Im Streit um die Abberufung des ehemaligen Direktors des Prager Magistrats, Martin Kubelka, zeichnet sich eine überraschende Wende ab. Nach der ersten Gerichtsverhandlung vor dem Bezirksgericht Prag 1 einigten sich beide Seiten darauf, eine außergerichtliche Lösung im Rahmen einer Mediation anzustreben. Das Verfahren wurde auf Mitte Juni vertagt, bis dahin soll geprüft werden, ob eine Einigung erzielt werden kann. Kubelka war im März vergangenen Jahres von Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda (ODS - Bürgerdemokratische Partei) seines Amtes enthoben worden. Zu den Hauptgründen zählten unter anderem hohe Sondervergütungen für seine Assistentin sowie die umstrittene Vergabe von VIP-Parkausweisen. Kubelka bestritt die Rechtmäßigkeit seiner Entlassung und reichte im Mai Klage ein. Die Polizei hatte zuvor keinen strafrechtlichen Verstoß im Zusammenhang mit der Vergabe der Parkausweise festgestellt. Im Gerichtssaal kam es nun nicht zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung, sondern auf Anregung des Richters zu einer Verständigung über ein Mediationsverfahren. Ziel ist es, einen langwierigen und kostspieligen Prozess zu vermeiden. Denkbar ist eine finanzielle Entschädigung, ohne dass die Stadt ihre ursprüngliche Entscheidung formell in Frage stellt. Die Mediation wird von einer erfahrenen Anwältin geleitet und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Sollte eine Einigung zustande kommen, wird sie vom Gericht bestätigt. Bis dahin bleibt offen, ob der Konflikt politisch wie juristisch endgültig beigelegt werden kann.
Die jüngsten Taxi-Kontrollen der Prager Verkehrsbehörde brachten zahlreiche Verstöße ans Licht. 2025 wurden 1.470 Transportunternehmen und Fahrer*innen überprüft. In 314 Fällen fanden die Inspektor*innen Verstöße gegen das Straßenverkehrsgesetz – also bei etwa jedem*jeder Fünften. Kontrolliert wurden sowohl klassische Taxis als auch App-Vermittlungen. Häufig fehlten Genehmigungen, es saß nicht der*die bestellte Fahrer*in am Steuer oder Fahrzeuge und Unterlagen waren nicht korrekt registriert. Mehrfach fehlten gültige Fahrerlaubnisse. Zudem entdeckten die Behörden gefälschte Dokumente wie manipulierte Führerscheine oder falsche Strafregisterauszüge. Seit September 2024 wurden 46 Fälle an die Ausländer*innenpolizei gemeldet, die daraufhin Aufenthaltstitel entzog. Zwischen Jänner und Oktober 2025 verhängte die Polizei 157 Bußgelder und registrierte 491 Verstöße. Besonders problematisch waren Vertragstransporte wie Hoteltaxis: Von 49 Kontrollen wiesen 35 Mängel auf, oft wegen überhöhter Preise. Der Flughafen bleibt daher Schwerpunkt der Kontrollen. Auch Sprachprobleme und mangelnde Ortskenntnisse führen laut Behörden zu gefährlichen Situationen, da viele Fahrer*innen sich ausschließlich aufs Navi verlassen. Trotz leichter Verbesserungen bleibt der Prager Taximarkt stark problembehaftet.
Im Prager zoologischen Garten wurde bei mehreren Wasservögeln die Vogelgrippe diagnostiziert. Die staatliche Veterinärbehörde stellte die Infektion fest, nachdem der Zoo den schrittweisen Tod mehrerer Tiere in einzelnen Gehegen gemeldet hatte. Parallel dazu wurde das Virus auch bei einer wild lebenden Möwe am Prager Moldauufer nachgewiesen. Der Zoo reagierte umgehend mit außerordentlichen Maßnahmen. Die betroffenen Vögel wurden aus offenen Außenanlagen in gesicherte Innenräume gebracht, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Für Besucher*innen vorübergehend geschlossen sind unter anderem die Durchgangsvoliere und zwei andere Pavillons. Andere Bereiche bleiben weiterhin zugänglich. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde besteht für die Bevölkerung und die Zoobesucher*innen kein erhöhtes Risiko. Mitarbeitende, die mit betroffenen Vögeln in Berührung kamen, stehen vorsorglich unter ärztlicher Beobachtung. Die Veterinärbehörde kündigte an, von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch zu machen, die Tiere im Seuchenherd nicht pauschal zu töten. Am selben Tag wurde zudem der erste diesjährige Ausbruch der Vogelgrippe in einem kommerziellen Großbetrieb in Tschechien bestätigt.
Die tschechische Hauptstadt hat ihre Kohlendioxid-Emissionen zwischen 2010 und 2024 um nahezu ein Drittel reduziert und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz gemacht. Nach Angaben der stellvertretenden Oberbürgermeisterin Jana Komrsková (Piratenpartei) sanken die Gesamtemissionen in diesem Zeitraum von 8,85 auf 6,22 Millionen Tonnen, obwohl die Einwohner*innenzahl deutlich wuchs. Maßgeblich zu diesem Rückgang beigetragen haben der Energiesektor und andere Quellen, insbesondere die Wärme- und Stromerzeugung, sowie der Energieverbrauch in Gebäuden. Deutlich schwieriger gestaltet sich hingegen die Emissionsminderung im Verkehrsbereich. Vor allem der private Autoverkehr konnte bislang nicht nachhaltig reduziert werden und verzeichnete zuletzt sogar einen leichten Anstieg. Im Jahr 2024 lagen die Emissionen des Individualverkehrs um rund 0,4 Prozent höher als 2010. Der Monitoringbericht zeigt zugleich, dass Energieverbrauch und CO₂-Fußabdruck der Stadt langfristig rückläufig sind. Nach einem pandemiebedingten Zwischenanstieg im Jahr 2022 setzte sich in den Jahren 2023 und 2024 wieder ein sinkender Trend durch. Grundlage der Maßnahmen ist der Prager Klimaplan aus dem Jahr 2021, der eine Emissionsminderung von 45 Prozent bis 2030 vorsieht. Langfristig strebt die Stadt an, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dafür müssten die Emissionen zunächst auf etwa 4,8 Millionen Tonnen sinken und anschließend schrittweise reduziert werden.
Die Stadt Prag baut ihr Netz an sogenannten Re-Use Points weiter aus und setzt damit ein klares Zeichen für Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft. Anfang 2026 wurden zwei neue Wiederverwendungsstellen in den Stadtteilen Prag 3 und Prag 14 eröffnet. Damit stehen den Einwohner*innen der tschechischen Hauptstadt nun insgesamt zwölf Re-Use-Points auf städtischen Sammelhöfen zur Verfügung. An diesen Standorten können gut erhaltene Gegenstände kostenlos abgegeben und von anderen weiterverwendet werden. Das Angebot reicht von Geschirr und Haushaltswaren über kleinere Möbelstücke bis hin zu Büchern, Spielzeug oder Sportausrüstung. Das Konzept stößt in der Bevölkerung auf wachsende Akzeptanz, da es sowohl ökologische als auch soziale Vorteile bietet. Jeder weitergenutzte Gegenstand reduziert die Abfallmenge und schont Ressourcen, während Haushalte zugleich Geld sparen können. Die Stadt sieht in den Re-Use-Points auch ein Instrument zur Stärkung nachbarschaftlicher Solidarität.
Prag hat seine Qualitätsstandards für U-Bahn-Wagen aktualisiert und damit die Grundlage für eine umfassende Modernisierung des U-Bahnnetzes geschaffen. Künftig müssen neu angeschaffte Züge entweder fahrerlos betrieben werden können oder mit ausfahrbaren Plattformen ausgestattet sein, die den Spalt zwischen Bahnsteig und Zug überbrücken. Die Standards wurden vom Gemeinderat verabschiedet und vom Organisator des öffentlichen Verkehrs ROPID ausgearbeitet. Das Dokument unterscheidet zwischen neu beschafften, modernisierten und künftig nicht mehr umgebauten Fahrzeugen. Neue Züge sollen neben automatischem Betrieb auch einen höheren Komfort bieten, darunter gepolsterte Sitze, Edelstahl-Haltestangen, moderne Informationssysteme mit Online-Daten sowie Videoüberwachung. Vorgesehen ist außerdem Technik zur automatischen Fahrgastzählung, die eine genauere Steuerung des Betriebs ermöglichen soll. Parallel arbeitet ROPID an weiteren Standards für U-Bahn-Stationen, um Informations- und Zugangssysteme zu vereinheitlichen und die Orientierung für sehbehinderte Menschen zu verbessern. Die neuen Anforderungen stehen im Zusammenhang mit der geplanten Beschaffung von 52 automatischen Zügen für die Linien C und D. Der Auftragswert wird, einschließlich der Wartung für 35 Jahre, auf 3,4 Milliarden Euro geschätzt. Aufgrund von Verzögerungen beim Bau der Linie D sollen die ersten Fahrzeuge zunächst auf der Linie C eingesetzt werden. Nach Angaben des Verkehrsstadtrates Jaromír Beránek (Piratenpartei) wird die Lieferung der ersten Züge zwischen 2030 und 2031 erwartet.
Im Foyer des Rathauses des 4. Prager Bezirks wurde eine Ausstellung zur fertiggestellten Dvorecký-Brücke eröffnet, die künftig die Stadtteile Prag 4 und Prag 5 verbinden wird. Die Ausstellung ist bis Ende März zu sehen und präsentiert ein Modell der Brücke, Skulpturen sowie zahlreiche Artefakte aus dem Entstehungsprozess. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den geplanten Beleuchtungselementen und der künstlerischen Lampeninstallation, die den öffentlichen Raum rund um das Bauwerk prägen sollen. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Team des Künstlers Krištof Kintera. Gezeigt werden unter anderem Entwürfe, Arbeitsmodelle, Skizzen und audiovisuelle Inhalte, die den Bau und die Gestaltung der Brücke dokumentieren. Die geplante Lichtinstallation "Light Removes Darkness" soll auf dem Vorplatz der Brücke entstehen und Laternen aus rund 80 Ländern vereinen, darunter auch Leuchten aus Wien. Die Brücke selbst gilt als eines der wichtigsten aktuellen Infrastrukturprojekte der Stadt. Der Eintritt zur Ausstellung, die werktags geöffnet ist, ist frei.
Am Sonntagnachmittag, dem 1. Februar 2026, versammelten sich in Prag rund 90.000 Menschen, um ihre Solidarität für Staatspräsident Petr Pavel (parteilos) zu zeigen. Der Altstädter Ring und der untere Wenzelsplatz waren restlos gefüllt. Pavel dankte den Teilnehmer*innen und betonte die Fähigkeit der tschechischen Zivilgesellschaft, sich klar für demokratische Werte einzusetzen. Die Demonstrierenden forderten unter anderem den Rücktritt von Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě) sowie den Schutz unabhängiger öffentlich‑rechtlicher Medien. Hintergrund ist ein eskalierender Konflikt zwischen Präsident Pavel und Außenminister Macinka: Pavel hatte Textnachrichten veröffentlicht, in denen Macinka auf die Ernennung von Filip Turek (parteilos) zum Umweltminister drängt, was Pavel als unzulässigen Druck und Erpressung wertete. Organisiert wurde die Kundgebung von der Organisation Milion chvilek pro demokracii (Eine Million Augenblicke für die Demokratie) unter dem Motto "Wir stehen hinter dem Staatspräsidenten". Expert*innen bemängeln die fehlende Unparteilichkeit der Initiative: 2021 protestierten sie gegen den damaligen Präsident Miloš Zeman (parteilos) und unterstützten Jan Lipavský (damals Piratenpartei). Nun demonstrierten Oppositionelle für Pavel, der laut Kritiker*innen als politisch nicht neutral wahrgenommen werde.
