Digitalisierung im Fokus: Austausch zwischen Krakau und Wien
19.10.2026
Digitalisierung ist schnelllebig – umso wichtiger ist der Austausch bewährter Ansätze. Daher besuchte eine sechsköpfige Delegation aus Krakau, bestehend aus Vertreter*innen des IT-Servicezentrums und der städtischen Einrichtung für öffentlichen Verkehr (ZTP), vom 19. bis 22. Oktober 2026 die Stadt Wien. Der von der European Urban Initiative (EUI) finanzierte City-to-City-Exchange knüpfte an den Besuch von Vizebürgermeisterin Barbara Novak im Oktober 2025 in Krakau sowie an die European Cities Conference (ECC) zum Thema Digitalisierung an.
Um alle Teilnehmer*innen des Fachaustauschs auf denselben Wissensstand zu bringen, präsentierten beide Städte zu Beginn den aktuellen Stand ihrer Digitalisierung. Anschließend wurden die Ansätze beider Städte verglichen sowie zentrale Herausforderungen und relevante Aspekte ausgelotet, die in den folgenden Tagen vertieft werden sollten.
Best-Practice-Austausch zur Stärkung der Cyberresilienz
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Cybersicherheit. Fachleute der Magistratsdirektion – Geschäftsbereich Organisation und Sicherheit (MD-OS) sowie der Abteilung Wien Digital (MA 01) tauschten sich mit der Krakauer Delegation über organisatorische Ansätze zur IT-Sicherheit und den Umgang mit Sicherheitsvorfällen aus. Dabei wurden auch die Auswirkungen der EU-Richtlinie zur Sicherheit von Netz- und Informationssystemen (NIS2) diskutiert. Anhand von Praxisbeispielen erörterten beide Städte die daraus gewonnenen Erkenntnisse sowie mögliche Maßnahmen zur weiteren Stärkung der Cybersicherheit.
Daten als Grundlage für eine zukunftsfähige Stadt
Den dritten Tag des Besuchs eröffnete ein Austausch zu Data Governance, also zu Richtlinien und Werkzeugen für die Verwaltung von Daten. Hierzu brachten Vertreter der MA 01 sowie der MD-OS ihre Expertise aus den Bereichen Datenmanagement und IKT-Strategie ein. Anschließend wurde über Risiken, Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung diskutiert. Zum Abschluss analysierten die Teilnehmenden die geplante Datenarchitektur Krakaus und entwickelten Empfehlungen für Modelle städtischer Datenverwaltung.
Digitale Zwillinge und intelligente Mobilität prägten den letzten Besuchstag. Ein Experte der Abteilung Stadtvermessung (MA 41) zeigte, wie digitale Abbilder der Stadt die Planung von Bauvorhaben, Verkehrswegen und Grünflächen unterstützen. Ein Vertreter der Abteilung Baupolizei (MA 37) stellte das Projekt BRISE zur Vereinfachung und Beschleunigung von Baueinreichungen und Genehmigungsverfahren vor. Anschließend tauschten sich die Teilnehmenden mit Vertretern der Wiener Linien und dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) über Verkehrsprognosen und die Nutzung aktueller Verkehrsdaten aus.
Weitere Informationen
City-to-City Exchanges – European Urban Initiative (Englisch)
NIS2-Richtlinie – Europäische Kommission
Digitale Agenda 2030 – Stadt Wien
ECC "Digitalisierung – sicher & souverän"
Wien und Krakau im Austausch über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz
