Delegation aus Sofia und Budapest

Modernisierung historischer Bäder: Sofia und Budapest profitieren vom Wiener Know-how

5.10.2026

Wie lassen sich historische öffentliche Bäder und Thermalbäder effizient verwalten und gleichzeitig ihre sozialen Funktionen, den Denkmalschutz, den öffentlichen Zugang und die langfristige Wirtschaftlichkeit sicherstellen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Delegation aus Sofia und Budapest, die vom 5. bis 7. Oktober 2026 Wien besuchte. Neben Fachgesprächen mit Wiener Expert*innen standen auch Besichtigungen von drei städtischen Bädern und der Therme Wien auf dem Programm.

Der über den City-to-City Exchange der European Urban Initiative (EUI) finanzierte Besuch startete am 5. Oktober mit einem Fachaustausch mit Expert*innen der Abteilung Bäder (MA 44) im städtischen Amalienbad. Thematisch lag der Schwerpunkt auf Energieeffizienz. Die Wiener Bäder setzen seit vielen Jahren auf Energy Performance Contracting (EPC). Dabei werden Energiesparmaßnahmen von externen Partner*innen vorfinanziert und über die erzielten Einsparungen refinanziert. Umgesetzt wurden unter anderem moderne Wasseraufbereitung, Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen und energetische Gebäudesanierungen. Zuletzt wurde das aktuelle Bäderbauprogramm 2030 und die anstehende Entwicklung der Bäderstrategie 2040 thematisiert. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft.

Bei der Besichtigung des Kombibads in der Großfeldsiedlung und des Hallenbads Floridsdorf am nächsten Tag erhielt die Delegation unter anderem Einblicke in die Photovoltaikanlagen, Saunabereiche und die technischen Anlagen im Keller.

Therme Wien setzt auf moderne Technik

Am dritten Delegationstag stand ein Besuch der Therme Wien auf dem Programm, bei dem sich die Expert*innen aus Sofia und Budapest über die Modernisierung der Anlage informierten Der Betrieb der bestehenden Anlage wurde während der Errichtung der neuen Therme weitgehend aufrechterhalten. Nach Fertigstellung wurden Teile des Altbestands abgetragen oder in den Neubau integriert. Es entstanden rund 4.000 Quadratmeter Wasserfläche, ein etwa 3.000 Quadratmeter großer Saunabereich sowie ein Gesundheitszentrum mit rund 6.000 Quadratmeter Nutzfläche. Die Architektur orientiert sich dabei an einem natürlichen Bachlauf, entlang dessen die Funktionsbereiche angeordnet sind.

Umfassend erneuert wurden die Wasseraufbereitung, Heizungs- und Lüftungstechnik sowie die Energieversorgung. Eine moderne Gebäudeleittechnik ermöglicht die effizientere Steuerung der technischen Anlagen. Auch das Angebot wurde modernisiert und mit Familien-, Wellness-, Erholungs- und Sportbereichen stärker auf unterschiedliche Bedürfnisse ausgerichtet. Ergänzt wird das Angebot durch Gastronomie, Serviceeinrichtungen sowie medizinische und therapeutische Leistungen. Eine moderne digitale Buchungs- und Informationsinfrastruktur erleichtert zudem den Zugang und die Orientierung für die Gäst*innen.

Mit zahlreichen praktischen Einblicken in Organisation, Finanzierung, Modernisierung und Betrieb vermittelte Wien den Delegationen aus Sofia und Budapest umfassendes Know-how für den Umgang mit historischen Bäderstandorten. Besonders die Kombination von öffentlicher Verantwortung, wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und technischen Innovationen bot konkrete Ansätze. Der Austausch schafft damit eine Grundlage für weiteren Wissenstransfer.

Weitere Informationen

Abteilung Bäder (MA 44) – Stadt Wien
Bäder-Bauprogramm 2030 – Stadt Wien
Geschichte der Bäder in Wien – Stadt Wien
Therme Wien
Neue Strategie für Thermalbäder nach Wiener Vorbild in Sofia