Nach mehr als 250 Jahren endet in Tschechien die Förderung von Steinkohle. Mit der Schließung des Bergwerks ČSM bei Karviná wurde am 31. Jänner 2026 das letzte aktive Steinkohlenrevier des Landes geschlossen. Einst galt die Kohle als schwarzes Gold und bildete das Rückgrat der tschechoslowakischen Industrialisierung, aus der ganze Städte und Verkehrsnetze hervorgingen. Seit 1990 ist die Jahresförderung jedoch von hunderten Millionen Tonnen auf ein Minimum gesunken. Ausschlaggebend für das Ende sind erschöpfte Lagerstätten, hohe Kosten des Tiefbaus in mehreren hundert Metern Tiefe sowie die sinkende Wirtschaftlichkeit. Hinzu kommt die europäische Klima- und Energiepolitik, die den Einsatz fossiler Brennstoffe zunehmend verdrängt. In Tschechien selbst gibt es kaum noch Abnehmer*innen, der Großteil der zuletzt geförderten Kohle ging in den Export. Die Entscheidung zur Beendigung der Förderung traf der staatliche Betreiber bereits Ende 2022.
Die Prager Stadtverwaltung hat die sogenannten Oldtimer, mit denen Tourist*innen durch das historische Zentrum gefahren werden, systematisch überprüft. Bei allen zehn im vergangenen Jahr durchgeführten Kontrollen stellten die Behörden Gesetzesverstöße fest. Nach Auffassung der Stadt und auf Grundlage aktueller höchstrichterlicher Entscheidungen handele es sich bei diesen Fahrten um eine Form der gewerblichen Personenbeförderung und damit um Taxis. Die Anbieter*innen erfüllten jedoch zentrale gesetzliche Anforderungen nicht, darunter fehlende Genehmigungen für den gewerblichen Personentransport. Einige Betreiber*innen versuchten, die Kontrollen zu umgehen, indem sie ihre Tätigkeit als Vereinsaktivität darstellten und die Zahlungen der Fahrgäst*innen als Mitgliedsbeiträge deklarierten. Diese Argumentation wurde von den Behörden und Gerichten zurückgewiesen. Die festgestellten Verstöße wurden in Ordnungswidrigkeitsverfahren überführt, weitere Schwerpunktkontrollen sind auch für dieses Jahr angekündigt. Bereits in der Vergangenheit verhängte die Stadt gegen einen Betreiber eine Geldbuße von 8.000 Euro. Die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens wurde durch mehrere Instanzen bis hin zum Verfassungsgericht bestätigt. Künftig sollen für die Oldtimer dieselben strengeren Umweltauflagen gelten wie für reguläre Taxis.
Der Rettungsdienst der Hauptstadt Prag (ZZS) hat seinen Fuhrpark um ein neues Evakuierungsfahrzeug mit dem Namen EVA erweitert. Das Spezialfahrzeug ist für Einsätze mit einer größeren Anzahl gefährdeter Personen vorgesehen, etwa bei Bränden, Rauchentwicklung, Chemieunfällen, oder Evakuierungen von Pflegeeinrichtungen. EVA dient dabei sowohl der Erstversorgung als auch der vorübergehenden Unterbringung und dem Transport von Patient*innen in Krankenhäuser. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf 285.000 Euro. Mit einer Kapazität von, bis zu zwölf sitzenden, oder drei liegenden Patient*innen ermöglicht das Fahrzeug flexible Einsatzszenarien, einschließlich der sicheren Mitnahme von Personen im Rollstuhl. Dank seiner kompakten Abmessungen ist EVA besonders gut für dicht bebaute Stadtteile, Wohnsiedlungen und das historische Zentrum geeignet. Die technische Ausstattung erlaubt medizinische Basisuntersuchungen, sowie Sauerstoff- und Infusionstherapien für mehrere Patient*innen gleichzeitig. Zusätzlich ist der Innenraum klimatisiert, beheizt und für längere Einsätze autark nutzbar.
Ab August 2027 dürfen in Prag nur noch Taxis unterwegs sein, die mindestens die Abgasnorm Euro 6d erfüllen. Die entsprechende Verordnung wurde vom Prager Stadtparlament beschlossen und betrifft Fahrzeuge, die ab dem 1. Jänner 2021 erstmals zugelassen wurden. Hintergrund ist der massive Anstieg der Anzahl von Taxifahrzeugen in der Hauptstadt, die sich innerhalb weniger Jahre von rund 2.000 auf mehr als 16.000 erhöht hat. Gleichzeitig ist das durchschnittliche Alter der Fahrzeuge deutlich gestiegen, was sich spürbar auf die Emissionen auswirkt. Die ursprünglich geplante zweite Stufe der Regulierung, wonach ab 2030 ausschließlich Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge als Taxis zugelassen werden sollten, fand jedoch keine politische Mehrheit. Vor allem Vertreter*innen der Koalition Spolu (Zusammen), sowie der Opposition äußerten Zweifel an der rechtzeitigen Verfügbarkeit einer ausreichenden Ladeinfrastruktur. Alternative Varianten mit späterem Starttermin, oder einer Einbeziehung von Hybridfahrzeugen scheiterten in der Abstimmung. Die Stadt argumentiert, dass gerade Taxis aufgrund ihrer hohen täglichen Fahrleistung einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Luftbelastung leisten.
Am 22. Jänner startet in Prag die 18. europäische Bildungsmesse Gaudeamus Praha, die sich an Schülerinnen sowie an Interessierte an postsekundärer und lebenslanger Bildung richtet. Bis Donnerstag, den 24. Jänner, präsentieren sich in den Hallen des Prager Messegeländes im Stadtteil Letňany insgesamt 386 Universitäten, Hochschulen und weitere Bildungseinrichtungen. Das Angebot umfasst mehr als 7.500 Studiengänge aus dem In- und Ausland und deckt damit ein breites fachliches Spektrum ab. Zentrales Element der Messe sind Informationsveranstaltungen und Präsentationen, die täglich stattfinden und einen Überblick über Aufnahmebedingungen, Studienorganisation und Inhalte des akademischen Jahres 2026 bis 2027 geben. Ergänzt wird das Programm durch Beratungsangebote, die insbesondere Maturantinnen bei der Wahl ihres weiteren Bildungswegs unterstützen sollen. Auch Lehrkräfte und Studienberater*innen finden auf der Messe strukturierte Informationspakete sowie digitale Hilfsmittel zur Studienberatung. Der internationale Charakter der Veranstaltung zeigt sich in der Beteiligung von Bildungseinrichtungen aus 16 Ländern, darunter mehrere europäische Staaten sowie ausgewählte außereuropäische Hochschulstandorte. Mit ihrem Umfang und der thematischen Breite gilt die Messe als eine der wichtigsten Plattformen zur Studienorientierung in Mitteleuropa.
Der Rettungsdienst der Hauptstadt Prag blickt auf das arbeitsreichste Jahr seiner Geschichte zurück. Im Jahr 2025 gingen bei der Leitstelle mehr als 246.000 Notrufe ein. Das entspricht einem Anstieg von rund neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Daraus resultierten über 146.000 Einsätze, bei denen nahezu 142.000 Patient*innen medizinisch versorgt wurden - ein historischer Höchstwert. Besonders stark nahm die Anzahl der Fälle zu, die eine intensivmedizinische Betreuung erforderten. Rund 6.400 Menschen mussten auf Intensivstationen eingeliefert werden, etwa zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Als einer der Gründe gilt der Anstieg schwerer Vergiftungen durch psychoaktive Substanzen, die häufig von Tourist*innen konsumiert und in ihrer Wirkung unterschätzt werden. An mehreren Tagen im Jahresverlauf transportierten Rettungsteams jeweils mehr als 25 Patient*innen in kritischem Zustand in Krankenhäuser, was früher nur selten vorkam. Trotz dieser Belastung gelang es dem Rettungsdienst, auch bei lebensbedrohlichen Einsätzen die durchschnittliche Anfahrtszeit unter acht Minuten zu halten.
In Prag schreitet die großangelegte Begrünung zügig voran. Im vergangenen Jahr ließ die Stadt im Frühjahr und Herbst zusammen rund 230.000 neue Bäume pflanzen. Für dieses Jahr sind weitere etwa 207.000 Pflanzungen vorgesehen, womit ein zentrales Umweltziel der Stadt näher rückt. Noch im laufenden Jahr soll die symbolische Marke von einer Million neu gepflanzter Bäume überschritten werden, ein Ziel der Stadtregierung für ihre aktuelle Legislaturperiode. Der Schwerpunkt lag vor allem in den Randlagen der Stadt, wo neue Waldflächen entstehen oder bestehende Areale verdichtet werden. Gepflanzt wurden mehr als zehn heimische und klimaresistente Baumarten, darunter Eichen, Linden, Ahorne und Kiefern. Die Umsetzung erfolgt langfristig in Zusammenarbeit mit der städtischen Organisation "Wälder der Hauptstadt Prag".
Der
Abgeordnete des tschechischen Parlaments Filip Turek (Motoristé) ist am 12.
Jänner 2026 zum Regierungsbeauftragten für den Green Deal und Klimapolitik
ernannt worden. Nach Angaben des Parteivorsitzenden Petr Macinka soll Turek
künftig die klimapolitische Abstimmung zwischen den Ressorts koordinieren und
Tschechien bei ausgewählten EU-Sitzungen sowie informellen internationalen
Treffen vertreten. Turek gilt als scharfer Kritiker des europäischen Green
Deals und ist eine polarisierende Figur, die wiederholt durch Provokationen und
kontroverse Äußerungen in sozialen Medien Aufmerksamkeit erregt hat.
Ursprünglich war er für das Amt des Umweltministers vorgesehen, doch
Staatspräsident Petr Pavel (parteilos) verweigerte seine Ernennung.
Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO-JA) erklärte, er sehe keinen Anlass, die
Debatte weiter zu vertiefen. Denn die
Regierung arbeite stabil, ein Koalitionskonflikt sei nicht zu erwarten.
Die Stadt Prag führt für Besitzer*innen von Elektroautos eine neue pauschale Parkberechtigung ein. Künftig sollen Fahrer*innen von Elektro- und Wasserstofffahrzeugen um circa 1.000 Euro pro Jahr in allen gebührenpflichtigen Parkzonen der Metropole ihre Autos abstellen können. Der Gemeinderat hat die Regelung beschlossen, in Kraft treten soll sie ab dem 1. März. Hintergrund ist das Ende des kostenlosen Parkens für Elektroautos, das zum Jahreswechsel ausgelaufen ist. Die neue Pauschale ist aber auch mit einer rechtlichen Kontroverse verbunden, weil sie ausschließlich Prager*innen und in Prag registrierten Unternehmen offensteht. Diese Einschränkung gilt innerhalb der Stadtverwaltung als rechtlich sensibel, wurde aber als politischer Kompromiss akzeptiert. Kontrovers ist auch die Tatsache, dass Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor keine ähnliche stadtweite Parkberechtigung zur Verfügung steht.
In Prag hat der siebte Jahrgang des Innovationsmarathons "Nakopni Prahu" (Starte Prag) begonnen, der konkrete Lösungen für städtische Herausforderungen liefern soll. Der Wettbewerb richtet sich vor allem an Studierende, junge Innovator*innen sowie engagierte Bürger*innen, die ihre Ideen aktiv in die Entwicklung der Metropole einbringen möchten. Das Format orientiert sich an internationalen Hackathons und zielt darauf ab, technologische und innovative Projekte mit praktischem Nutzen für den urbanen Alltag zu identifizieren und umzusetzen. Teilnehmen können Teams aus zwei bis vier Personen, die sich bis Anfang März registrieren. Auch in diesem Jahr erhalten die drei besten Projekte fachliche Begleitung sowie finanzielle Unterstützung für die Umsetzung. Inhaltlich konzentriert sich der Wettbewerb auf drei Themenfelder: Mobilität und öffentlicher Raum, Umwelt sowie Energie und Gebäude. Gesucht werden Ansätze für nachhaltige Fortbewegung, klimaresiliente Stadtentwicklung, Kreislaufwirtschaft sowie energieeffiziente und intelligente Gebäude. Organisiert wird der Wettbewerb von der städtischen Innovationsgesellschaft Operátor ICT, die das Projekt im Auftrag der Stadt koordiniert. Im vergangenen Jahr beteiligten sich mehr als fünfzig Teams mit über hundert Teilnehmer*innen.
