – Stadt Wien
City-to-City Exchanges – European Urban Initiative