In Prag sorgt der laufende Austausch der Straßenbeleuchtung für wachsenden Widerstand in der Bevölkerung. Alte Natriumdampflampen werden schrittweise durch LED-Leuchten mit weißem Licht ersetzt, was in vielen Gebieten zu deutlich helleren Nächten geführt hat. Innerhalb weniger Tage unterzeichneten mehr als fünftausend Menschen eine Petition, die vor gesundheitlichen Risiken und Lichtverschmutzung warnt. Unterstützung kommt aus der Wissenschaft, insbesondere aus der Chronobiologie und Umweltforschung. Kritiker*innen sehen den hohen Blauanteil des weißen Lichts als problematisch für den Schlafrhythmus. Die Stadtverwaltung hält dennoch an der Umsetzung fest und verweist auf geltende technische Normen sowie auf energie- und klimapolitische Ziele. Nach Angaben der zuständigen städtischen Gesellschaft sind bisher rund zwölf Prozent der insgesamt etwa 138.000 Leuchten ausgetauscht worden. Die neuen LED-Systeme sollen eine gezieltere Ausleuchtung und eine nächtliche Dimmung der Lichtintensität möglich machen. Zudem verspricht sich die Stadt Energieeinsparungen von 30 bis 40 Prozent in Höhe von etwa vier Millionen Euro. Kritiker*innen bezweifeln, dass das die negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Natur aufwiegen könne. Der Gemeinderat ist nun verpflichtet, sich mit der Petition zu befassen – eine grundsätzliche Kehrtwende zeichnet sich aber zurzeit nicht ab.
Die Stadt Prag will noch in diesem Jahr eine umfassende Machbarkeitsstudie zur Einführung einer Ringlinie im öffentlichen Verkehr in Auftrag geben. Untersucht werden soll eine tangentiale Verbindung, die mehrere Stadtteile außerhalb des Zentrums miteinander verbinden und das Umsteigen in der Innenstadt überflüssig machen könnte. Geprüft werden nun eine neue U-Bahn-Linie sowie eine mögliche Umsetzung als Straßenbahnring. Die Idee einer Ringlinie wird in der Stadtplanung bereits seit mehreren Jahren unter verschiedenen Bezeichnungen diskutiert. Nach aktuellen Planungen soll die Verbindung unter anderem die Stadtteile Dejvice, Smíchov, Budějovická, Vršovice, Žižkov und Čakovice einschließen. Ob der Bau einer U-Bahn angesichts der erwarteten Auslastung gerechtfertigt ist, oder ob eine Straßenbahn durch geringere Kosten die sinnvollere Lösung darstellt, soll nun die Studie klären. Innerhalb der Stadtregierung gilt insbesondere die Straßenbahnvariante als flexibel und besser an den urbanen Raum anpassbar.
Prag will die Bevölkerung in die Benennung einer neuen Brücke über die Moldau einbeziehen und startete dazu eine Online-Umfrage. Das Bauwerk verbindet künftig die Stadtteile Prag 4 und Prag 5 und befindet sich seit September 2022 im Bau. Zur Auswahl stehen zwei Namen: der bisher verwendete Arbeitstitel "Dvorecký-Brücke" sowie "St. Agnes-Brücke". Abstimmen dürfen ausschließlich Prager Einwohner*innen über das städtische Bürger*innenportal. Das Ergebnis der Umfrage ist rechtlich nicht bindend, soll aber bei der endgültigen Entscheidung des Gemeinderats berücksichtigt werden. Die Namensfindung war zuvor Thema intensiver Debatten, weil Vertreter*innen der Stadtführung eine weibliche Persönlichkeit im öffentlichen Raum würdigen wollen. Die zuständige Ortsnamenskommission empfahl neben dem Arbeitstitel lediglich die Variante "Sankt-Agnes". Der Bau der Brücke verzögerte sich gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan um mehrere Monate. Gleichzeitig stiegen die Kosten auf etwa 58 Millionen Euro. Nach aktuellem Stand soll die Brücke Anfang April eröffnet werden. Das Bauwerk ist ausschließlich für den öffentlichen Verkehr, Fußgänger*innen, Radfahrer*innen sowie Fahrzeuge der Rettungsdienste vorgesehen, der Individualverkehr bleibt ausgeschlossen. Geplant ist der Betrieb mehrerer Straßenbahn- und Buslinien.
Prag bereitet eine neue Verordnung vor, die den Betrieb von Taxis schrittweise an strengere Emissionsstandards binden soll. Nach den aktuellen Plänen dürfen ab August 2027 nur noch Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6d als Taxis eingesetzt werden, ab dem Jahr 2030 sollen ausschließlich Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge zugelassen sein. Die Regelung reagiert auf den starken Anstieg von Taxis in den vergangenen Jahren sowie auf deren hohes Durchschnittsalter von rund zehn Jahren. Gleichzeitig verschärfen sich ab 2030 die EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe, was den Handlungsdruck für die Stadt erhöht. Parallel dazu plant die Stadt, weitere verkehrspolitische Themen erneut aufzugreifen, darunter höhere Parkgebühren sowie eine mögliche Maut für besonders belastete Bereiche im Zentrum. Diese Problemfelder sind jedoch innerhalb der Koalition bisher umstritten.
In Florenc, in der Nähe der gleichnamigen Prager Metrostation, sollen vier Wohnblöcke auf einer Fläche von 108.000 Quadratmetern entstehen. Eine internationale Jury wählte kürzlich die Gewinner*innenentwürfe für das Bauprojekt aus, das von fünfzehn europäischen Architekturbüros entworfen wurde. Das Projekt, das als neues Stadtviertel Florenc21 vorgestellt wurde, wird hauptsächlich Wohnraum bieten, ergänzt durch Büros, Dienstleistungsbetriebe und ein Hotel. Geplant ist auch eine Fußgänger*innenzone, die laut Stadtverwaltung zur Aufwertung des Gebiets um die Metrostation Florenc beitragen soll und den Stadtteil Karlín auf natürliche Weise mit dem Stadtteil Nové Město verbinden soll. Die geschätzte Investition für das Projekt beträgt rund 825 Millionen Euro.
Der Prager zoologische Garten hat im vergangenen Jahr einen historischen Besucher*innen-Rekord verzeichnet. Mit rund 1,45 Millionen Gäst*innen erreichte die Einrichtung das beste Ergebnis seit zehn Jahren und zugleich das erfolgreichste Jahr seit dem Ende der Covid-19-Pandemie. Gegenüber 2024 stieg die Besucher*innenzahl damit erneut deutlich an. Besonders stark frequentiert war der August, während der Februar traditionell das schwächste Monatsergebnis brachte. An einzelnen Tagen überschritt der Zoo die Marke von 10.000 Besucher*innen – insgesamt an achtzehn Tagen im Jahresverlauf. Zum hohen Andrang trugen neben günstigen Witterungsbedingungen auch organisatorische Neuerungen bei, etwa der verstärkte Einsatz elektronischer Tickets und der neue Eingang. Zusätzliche Impulse setzten zeitlich begrenzte Preisaktionen, bei denen der Eintritt am frühen Abend auf etwa vier Euro reduziert wurde. Der reguläre Eintrittspreis für Erwachsene lag bei rund 13 Euro, online etwas darunter. Der zoologische Garten gehört seit Jahren zu den meistbesuchten Einrichtungen der tschechischen Hauptstadt und wird vom Prager Magistrat finanziert.
In der tschechischen Hauptstadt sind gemeinsam genutzte E-Roller ab Jänner 2026 vollständig aus dem Straßenbild verschwunden. Die Stadt Prag setzt damit eine Entscheidung des Gemeinderates um, der auf anhaltende Beschwerden von Anwohner*innen reagierte. Kritisiert wurden vor allem Gefährdungen von Fußgänger*innen, ungeordnetes Abstellen der Roller sowie die zunehmende Belastung öffentlicher Flächen durch touristische Nutzung. Private Elektroroller bleiben von dem Verbot unberührt. Die Prager Verwaltung geht davon aus, dass die Maßnahme ohne größere Komplikationen umgesetzt wird. Die Betreiber*innen haben bereits angekündigt, ihre Geschäftsmodelle anzupassen, oder den Markt zu verlassen. Während Lime künftig ausschließlich auf Leih-Elektrofahrräder setzen will, zieht sich Bolt vollständig aus dem Bereich der Mikromobilität in Prag zurück. Andere Anbieter*innen wie Rekola oder Nextbike bleiben künftig nur mit klassischen Fahrrädern und E-Bikes präsent. Grundlage der Neuregelung ist ein neues Genehmigungssystem, das feste Abstellzonen vorsieht und für jedes Fahrrad oder E-Bike eine monatliche Gebühr von umgerechnet rund einem Euro verlangt. Elektroroller können diese Bedingungen nicht erfüllen und verlieren damit ihre Betriebserlaubnis. Die Einhaltung des Verbots wird von städtischen Kontrollteams überwacht, die verbliebene Roller entfernen und Sanktionen verhängen können.
Mit dem Zusammenschluss der Universitätsklinik Motol und des Krankenhauses Na Homolce ist in Tschechien die größte Gesundheitseinrichtung des Landes entstanden. Die neue Institution trägt den Namen Universitätskrankenhaus Motol und Homolka und vereint zwei bislang eigenständige Krankenhäuser im 5. Prager Stadtteil. Ziel der Fusion ist es, Verwaltungs- und Betriebskosten deutlich zu senken, unter anderem durch eine gemeinsame Verwaltung, einen einheitlichen Einkauf sowie gebündelte Dienstleistungen. Die Leitung rechnet mittelfristig mit jährlichen Einsparungen von mehr als 20 Millionen Euro. Der organisatorische Zusammenschluss ist jedoch nicht sofort abgeschlossen, sondern wird sich über das gesamte Jahr 2026 erstrecken. In dieser Zeit sollen unter anderem die Wirtschafts-, IT- und Verwaltungssysteme beider Häuser zusammengeführt werden. Für Patient*innen soll sich im Alltag nichts ändern, da beide Standorte die medizinische Versorgung weiterhin im bisherigen Umfang sicherstellen. Auch das Leistungsspektrum der Einrichtungen bleibt unverändert, sodass die hohe Komplexität der angebotenen Behandlungen erhalten bleibt.
Seit dem 1. Jänner 2026 gilt in Prag ein neuer Tarif für den öffentlichen Personennahverkehr, der vor allem Einzelfahrkarten und Kurzzeittickets verteuert. Während die Preise für Langzeitabonnements unverändert bleiben, zahlen Fahrgäst*innen für ein 30-Minuten-Ticket nun 1,60 Euro, beim Kauf über die mobile App "PID Lítačka" liegt der Preis etwas niedriger. Auch Tickets für Tourist*innen, Gepäck, Hunde sowie die Airport-Express-Linie wurden teurer. Gleichzeitig wurde der Tarif zwischen Prag und dem Umland angepasst, da die Hauptstadt künftig nur noch als drei statt vier Zonen zählt, was einzelne Strecken moderat entlastet. Deutlich verschärft wurden zudem die Strafen. Wer ohne gültigen Fahrschein fährt, zahlt bei sofortiger Begleichung etwa 50 Euro, und bei späterer Zahlung circa 62 Euro. Auch Verstöße wie das Nichtbezahlen von Gepäck oder Hunden, sowie das Verschmutzen von Fahrzeugen bleiben sanktioniert, teils mit Bußgeldern von bis zu 80 Euro.
Das Projekt zur Wiederbelebung der Bögen unter der Negrelli-Eisenbahnbrücke hat internationale Anerkennung erhalten und wurde für den renommierten Mies-van-der-Rohe-Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur nominiert. Die Auszeichnung würdigt den langfristigen städtebaulichen Ansatz, der eines der wichtigsten technischen Denkmäler der Hauptstadt wieder in das urbane Leben integrieren soll. Ziel des Projekts ist es, die historischen Bögen schrittweise in einen lebendigen öffentlichen Raum mit Geschäften, Cafés, Galerien und Ateliers zu verwandeln. Die Revitalisierung, die von Wien inspiriert wurde, steht in engem Zusammenhang mit der umfassenden Umgestaltung der Umgebung. Dieser Schritt verspricht eine deutliche Aufwertung des gesamten Areals im 8. Prager Stadtbezirk. Parallel dazu laufen die fachlichen Vorbereitungen zur denkmalgerechten Sanierung der Bögen weiter. Aktuell wird der erste Bogen im Detail geprüft, um seine Eignung für eine neue Nutzung zu bestätigen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden 2026 erwartet und sollen die Grundlage für die nächste Projektphase bilden. Nach bisherigen Einschätzungen werden keine gravierenden Hindernisse erwartet.
Die tschechische Hauptstadt bleibt laut aktuellen Auswertungen die verkehrstechnisch gefährlichste Region in Tschechien. Jährlich untersucht die Polizei in der Hauptstadt mehr als 18.500 Verkehrsunfälle, womit Prag deutlich vor allen anderen Regionen liegt. Die Ursachen sind vor allem das hohe Verkehrsaufkommen, eine komplexe Infrastruktur sowie eine große Anzahl an Kreuzungen und Fußgänger*innenüberwegen. Besonders risikoreich sind mehrere konkrete Verkehrsknotenpunkte, angeführt von der Kreisverkehrskreuzung der Straßen Veselská und Tupolevova in Letňany. Dort kam es in den vergangenen fünf Jahren zu fast 60 Unfällen, häufig ausgelöst durch Vorfahrtsfehler und mangelnde Aufmerksamkeit. Weitere Unfallschwerpunkte finden sich unter anderem im Stadtteil Bohnice in der Prager Neustadt sowie auf der stark belasteten Rozvadovská-Verbindung im Stadtteil Stodůlky. An diesen Stellen spielen überhöhte Geschwindigkeit, Rotlichtverstöße oder fehlerhaftes Abbiegen eine zentrale Rolle. Auch Fußgänger*innenüberwege, wie etwa im Stadtteil Kobylisy, zählen zu den besonders gefährlichen Orten im Stadtgebiet. Neben Autofahrer*innen sind an mehreren Knotenpunkten auch Radfahrer*innen, Busse und Straßenbahnen überdurchschnittlich häufig in Unfälle verwickelt. Im Vergleich dazu verzeichnet die Region Zentralböhmen rund ein Drittel weniger Unfälle als Prag.
Nach einem Jahrhundert verlässt die Leitung der Prager Feuerwehr ihren historischen Sitz im Stadtzentrum und zieht in den 7. Prager Bezirk um. Das neue Verwaltungsgebäude in der Argentinská-Straße wurde nach knapp zweijähriger Bauzeit fertiggestellt und kostete etwa 8,7 Millionen Euro. Der Umzug markiert das Ende der Nutzung des alten Gebäudes im 2. Bezirk, in dem die Feuerwehr seit 1926 untergebracht war. Anfang 2026 sollen sämtliche Leitungsabteilungen – darunter das Personalwesen, die Rechtsabteilung sowie Prävention und zivile Notfallplanung – ihren Betrieb am neuen Standort aufnehmen. Betroffen ist rund die Hälfte der bisherigen Mitarbeiter*innen der Direktion. Der neue Sitz bietet moderne Büroflächen sowie technische Einrichtungen für das Krisen- und Einsatzmanagement. Perspektivisch ist eine Erweiterung des Areals geplant, darunter ein weiteres Verwaltungsgebäude, eine Garage und kleinere Wohnungen für Einsatzkräfte. Das Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe der Feuerwehrwache Holešovice, die seit 2022 in Betrieb ist. Diese Wache betreut heute ein Einsatzgebiet mit rund 220.000 Einwohner*innen. In dem Areal befindet sich zudem die zentrale Leitstelle des Prager Rettungsdienstes, was die Bedeutung des Standorts zusätzlich erhöht.
Der Tschechische Präsident Petr Pavel (parteilos) hat am Dienstag, 9. Dezember 2025, Andrej Babiš (ANO - JA) auf der Prager Burg zum neuen Premierminister ernannt und damit den Regierungswechsel nach den Parlamentswahlen von Anfang Oktober 2025 eingeleitet. Babiš, der die Bedingung zur Lösung seines Interessenkonflikts durch die Übertragung seines Konzerns Agrofert in einen Fonds erfüllt hat, kehrt somit nach vier Jahren an die Spitze der Regierung zurück. Die neue Koalition aus ANO, SPD (Freiheit und direkte Demokratie) und Motoristé (Autofahrer) soll am 15. Dezember 2025 vereidigt werden, wodurch die Amtszeit des bisherigen Kabinetts unter Petr Fiala (ODS - Bürgerdemokratische Partei) endet. Babiš kündigte umfangreiche Reformen und Einsparmaßnahmen an, darunter strukturelle Änderungen in staatlichen Einrichtungen wie der Eisenbahnverwaltung und einen Abbau politischer Posten in verschiedenen Gremien. Die Regierung will zudem sicherheitspolitische Prioritäten setzen und die Zusammenarbeit innerhalb der EU und der NATO stärken. Damit wird Babiš zum dritten Mal Premierminister und mit seinen 71 Jahren zugleich der älteste Regierungschef in der Geschichte Tschechiens und der Tschechoslowakei.
Die Stadt Prag hat eine neue Aufklärungskampagne "Sei vorbereitet, nicht überrascht" vorgestellt, mit der die Stadt ihre Einwohner*innen systematisch auf mögliche Notlagen vorbereiten will. Für knapp 78.000 Euro entstand ein Informationspaket, das auf Situationen wie Stromausfälle, Naturkatastrophen, Wasserrohrbrüche oder Bedrohungslagen eingeht. Die Kampagne knüpft an die nationale Broschüre 72 Stunden des Innenministeriums an, erweitert diese jedoch um spezifische Risiken der Hauptstadt wie etwaige Probleme im U-Bahn-System. Die Bürger*innen erhalten praxisnahe Hinweise, etwa zur Ersten Hilfe, zur Vorbereitung eines Evakuationsgepäcks oder zur Anlage von Vorräten für mehrere Tage. Ergänzt wird das Programm durch einen neuen Webauftritt, eine Podcast-Reihe und Informationsmaterialien in öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch weniger digital affine Menschen sollen über gedruckte Flyer sowie Beilagen städtischer Versorgungsunternehmen erreicht werden. Ziel ist eine informierte und handlungsfähige Bevölkerung, die in den ersten Momenten einer Krise eigenständig reagieren kann. Eine gut vorbereitete Zivilgesellschaft soll zudem die Einsatzkräfte entlasten und ihnen ermöglichen, sich auf die am stärksten gefährdeten Gruppen zu konzentrieren.
Die Stadt Prag treibt den Ausbau ihrer Sportinfrastruktur voran und lässt in den Stadteilen Motol und Strahov zwei neue Leichtathletikstadien errichten. In Motol entsteht ein moderner Komplex auf dem Gelände einer ehemaligen Windhundrennbahn, das die Stadt für 8,6 Millionen Euro erworben hat. Die Baukosten für die Umgestaltung des stark verfallenen Areals sind inzwischen auf mehr als 3,2 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer gestiegen. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Stadion über eine 400-Meter-Bahn mit acht Rundbahnen sowie über Anlagen für Weitsprung, Speerwurf, Hammerwurf, Diskus und Kugelstoßen verfügen. Geplant ist zudem eine barrierefreie Nutzung, wodurch die Anlage künftig auch Parasportler*innen zur Verfügung stehen wird. Parallel dazu wird das Leichtathletikstadion in Strahov umfassend modernisiert, wofür die Stadt mehr als zwei Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer veranschlagt. Der Naturrasen wird komplett erneuert, ergänzt durch ein automatisches Bewässerungssystem und eine neue Kunstlichtanlage. Auch hier entsteht eine 400-Meter-Bahn mit acht plus acht Bahnen sowie eine zentrale Rasenfläche für weitere Disziplinen. Beide Projekte werden nach dem Prinzip Design and Build umgesetzt, wodurch Planung und Bau in einer Hand liegen. Ab 2027 sollen beide Anlagen internationalen Normen entsprechen und die Ausrichtung hochklassiger Wettkämpfe ermöglichen, was die sportliche Infrastruktur der Hauptstadt deutlich stärken wird.
Prag steht vor einer wachsenden Herausforderung bei der Versorgung älterer Menschen, da die Kapazitäten in Senior*innenheimen trotz aktueller Erweiterungen nicht mit dem steigenden Bedarf Schritt halten. In den kommenden Jahren sollen insgesamt 542 neue Plätze entstehen, doch schon heute beträgt die Wartezeit auf einen Heimplatz häufig ein bis zwei Jahre oder mehr. Die Stadt reagiert mit Neubauten und Modernisierungen, wie etwa im Zentrum im Stadtteil Nebušice, dessen Umbau rund 2,4 Millionen Euro kostete und zusätzliche barrierefreie Wohnräume geschaffen hat. Dennoch mussten im vergangenen Jahr über 7.000 Anträge abgelehnt werden. Besonders gravierend ist die Situation in spezialisierten Einrichtungen für hochbetagte oder pflegebedürftige Menschen. Laut Prognosen des Instituts für Stadtplanung und Entwicklung wird sich die Zahl der über 80-Jährigen bis 2050 um fast 80 Prozent erhöhen, was einen zusätzlichen Bedarf von mehr als 3.000 Betten bedeutet. Zwar wurden im laufenden Jahr 73 neue Plätze geschaffen, doch zahlreiche Stadtteile leiden weiterhin unter erheblichem Mangel. Besonders kritisch ist die Lage im 12. Stadtbezirk, der bislang über kein eigenes Senior*innenheim verfügt, obwohl die Zahl der hochbetagten Bewohner*innen deutlich steigt.
Die tschechische Hauptstadt stellt ihr Verkehrsmanagement neu auf und gründet zu diesem Zweck eine eigene Tochtergesellschaft des städtischen Unternehmens Technische Verkehrsverwaltung (TSK). Die neue Einheit soll jene Aufgaben übernehmen, die bislang durch den privaten Anbieter Eltodo erbracht wurden, darunter die Steuerung des Verkehrsflusses, die Betreuung von Ampelanlagen und die Pflege der Verkehrsbeschilderung. Grundlage bildet ein Pachtvertrag über einen Teilbetrieb von Eltodo, der der Stadt eine spätere Übernahme nach fünf Jahren ermöglicht. Die Stadt verspricht sich davon mehr Kontrolle über technologische Infrastruktur, schnellere Einführung intelligenter Lösungen und langfristige Sicherung des Know-hows im öffentlichen Sektor. Laut Magistrat ist das Modell wirtschaftlich neutral. Gleichzeitig werden Einsparungen zwischen acht und zwölf Prozent erwartet, da die Leistungen künftig ohne private Gewinnmargen erbracht werden. Die Pachtkosten steigen von etwa zwei Millionen Euro im kommenden Jahr auf jährlich 2,6 Millionen Euro ab 2028, während die Betriebskosten der neuen Gesellschaft ebenfalls kontinuierlich zunehmen sollen. Die Stadt begründet die Gründung mit wachsendem Bedarf an modernem Verkehrsmanagement in einer dynamisch wachsenden Metropole. Kritische Stimmen aus der Opposition warnen jedoch vor steigender Bürokratie, unklaren Einsparpotenzialen und dem Risiko, dass das Projekt scheitert, sollte Schlüsselpersonal nicht gehalten werden können. Dennoch sieht der Magistrat die Reform als zentralen Schritt, um strategische Infrastruktur unter städtischer Kontrolle zu modernisieren.
Die künftige Regierungskoalition aus ANO (JA), SPD (Freiheit und direkte Demokratie) und Motoristé (Autofahrer) arbeitet an umfassenderen Vorschriften für Taxifahrer*innen. Dazu gehört unter anderem ein verpflichtender Nachweis der tschechischen Sprachkenntnisse, um sichere und qualitativ hochwertige Dienstleistungen für die Fahrgäst*innen zu gewährleisten. Seit Juli gilt zudem in Tschechien eine Novelle des Straßenverkehrsgesetzes, die auch Taxidienste betrifft. Sie richtet sich vor allem an Fahrer*innen aus Nicht-EU-Staaten. Die Taxi-Lizenz wird nur noch für die Dauer der Arbeitsgenehmigung erteilt, zudem ist ein in Tschechien oder einem EU-Land ausgestellter Führerschein erforderlich. Die Einhaltung der Vorschriften kann von der Gemeindepolizei überprüft werden. Einige Taxifahrer*innen begrüßen die vorgesehenen Änderungen, da grundlegende Kommunikationsfähigkeiten im Straßenverkehr wichtig sind. Der Mobilitätsanbieter Bolt sieht den verpflichtenden Nachweis der Sprachkenntnisse hingegen kritisch, da die Fahrten überwiegend digital über die App organisiert werden. Stadtverwaltungen bewerten die Reform vorwiegend positiv und betonen, dass Fahrer*innen ohne ausreichende Kenntnisse im Straßenverkehr ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellen könnten.
Ab dem kommenden Jahr müssen sich viele Haushalte in Tschechien auf höhere Wasser- und Abwasserpreise einstellen, besonders in großen Städten. Am stärksten betroffen ist Prag, wo die Preise bereits jetzt über dem Niveau vieler anderer europäischer Metropolen wie Berlin, Paris oder Wien liegen. Derzeit zahlen Prager Haushalte rund 6,20 Euro pro Kubikmeter. Aufgrund einer langfristigen Strategie zur Sicherung und Modernisierung der Wasserinfrastruktur werden die Preise bis 2028 jährlich um die Inflationsrate plus zwei Prozent zulegen. Danach sollen sie nur noch an die Inflation angepasst werden. Bei einer angenommenen Inflation von 2,5 Prozent würde der Preis auf rund 6,55 Euro klettern. Auch in Brünn kommt es zu Preiserhöhungen, wenn auch in geringerem Umfang. Der Preis steigt auf ungefähr 4,56 Euro pro Kubikmeter, was einer Steigerung von 2,3 Prozent entspricht. Die Stadt investiert stark in die Erneuerung des Netzes und plant für das kommende Jahr Ausgaben von circa 15,9 Millionen Euro. Dennoch liegt der Preis weiterhin unter dem nationalen Durchschnitt von rund 5,29 Euro. In weiteren Regionen sind ebenfalls Anhebungen zu erwarten, beispielsweise in Pardubice, wo die Tarife um 2,6 Prozent steigen. Gleichzeitig bleiben in einigen Städten die Kosten stabil, weil wirtschaftlich gute Ergebnisse oder kommunale Beschlüsse weitere Erhöhungen verhindern. Insgesamt zeigen sich deutliche regionale Unterschiede, die vor allem von lokalen Wasserressourcen und dem Investitionsbedarf der Infrastruktur beeinflusst werden.
Die Stadt Prag hat eine Ausschreibung im Umfang von rund 100 Millionen Euro für umfangreiche geotechnische Untersuchungen zum geplanten Ausbau des fehlenden Abschnitts des inneren Stadtrings veröffentlicht. Die Stadträt*innen genehmigten somit das Verfahren, das Erkundungsstollen für die künftigen Tunnel Bílá skála, Jarovský und Malešický umfasst. Insgesamt bleibt ein rund elf Kilometer langer Abschnitt zwischen dem Blanka-Tunnel in Pelc-Tyrolka und Štěrboholy unvollendet, einschließlich der wichtigen Libeň-Verbindung zur Autobahn D8. Zu den Arbeiten zählen auch Bohrungen sowie geotechnische und hydrogeologische Überwachungen und die einjährige Wartungsphase mit einer möglichen Verlängerung auf bis zu fünf Jahre. Dieser Teil des Stadtrings wurde bereits 2019 planerisch überarbeitet, wodurch die Länge der vorgesehenen Tunnel von 4,2 auf 8,5 Kilometer anwuchs. Parallel dazu wurde eine Projektüberarbeitung für die Erteilung einer Baugenehmigung beauftragt, da die Kostenprognose inzwischen auf 4,4 Milliarden Euro gestiegen ist. Zusätzlichen Druck erzeugt eine Gesetzesänderung, durch die die Umweltverträglichkeitsprüfung 2027 ausläuft. Sollte die Stadt bis dahin keine zumindest vorläufige Baugenehmigung erlangen, müsste das gesamte Genehmigungsverfahren neu begonnen werden.
Die tschechische Eisenbahnverwaltung (SŽ) plant eine umfassende Erweiterung ihrer Abstell- und Wartungskapazitäten, um der erwarteten Zunahme des Bahnverkehrs in den kommenden Jahrzehnten gerecht zu werden. Ein Ausbau der Kapazitäten sei notwendig, da sich die Zahl der Züge im Prager Raum langfristig mehr als verdoppeln dürfte. In Prag sollen neue Abstellbahnhöfe im 9. und später auch im 10. Prager Bezirk entstehen, parallel dazu neue Flächen in Brünn, Pilsen und Česká Třebová. Im 9. Bezirk werden derzeit die Unterlagen für die Baugenehmigung vorbereitet – die Errichtung könnte bereits im nächsten Jahr beginnen und rund zwei Jahre dauern. Die geschätzten Kosten betragen 97 Millionen Euro. Zusätzlich sind neue Wendegleise und Abstellkapazitäten entlang der Strecke Prag–Flughafen–Kladno vorgesehen. Für die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke soll auf dem ehemaligen Güterbahnhof Strašnice im 10. Bezirk ein eigener Abstellbahnhof entstehen, dessen Bau in der ersten Hälfte der 2030er Jahre geplant ist. Die Stadt Prag, der Stadtbezirk Prag 10 und die SŽ haben sich bereits auf die künftige Form dieses Standorts verständigt und ein Memorandum liegt zur Unterzeichnung bereit. Weitere kurzfristige Abstellmöglichkeiten sollen in den Stadtteilen Zahradní Město, Radotín, Smíchov und Krejcárek geschaffen werden. Ergänzend zu diesen Projekten bleibt das Wartungszentrum Prag-Süd der wichtigste nationale Standort für die Wartung großer Zuggarnituren.
In ganz Tschechien wurde am 17. November an die historischen Ereignisse von 1939 und 1989 erinnert, die heute als zentrale Symbole des Widerstands gegen Unterdrückung gelten und den Weg zur Demokratie ebneten. Allein bei der Prager Národní třída gedachten im Laufe des Tags rund 102.000 Besucher der gewaltsam unterdrückten Student*innendemonstration, die als Ausgangspunkt der Samtenen Revolution gilt. Kerzen, Installationen und ein umfangreiches Kulturprogramm prägten die Atmosphäre sowie zahlreiche Gedenkveranstaltungen in Kirchen, Theatern und auf öffentlichen Plätzen. Landesweit fanden Debatten, Konzerte, Laternenumzüge und Vorträge statt, die den Wert der Freiheit hervorheben sollten. Universitäten gedachten auch den Opfern des NS-Terrors von 1939, insbesondere den Hinrichtungen von neun Student*innen und die Deportation Hunderter weiterer. Politische Vertreter*innen verschiedener Parteien legten Kränze nieder oder nahmen an separaten Gedenkakten teil – auf der Národní třída kam es indes vereinzelt zu Protesten gegen die neue Regierungskoalition. Zahlreiche Städte wie Brünn, Ostrava, Liberec oder Hradec Králové organisierten parallele Veranstaltungen, etwa Umzüge, Lesungen oder symbolische Menschenketten.
Prag plant eine umfassende Umgestaltung gleich zweier Uferbereiche, um den Hochwasserschutz als auch die Qualität des öffentlichen Raums zu verbessern. Am Rašínovo-Ufer wird ein rund 450 Meter langer Abschnitt der bestehenden Hochwasserschutzanlagen erneuert, wo bisher Sandsackbarrieren eingesetzt wurden. Künftig sollen dort Aluminiumzäune zum Einsatz kommen, die im Ernstfall deutlich schneller montiert werden können und damit eine effizientere Reaktion auf mögliche Hochwasserereignisse ermöglichen. Die Kosten für diesen Teil des Projekts belaufen sich auf etwa 720.000 Euro. Die Bauarbeiten sollen zur Jahreswende beginnen und innerhalb von vier Monaten abgeschlossen sein. Parallel dazu laufen Planungen für eine umfassende Revitalisierung des Ufers entlang des Troja-Schifffahrtskanals im 7. Bezirk und im angrenzenden Stromovka-Park. Gleichzeitig will die Stadt die Geh- und Radwege in diesem Abschnitt modernisieren, da der Kanal einen wichtigen Radverkehrskorridor darstellt. Die bereits fertiggestellte Hochwassersperre am Troja-Kanal, in die etwa 7,6 Millionen Euro investiert wurden, bildet den ersten Baustein der Schutzmaßnahmen im nördlichen Teil der Stadt. Mit der nun genehmigten Projektkoordination will Prag sicherstellen, dass die umfangreichen Infrastrukturarbeiten sinnvoll aufeinander abgestimmt werden und langfristig eine widerstandsfähigere und attraktivere Uferlandschaft entsteht.
Die städtische Gesellschaft Technologie der Hauptstadt Prag (THMP) hat auf dem diesjährigen Smart City Expo World Congress 2025 in Barcelona ihre eigenen Prototypen von Ladegeräten für Elektroautos vorgestellt. Im Mittelpunkt der Präsentation stand eine neu entwickelte Straßenlaterne mit integrierter Ladestation, die ein umweltfreundliches und zugleich ästhetisches Konzept für den öffentlichen Raum bietet. Dieses System ermöglicht das sogenannte Langsamladen direkt am Straßenrand und richtet sich insbesondere an Wohngebiete, in denen Autos über Nacht geparkt werden. Das innovative Design verbindet bestehende Beleuchtungsinfrastruktur mit moderner Elektromobilität und nutzt das städtische Stromnetz effizienter, ohne die Gestaltung des Stadtraums zu stören. Mit dem Auftritt in Barcelona positioniert sich Prag als eine Stadt, die eigene technologische Lösungen entwickelt, anstatt auf ausländische Anbieter*innen zu warten. Das Projekt gilt als Symbol für den Weg der Hauptstadt hin zu einer intelligenten, klimafreundlichen und zukunftsorientierten urbanen Infrastruktur.
Die neue Regierungskoalition aus ANO (JA), SPD (Freiheit und direkte Demokratie) und Motoristé (Autofahrer) plant den Bau eines modernen Superkrankenhauses in Prag, das mehrere bestehende Einrichtungen ersetzen soll. Der künftige Gesundheitsminister Adam Vojtěch (ANO) nannte die Krankenhäuser Bulovka und Královské Vinohrady, sowie Teile des Allgemeinen Universitätskrankenhauses als mögliche Standorte. Ihre Kapazitäten könnten in den neuen Komplex integriert werden. Ziel ist die Schaffung eines zeitgemäßen medizinischen Zentrums, das Gebäude ablösen soll, die nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Laut ersten Schätzungen würde die Errichtung 1,2 bis zwei Milliarden Euro kosten. Fachleute betonen jedoch, dass während der langen Planungs- und Bauphase die laufende Versorgung gesichert bleiben müsse. Die Stadt Prag begrüßt die Initiative und sieht in dem Projekt eine Chance, die Gesundheitsinfrastruktur für die gesamte Region zu modernisieren.
Der Chotek-Garten, der älteste öffentliche Park Prags, wird umfassend erneuert und in einen attraktiven Aussichtspfad zwischen dem Stadtteil Letná und der Prager Burg verwandelt. Der Sieger*innenentwurf des Studios Arkytek unter Leitung der Landschaftsarchitekt*innen Martina Kameníková und Radek Prokeš knüpft an das historische Werk von František Josef Thomayer aus dem 19. Jahrhundert an, verbindet es aber mit modernen Elementen und neuen Aussichtspunkten. Der Park, der seit über drei Jahrzehnten keine größere Investition erfahren hat, soll zu einer grünen Oase mit neuem Stadtmobiliar, verbesserten Wegen und stimmungsvoller Beleuchtung werden. Geplant sind ferner ein Wasserspiel, blühende Pflanzen und eine Ruhezone rund um das Denkmal des Schriftstellers Julius Zeyer. Über der Chotkova-Straße entsteht ein großer Aussichtspunkt mit Sitzgelegenheiten und Picknicktischen, der künftig zu den beliebtesten Aussichtspunkten der Stadt zählen könnte. Das neue Konzept berücksichtigt auch den wachsenden Bedarf an Sicherheit und Komfort, insbesondere an den Eingängen des Parks. Es integriert erstmals einen Radweg, der den Fußgänger*innen- und Radverkehr harmonisch verknüpfen soll. Finanziert wird das Projekt aus Tourismus-Einnahmen. Erste Veränderungen sollen bereits im kommenden Jahr für Besucher*innen sichtbar sein.
Nach fünf Jahren Bauzeit öffnet das Hauptgebäude des Prager Stadtmuseums im 1. Prager Bezirk Anfang Dezember wieder seine Türen. Die umfassende Renovierung, die rund 11,7 Millionen Euro kostete, zählt zu den größten Investitionen in die Geschichte der Institution. Am Eröffnungswochenende bietet das Museum ein kostenloses Programm für Familien, das Bastelworkshops, Theater- und Musikaufführungen sowie Führungen durch das berühmte 3D-Modell von Prag umfasst. Die Ausstellung wurde vollständig neu konzipiert und nutzt modernste Technologien, um die Besucher*innen in das Prag des frühen 19. Jahrhunderts zu versetzen. Das ikonische Modell, das über 2000 Gebäude der Altstadt, Kleinseite und Hradschin im Maßstab 1:480 zeigt, ist nun in zwölf Vitrinen aufgeteilt, um Details aus nächster Nähe betrachten zu können. Durch immersive Projektionen auf bis zu 22 Meter langen Wänden und interaktive Elemente soll das Museumserlebnis ein visuelles Highlight auf internationalem Niveau werden. Auch die bauliche Infrastruktur wurde modernisiert. Das Gebäude ist künftig vollständig barrierefrei, mit neuen Aufzügen, sanitären Anlagen und einem modernisierten Kassen- und Shopbereich. Das im Jahr 1900 eröffnete Gebäude, ein Werk des Architekten Antonín Balšánek, wurde in seiner 120-jährigen Geschichte nie umfassend saniert.
In Tschechien wurde am Montag, dem 3. November 2025, ein neuer Koalitionsvertrag unterzeichnet, der die Grundlage für die künftige Regierung unter der Führung von Andrej Babiš (ANO – JA) bildet. Das fünfseitige Dokument regelt unter anderem das Verfahren zur Beilegung der letzten Unstimmigkeiten zwischen den Partnerparteien ANO, SPD (Freiheit und direkte Demokratie) und Motoristé (Autofahrer). Streitfragen sollen künftig direkt auf der Ebene der Parteivorsitzenden und des Premierministers geklärt werden, um eine stabile Regierungsführung zu gewährleisten. Ein Anhang zum Vertrag legt die Verteilung der Ministerien fest, während ein weiterer Nachtrag die Zustimmung aller Abgeordneten der Koalitionsparteien dokumentiert. Diese verpflichten sich, das gemeinsame Regierungsprogramm einzuhalten. Die Namen der künftigen Minister*innen wurden bislang nicht bekannt gegeben. Die Namen sollten laut Andrej Babiš bis Ende des Monats präsentiert werden. Das Programm selbst, auf das sich die Parteien bereits in der Vorwoche einigten, wurde dem tschechischen Präsidenten Petr Pavel (parteilos) zur Kenntnisnahme übermittelt. Im Anschluss an die erste konstituierende Sitzung des neuen Parlaments nach der Unterzeichnung des Vertrages trat das Kabinett von Petr Fiala (ODS – Bürgerdemokratische Partei) planmäßig zurück. Mit dem neuen Koalitionsvertrag zeichnet sich eine deutliche politische Verschiebung in Richtung populistischer und nationalkonservativer Kräfte ab. Die neue Koalition aus ANO, SPD und Motoristé verfügt im aktuellen Parlament über eine Mehrheit von 108 Mandaten, 27 Mandate gehören der ODS, 22 der Partei STAN (Bürgermeister und unabhängige), 18 der Piratenpartei und 16 der KDU-ČSL (Christdemokratische Partei-Tschechoslowakische Volkspartei).
Laut den neuesten Daten von Eurostat zahlen tschechische Haushalte derzeit die höchsten Strompreise in der gesamten Europäischen Union, wenn man die Kaufkraft der Bürger*innen berücksichtigt. Im ersten Halbjahr 2025 lag der Preis bei 39,16 PPS (PPS – Purchase Power Standard, fiktive Währung, die die Unterschiede in derLaut den neuesten Daten von Eurostat zahlen tschechische Haushalte derzeit die höchsten Strompreise in der gesamten Europäischen Union – unter Berücksichtigung der Kaufkraft der Bürger*innen. Im ersten Halbjahr 2025 lag der Preis bei 39,16 PPS (PPS – Purchase Power Standard, fiktive Währung, die Unterschiede in der Kaufkraft einzelner Länder berücksichtigt) pro 100 Kilowattstunden, während auf Malta lediglich 13,68 PPS fällig wurden. Besonders paradox ist die Situation, da Tschechien zu den größten Stromexporteuren Europas gehört und der Strompreis dennoch deutlich höher liegt als in Ländern wie Schweden, Frankreich oder der Slowakei, die ebenfalls große Energieexporteure sind. Expert*innen führen die hohen Preise vor allem auf hohe Abgaben, Netzgebühren und im EU-Vergleich niedrige Einkommen zurück. Diese Kombination führt dazu, dass die Belastung der Haushalte im Verhältnis zur Kaufkraft außergewöhnlich hoch ist. Die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) kündigte dennoch an, dass der regulierte Teil der Strompreise im kommenden Jahr um durchschnittlich 2,7 Prozent steigen soll, während Gas um 4,7 Prozent teurer wird. Sollte jedoch die neue Regierung ihr Versprechen halten und die Kosten für Teile des regulierten Energiepreises übernehmen, könnten die regulierten Energiepreise für Haushalte um bis zu 15 Prozent sinken. Kaufkraft der einzelnen Länder berücksichtigt) pro 100 Kilowattstunden, während auf Malta lediglich 13,68 PPS fällig wurden. Besonders paradox ist die Situation, da Tschechien zu den größten Stromexporteuren Europas gehört und dennoch deutlich mehr bezahlt als Länder wie Schweden, Frankreich oder die Slowakei, die selbst Energie exportieren. Expert*innen führen die hohen Preise vor allem auf hohe Abgaben, Netzgebühren und im EU-Vergleich niedrige Einkommen zurück. Diese Kombination führt dazu, dass die Belastung der Haushalte im Verhältnis zur Kaufkraft außergewöhnlich hoch ist. Die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) kündigte dennoch an, dass der regulierte Teil der Strompreise im kommenden Jahr um durchschnittlich 2,7 Prozent steigen soll, während Gas um 4,7 Prozent teurer wird. Sollte aber die neue Regierung ihr Versprechen einlösen und die Kosten für Teile des regulierten Energiepreises übernehmen, könnten die regulierten Energiepreise für Haushalte um bis zu 15 Prozent sinken.
Das von der Stadt Prag initiierte Handyspiel Playing Prague hat den renommierten Central & Eastern European Game Award (CEEGA) für die beste mobile Spielproduktion des Jahres 2025 gewonnen. Entwickelt wurde das Spiel vom Studio Charles Games in Zusammenarbeit mit der Karls-Universität für die städtische Tourismusgesellschaft Prague City Tourism. Ziel des Projekts ist es, den Kulturtourismus in der tschechischen Hauptstadt auf innovative Weise zu fördern. Seit dem Start im Juni wurde das Spiel bereits rund 80.000 Mal heruntergeladen, was den weltweiten Erfolg unterstreicht. Playing Prague ist eine interaktive Mischung aus Stadtaufbau, Geschichte und Bildung: Jede Spielrunde widmet sich einem berühmten Prager Denkmal – etwa der Karlsbrücke, dem Petřín-Turm oder der Prager Burg. Die Spieler*innen gestalten virtuelle Stadtviertel, entdecken historische Figuren wie Mozart, Franz Kafka oder Kaiser Karl IV. und erfahren dabei Wissenswertes über Prags kulturelles Erbe. Die Produktion kostete rund 60.000 Euro und gilt als Beispiel für die Verbindung von Technologie, Bildung und Stadtmarketing. Für 2026 ist eine Erweiterung geplant, die neue Stadtteile wie Vyšehrad oder Holešovice integrieren und das Spiel um weitere Sprachversionen – darunter Französisch, Japanisch und Spanisch – ergänzen wird.
Die Stadt Prag hat beschlossen, ihre landwirtschaftlichen Flächen künftig nur noch unter der Bedingung zu verpachten, dass sie ökologisch bewirtschaftet werden. In mehreren Stadtteilen – darunter Hloubětín, Kyje, Kbely, Satalice, Královice, Křeslice, Kunratice und Nedvězí u Říčan – werden rund 200.000 Quadratmeter Boden für fünf Jahre an vier ausgewählte Pächter*innen vergeben. Die Stadt setzte sich dabei für eine symbolische Pacht ein und bevorzugte Bewerber*innen, die sich zu nachhaltigen Anbaumethoden verpflichteten. Das Ziel der Maßnahme ist es, ungenutzte Flächen wieder produktiv zu nutzen und zugleich umweltfreundliche Landwirtschaft zu fördern. Grundlage sind die bereits 2019 beschlossenen ökologischen Richtlinien, die unter anderem Fruchtfolgen, den Schutz vor Bodenerosion und den Verzicht auf chemische Düngemittel und Pestizide regeln. Diese Prinzipien gelten verbindlich für alle künftigen Pachtverträge. Die Stadtverwaltung betont, dass ökologische Bewirtschaftung eine zentrale Maßnahme im Klimaplan Prags darstellt. Prag bewirtschaftet insgesamt rund 1.650 Hektar landwirtschaftliche Fläche und möchte diese langfristig im Sinne der Kreislaufwirtschaft nutzen.
Laut dem stellvertretenden Oberbürgermeister von Prag, Zdeněk Hřib (Piratenpartei), sei die unrechtmäßige Entgegennahme der Boni als Mitglied des Vorstands der Prager Energieholding (PREH) über mehrere Monate, ein Abrechnungsfehler gewesen, den er mittels Rückerstattung ausgeglichen habe. Es gibt jedoch ein Dokument, der Abteilung für Wirtschaftskriminalität der Prager Polizei, in dem festgehalten wird, dass es sich hierbei nicht um einen Abrechnungsfehler in Höhe von 7.314,98 Euro gehandelt habe. Vielmehr habe Hřib eine Vergütung angenommen, obwohl er gewusst habe, dass er damit gegen das Gesetz verstieß.
Die Pandemie ist vorbei, doch die psychischen Folgen für Kinder bleiben bestehen. Die Prager Krankenhäuser melden trotz der Schaffung neuer Zentren eine permanente Kapazitätsüberlastung. In der Kinderpsychiatrie in Motol sind 50 von 50 Betten dauerhaft belegt. Im vergangenen Jahr wurden fast tausend Jugendliche in der psychiatrischen Klinik in Bohnice stationär behandelt. Trotz der Einrichtung zusätzlicher psychiatrischer Zentren für Kinder mit akuten psychischen Problemen bleibt die Zahl der Behandlungsplätze unzureichend.
Die Stadt Prag schließt das chaotische Kapitel mit den mietbaren E-Scooter. Nach jahrelangen Diskussionen haben die Stadträt*innen eine neue Regelung beschlossen, die den Betrieb von E-Scootern im öffentlichen Raum faktisch beendet. Ab Anfang 2026 dürfen die zur Miete angebotenen E-Scooter nicht mehr auf öffentlichen Flächen abgestellt werden. Abgestellte Fahrzeuge werden künftig von der städtischen Firma Technische Verwaltung der Straßen (TSK) entfernt. Während für gemeinsam genutzte Fahrräder und E-Bikes künftig feste Abstellzonen vorgesehen sind, sind diese für E-Scooter ausdrücklich verboten. Ziel der Maßnahme ist es, die oft unübersichtliche und gefährliche Situation im Stadtzentrum zu entschärfen, wo die Scooter häufig auf Gehwegen oder an Kreuzungen abgestellt werden. Gleichzeitig soll der neue Vertrag mit den Betreiber*innen von Leihfahrrädern eine bessere Kontrolle über deren Anzahl ermöglichen. Die Stadt will überbelegte Stellflächen verhindern. Für jeden Stellplatz ist eine Kapazität festgelegt. Die Betreiber*innen müssen zudem mit einer monatlichen Gebühr von einem Euro pro Rad rechnen. Die Entscheidung betrifft auch große Anbieter*innen wie Lime oder Bolt, die ihre E-Scooter-Flotten in Prag künftig nicht mehr betreiben dürfen. Beide Firmen kritisieren die neuen Regeln als überzogen und prüfen ihren Rückzug aus der Stadt. Für die Bürger*innen bedeutet die Entscheidung das Ende eines umstrittenen Verkehrsmittels, das in den letzten Jahren immer wieder für Unfälle, Lärmbelästigung und Beschwerden sorgte.
Die stellvertretende Prager Oberbürgermeisterin und Stadträtin für Soziales und Gesundheit, Alexandra Udženija (ODS – Bürgerdemokratische Partei), steht künftig an der Spitze der Prager ODS. Sie löst den langjährigen Parteivize Marek Benda ab, der die regionale Organisation vier Jahre lang geführt hatte. Die Wahl fand bei der Regionalversammlung am 20. Oktober 2025 statt, wo auch die bisherigen Stellvertreter im Amt bestätigt wurden. Vojtěch Kos bleibt erster stellvertretender Vorsitzender. Weitere stellvertretende Vorsitzende sind David Vodrážka, Tomáš Kaštovský, Jan Poupě und Lucie Kubesa. Mit dem Führungswechsel bereitet sich die Prager ODS auf die nächsten Kommunalwahlen vor, bei denen sie erneut mit einem klaren Programm und sichtbaren Ergebnissen punkten will. Eine Entscheidung über ein künftiges Wahlbündnis mit TOP 09 (Tradition, Verantwortung, Wohlstand) und KDU-ČSL (Christdemokratische Union-Tschechoslowakische Volkspartei) steht noch aus. Die Prager ODS gilt weiterhin als stärkster Regionalverband der Partei, was sich auch bei den jüngsten Parlamentswahlen zeigte. Marek Benda bleibt trotz seines Rückzugs von der Stadtspitze Vorsitzender der ODS-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Die Ernennung von Alexandra Udženija wird als Versuch gewertet, der Partei in der Hauptstadt ein moderneres und stärker sichtbares Profil zu geben.
Der Rettungsdienst der Hauptstadt Prag hat den umfassenden Umbau seiner Zentrale im 10. Prager Bezirk abgeschlossen. Die modernisierte Station ist nun die größte in der Stadt und ermöglicht den gleichzeitigen Einsatz von bis zu elf Rettungs- und Transportteams während einer Tagesschicht. Durch die Erweiterung der Räumlichkeiten und die strategische Lage kann der Rettungsdienst Einsätze künftig effizienter koordinieren und die Versorgung in der gesamten Stadt beschleunigen. Insgesamt sind an diesem Standort fast 70 medizinische Fachkräfte stationiert, die täglich zu Notfällen in Prag ausrücken. Die Sanierung des Gebäudes, das früher als Kindergarten diente, begann 2023 und kostete etwa 330.000 Euro. Finanziert wurde der Umbau vom Prager Magistrat. Die Notfallorganisation übernahm zusätzliche Investitionen in die technische Ausstattung und Klimatisierung. Neben neuen Fenstern, einer gedämmten Fassade und modernisierter Heiztechnik mit Wärmepumpen wurden auch die Innenräume vollständig erneuert. Eine dritte Bauphase sieht den Umbau eines leerstehenden Gebäudeteils in eine Unterkunft für Einsatzkräfte mit 16 Plätzen sowie den Bau eines überdachten Parkplatzes für Krankenwagen vor. Künftig soll eine der Außenwände der Station vom Pop-Art-Künstler Josef Rataj gestaltet werden.
In Prag hat sich die Hepatitis-A-Situation dramatisch verschärft. In diesem Jahr starben bereits zehn Personen an der Krankheit – mehr als doppelt so viele wie in ganz Tschechien im gesamten Jahr 2024. Insgesamt wurden in der Hauptstadt 826 Infektionen registriert, darunter 147 bei Kindern. Das macht fast die Hälfte aller Fälle in Tschechien aus. Besonders betroffen sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Lebererkrankungen oder Alkohol- und Drogensucht. Auch Obdachlose zählen zur Risikogruppe. Laut dem Nationalen Gesundheitsinstitut handelt es sich um die zweitschwerste Hepatitis-A-Welle seit dem Jahr 1989. Schlimmer war nur der Ausbruch im Jahr 1996 mit über 2.000 Erkrankten. Die Zahl der Neuinfektionen steigt rasant. Allein in den ersten 13 Tagen des Oktobers kamen 120 neue Fälle hinzu. Während im Jänner nur sechs Erkrankungen verzeichnet wurden, erreichte die Zahl im September bereits 207. Die Hauptstadt bleibt der Brennpunkt der Epidemie, deren Entwicklung in den kommenden Wochen entscheidend sein wird.
Die Stadt Prag stellte kürzlich ein neues digitales Archiv vor, das den Ursprung und die Entwicklung ihrer Straßennamen dokumentiert. Die Online-Anwendung mit dem Titel Pražský uličník (Prager Straßenbuch) entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Magistrat, dem Stadtarchiv und dem Institut für Planung und Entwicklung. Bürger*innen können darin Informationen über mehr als 8.300 Straßen, Plätze und Wege abrufen – darunter sowohl bestehende als auch längst verschwundene oder nie realisierte Straßen. Neben den Namen sind auch historische und aktuelle Fotografien, Karten sowie Hintergrundinformationen zur Benennung einzelner Orte verfügbar. Viele Einträge verweisen auf Persönlichkeiten, historische Ereignisse oder geografische Merkmale, die zur Namensgebung geführt haben. Die Stadt will die Anwendung kontinuierlich erweitern, um neue Straßen und Namensänderungen zeitnah hinzuzufügen.
Verkehrsstadtrat Zdeněk Hřib (Piratenpartei) und Kulturstadtrat Jiří Pospíšil (TOP 09), beide stellvertretende Oberbürgermeister von Prag, ziehen sich zum Jahresende aus der Stadtregierung zurück, nachdem sie ins Abgeordnetenhaus gewählt wurden. Ihre Ressorts sollen von Jaromír Beránek (Verkehr, Piratenpartei) und Tomáš Slabihoudek (Kultur, TOP 09) übernommen werden. Der Wechsel erfordert eine Änderung des Koalitionsvertrags, die noch von den Piraten bestätigt werden muss. Die Amtsübergabe fällt in eine Phase wichtiger Projekte: Die Dvorecký-Brücke soll im Frühjahr 2026 fertiggestellt werden, während die Zukunft der Libeň-Brücke nach einer gestoppten Ausschreibung unklar ist. Auch der Ausbau der Metro D stockt – ein Gericht blockierte den Vertrag für die nächste Bauetappe. In der Kultur steht die Renovierung des Vinohrady-Theaters wieder im Fokus, ebenso die Restaurierung des Restaurants Šlechtova, deren Ausschreibung noch ausgewertet wird. Die Koalitionspartner*innen fordern von Hřib eine Projektbilanz vor seinem Abgang. Michal Hroza (TOP 09) soll neuer stellvertretender Oberbürgermeister werden. Über die neuen Besetzungen entscheidet der Gemeinderat im Dezember 2025.
In Prag steht eine städtebauliche Wende bevor: Der neue "Metropolenplan" soll den Flächennutzungsplan von 1999 ablösen und bis zu 350.000 neue Wohnungen ermöglichen. Ziel ist die Öffnung ehemaliger Industrieflächen für Wohnbau und die Beschleunigung der Stadtentwicklung. Der Plan betont auch den Schutz historischer Panoramen und Grünflächen. Die Stadt stellt das Dokument am 20. Oktober 2025 im Institut für Stadtplanung vor, wo es bis Anfang Dezember öffentlich einsehbar ist. In dieser Zeit sind Fachdebatten und Bürger*innenanhörungen geplant, Rückmeldungen können online eingereicht werden. Die endgültige Genehmigung durch das Stadtparlament ist für Frühjahr 2026 vorgesehen. Der Plan soll Genehmigungsverfahren verkürzen und umfasst auch Verkehrsprojekte wie neue Straßen, Straßenbahnlinien und Hochgeschwindigkeitskorridore.
Die Stadt Prag prüft das Verbot des Transports von E-Scootern in öffentlichen Verkehrsmitteln, nachdem in den vergangenen Monaten mehrere Brandfälle durch defekte Batterien registriert wurden. Besonders in geschlossenen Räumen wie U-Bahnen können brennende Akkus schwerwiegende Folgen haben. Ähnliche Verbote wurden bereits in anderen Städten wie Brünn, Ostrava oder Most eingeführt. In Prag gelten derzeit für E-Scooter noch die gleichen Transportregeln wie für Fahrräder. In Straßenbahnen und der U-Bahn ist der Transport nur eingeschränkt erlaubt, in Bussen ganz untersagt. Die Stadt bereitet derzeit in Abstimmung mit Feuerwehr und Sicherheitsbehörden eine Neubewertung dieser Regelungen vor. Im Fokus steht dabei vor allem die Sicherheit in den U-Bahn-Zügen, wo im Brandfall kaum Fluchtmöglichkeiten bestehen. Das Stadtparlament wird voraussichtlich in einer der nächsten Sitzungen über eine Anpassung der Transportbedingungen entscheiden.
Mit Beginn des Wintersemesters nimmt die kostenlose Rechtsberatungsstelle für Prager*innen nach einer Pause wieder ihre Tätigkeit auf. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der juristischen Fakultät der Karlsuniversität durchgeführt und richtet sich an alle, die eine grundlegende rechtliche Orientierung benötigen. Studierende der Fakultät bieten unter Aufsicht erfahrener Fachkräfte zweimal pro Woche Beratungsgespräche im Magistratsgebäude auf der Jungmannova-Straße an. Die Beratung ist kostenlos, eine vorherige telefonische Anmeldung ist jedoch erforderlich. Das Angebot erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit sowohl bei Ratsuchenden als auch bei den Studierenden, die praktische Erfahrungen sammeln können. Die Beratung deckt vor allem Themen wie Mietrecht, Nachbarschaftskonflikte oder grundlegende Vertragsfragen ab. Komplexere Fälle werden an zugelassene Anwält*innen oder Notar*innen verwiesen. Die Initiative besteht seit 2014 und wurde von der Stadtverwaltung und der Universität als Beitrag zur Förderung bürgernaher Dienstleistungen ins Leben gerufen.
Die katholischen Schulen in Prag verzeichnen einen kontinuierlichen Anstieg an Schüler*innen und reagieren mit umfassenden Investitionen auf die wachsende Nachfrage. Für den Bau der neuen Schule St. Ludmila in Klecany sind nun etwa rund 18,5 Millionen Euro vorgesehen. Die Schule wird über Einrichtungen wie Logopädie-Zentren, Therapieräume und eine architektonisch gestaltete Kapelle verfügen. Parallel dazu wurden für das Erzbischöfliche Gymnasium in Vinohrady etwa 4,8 Millionen Euro aus öffentlichen und kirchlichen Mitteln für eine umfassende Renovierung aufgebracht. Das Netzwerk kirchlicher Bildungseinrichtungen unter der Verwaltung des Prager Erzbistums umfasst derzeit 17 Schulen mit über 5.500 Schüler*innen. Angesichts der prognostizierten demografischen Entwicklung mit einem drohenden Mangel an tausenden Kindergartenplätzen bis 2050 kommt den kirchlichen Träger*innen eine zunehmend wichtige Rolle zu. Neue Einrichtungen oder der erweiterte Schulbetrieb des Gymnasiums zeigen die aktive Reaktion auf die wachsenden Kapazitätsengpässe. Kirchliche Schulen richten sich ausdrücklich auch an Familien ohne religiöse Bindung.
Zdeněk Hřib, Vorsitzender der Piratenpartei und erster stellvertretender Oberbürgermeister von Prag, plant nach seinem Einzug ins Abgeordnetenhaus, seine Funktion in der Stadtregierung schrittweise abzugeben. Er will innerhalb von sechs Monaten eine Lösung mit den Koalitionspartner*innen in Prag darüber finden, wer seine Rolle als Verantwortlicher für den Verkehrsbereich übernehmen soll. Gleichzeitig beabsichtigt er aber, dem Prager Gemeinderat weiterhin als reguläres Mitglied anzugehören. Seine Entscheidung steht im Einklang mit dem Ansatz der Piratenpartei, dass auch nationale Mandatsträger*innen in ihren lokalen Strukturen verankert bleiben sollen. Als ehemaliger Oberbürgermeister und aktiver Stadtpolitiker bringt Hřib umfangreiche Erfahrung in die Hauptstadtpolitik ein. Die geplante Nachfolge für sein Amt wird maßgeblich für die künftige Ausrichtung der Verkehrspolitik in Prag sein. Es wird erwartet, dass die Piratenpartei in den kommenden Wochen Gespräche mit Koalitionspartner*innen über die personelle Neuaufstellung aufnimmt.
In einer bindenden Volksbefragung, die parallel zu den Parlamentswahlen am 3. und 4. Oktober 2025 stattfand, sprachen sich die Bewohner*innen des ersten Prager Bezirks mehrheitlich für ein Verbot beziehungsweise eine erhebliche Einschränkung gemeinsam genutzter E-Scooter aus. Das ist als eine Reaktion auf die zunehmende Belastung durch unkontrolliertes Abstellen der Roller im historischen Stadtzentrum zu sehen. Ebenso wurde einer nächtlichen Einschränkung des Alkoholverkaufs in Lokalen zugestimmt. Die Forderung nach besserem Lärmschutz der Außengastronomie, auf Booten und bei Dachveranstaltungen fand ebenfalls breite Zustimmung. Kritisiert wurde auch der Lärm durch aufgemotzte Fahrzeuge. Ein weiteres Anliegen war die Einrichtung barrierefreier, 24 Stunden zugänglicher öffentlicher Toiletten auf beiden Seiten der Moldau. Die Befragung, die von der Koalition SPOLU (Gemeinsam), der ANO (JA) und der Gruppierung "Residenten 1" initiiert wurde, umfasste insgesamt sieben Fragen. Alle Fragen begannen mit dem Satz "Sind Sie damit einverstanden?" – die Antworten fielen überwiegend positiv aus. Die Beteiligung war ausreichend hoch. Obwohl ein stadtweites Verbot von Rollern bereits diskutiert wird, unterstreicht das Votum den Wunsch der Anwohner*innen nach konkretem Handeln.
Nach jahrelangem Stillstand kommt der Bau des äußeren Prager Rings voran, der als wichtige Verkehrsverbindung rund um die tschechische Hauptstadt dient. In den letzten 15 Jahren wurde kein neuer Abschnitt eröffnet, doch inzwischen schreiten die Arbeiten zügiger voran. Derzeit befindet sich ein bedeutender Abschnitt zwischen den Autobahnen aus Hradec Králové und Brünn im Bau, dessen Fertigstellung für das Jahr 2028 geplant ist. Die verbleibenden drei Abschnitte im nördlichen Teil der Metropole befinden sich noch in der Planungsphase, deren Umsetzung sich jedoch verzögert. Nach aktuellen Prognosen sollen sie im Jahr 2031 in Betrieb genommen werden, wodurch der vollständige Ringschluss realisiert wäre. Mit der Fertigstellung würde Prag über eine leistungsfähige Umgehungsstraße verfügen, die den Transitverkehr effizient um das Stadtzentrum herumführt. Das Projekt gilt als eines der bedeutendsten Verkehrsprojekte in Tschechien, sowohl aus verkehrsplanerischer als auch wirtschaftlicher Sicht.
Miroslav Bobek, Leiter des Prager Zoos, gab kürzlich bekannt, aufgrund zahlreicher Bossing-Vorwürfe, aktueller und ehemalige Mitarbeiter*innen sein Amt zum 31. Oktober niederlegen zu wollen. In einer Presseerklärung betonte er, dass es während seiner fast sechzehnjährigen Tätigkeit keine Beschwerden gegen seinen Führungsstil gegeben habe. Die Vorwürfe seien zum Teil übertrieben oder unbegründet und würden dem Ruf des Zoos schaden. Er räumte ein, hohe Anforderungen an die Mitarbeiter*innen zu stellen, was nicht jeder akzeptieren könne. Seine eigene Haltung sei jedoch immer von Perfektionismus und hohen Ansprüchen geprägt gewesen. Die Unterstützung des Zoo-Teams für Bobek war gering: Die Tierpfleger*innen lehnten seine weitere Führung überwiegend ab und riefen zu einer Online-Petition auf, die eine unabhängige Untersuchung der Zustände unter Bobeks Leitung fordert. Diese Petition erhielt mehr als 600 Unterschriften. Während der Feier zum 94-jährigen Bestehen des Zoos am 28. September zeigten einige Kolleg*innen offen ihren Protest. Mehrere Mitarbeiter*innen wandten sich auch an die Stadtverwaltung, die nun ein offenes Auswahlverfahren für eine neue Leitung plant. Neben Bobek wird auch seine Sekretärin Renata Švejdová kritisiert. Einige Zeug*innenaussagen berichten von psychischen Belastungen aufgrund des Arbeitsklimas.
In Prag breitet sich die Hepatitis A zunehmend aus. Seit Jahresbeginn wurden fast 700 Fälle gemeldet, allein in der letzten Woche gab es 75 neue Fälle. Die Stadt spricht inzwischen von einer lokalen Epidemie. Als Reaktion darauf verstärken die Prager Verkehrsbetriebe (DPP) die Reinigung von U-Bahnen, Bussen, Straßenbahnen und Stationen. Dabei wird die Desinfektionsmittel-Konzentration erhöht und stark frequentierte Stationen erhalten zusätzliche Reinigungen. Parallel dazu startet eine Aufklärungskampagne: In Verkehrsmitteln, Haltestellen und Schulen informieren Flyer über Vorbeugung, richtige Handhygiene und Krankheitssymptome. Die Flyer sind nur auf Tschechisch, um keine Panik bei Tourist*innen auszulösen. Auch Erzieher*innen und Lehrer*innen in Kindergärten und Schulen erklären den Kindern die Bedeutung des Händewaschens und üben dies gezielt. Laut Gesundheitsbehörden ist neben gründlicher Hygiene die Impfung die einzige verlässliche Schutzmaßnahme. Bei Kontakt mit Infizierten wird eine Impfung innerhalb von 14 Tagen angeordnet und ist kostenlos. Ohne Empfehlung kostet eine Dosis etwa 40 Euro. Zwei Dosen sollen langfristigen bis lebenslangen Schutz bieten. Mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen im Oktober ist zu rechnen – insbesondere wegen der Rückkehr der Schulkindern im September und der langen Inkubationszeit von bis zu 50 Tagen. Die meisten Fälle betreffen Familien, größere Ausbrüche in Schuleinrichtungen wurden bisher nicht beobachtet. 18 Menschen sind bereits an der Krankheit gestorben, meist mit Lebererkrankungen.
Am Sonntagnachmittag versammelten sich rund 10.000 Menschen auf dem Altstädter Ring im Zentrum Prags zu einer Wahlveranstaltung der Bürger*inneninitiative "Eine Million Augenblicke für Demokratie". Ziel war es, auf die mögliche Gefahr aufmerksam zu machen, dass nach den bevorstehenden Parlamentswahlen populistische und extremistische Kräfte ins tschechische Abgeordnetenhaus einziehen könnten. Dies würde nach Ansicht der Veranstalter*innen die demokratische Entwicklung und die Freiheit in Tschechien bedrohen. Die Teilnehmenden brachten Fahnen der Tschechischen Republik, der Europäischen Union und der Ukraine mit, ebenso wie Transparente mit Aufschriften wie "Russland wollen wir hier nicht" oder "Jetzt geht es um alles". Die Veranstalter*innen betonten die Bedeutung eines positiven, demokratischen Patriotismus, der sich klar zur westlichen Orientierung und zu europäischen Werten bekennt. In mehreren Redebeiträgen wurde auf das wachsende Risiko von Desinformationen hingewiesen und dazu aufgerufen, sich aktiv politisch zu engagieren – nicht nur durch Wählen, sondern auch durch gesellschaftliche Beteiligung. Zudem wurde vor Versuchen gewarnt, unabhängige Medien und die Justiz unter Druck zu setzen, und vor politischen Kräften, die das Land in autoritäre Abhängigkeiten führen wollen. Die Versammlung verlief friedlich und endete mit dem gemeinsamen Singen der tschechischen Nationalhymne.
Die Technische Verwaltung der Verkehrswege (TSK) darf die historische Libeňský-Brücke nicht abreißen und stattdessen eine Replik derselben errichten. Die wurde vom Vorsitzenden der tschechischen Wirtschaftlichen Regulierungsbehörde (ÚOHS), Petr Mlsna, kürzlich bekanntgegeben. So habe die TSK wesentliche Änderungen am ursprünglichen Projekt vorgenommen, ohne eine neue Ausschreibung durchzuführen – insbesondere bei der Entscheidung, eine Nachbildung des Brückenbauwerks zu errichten. Der Auftrag zur Brückensanierung war 2022 an das Bauunternehmen Metrostav TBR vergeben worden, doch spätere Projektänderungen überschritten laut ÚOHS den Rahmen des ursprünglichen Vergabeverfahrens. Die Entscheidung Mlsnas ist rechtskräftig. Die TSK ordnete bereits an, betroffene Arbeiten zu stoppen und prüft das weitere Vorgehen. Die Replik der historischen Libeňský-Brücke aus dem Jahr 1928, sollte auf den alten Pfeilern entstehen. Der Brückenkomplex besteht aus insgesamt sechs Teilbauwerken. Der Abbruch eines Teilstücks und Neubau haben bereits begonnen, weitere Ausschreibungen für zusätzliche Arbeiten sind geplant. Laut TSK handelt es sich bei dem Streit um eine unterschiedliche Auslegung der Vergaberegeln und Projektanpassungen auf Basis neuer Erkenntnisse und gesetzlicher Änderungen.
Am 23. September ging in Ostrava der erste Quantencomputer Tschechiens offiziell in Betrieb. Das System mit dem Namen VLQ – oder auch "Vlk" (Wolf) – wird am nationalen Supercomputerzentrum IT4Innovations an der Technischen Universität Ostrava betrieben und markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung von Hochleistungsrechenkapazitäten im Land. Während herkömmliche Computer mit Bits arbeiten, nutzt ein Quantencomputer sogenannte Qubits, die komplexe Berechnungen in bisher unerreichter Geschwindigkeit ermöglichen. "Vlk" ist in ein europaweites Netzwerk von zehn Hochleistungs-Quantenrechnern eingebettet, das im Rahmen der europäischen Initiative EuroHPC (European High-Performance Computing) entstanden ist. Die erste praktische Anwendung des Systems erfolgt in Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und soll durch die Analyse von Satellitendaten zur Erkennung von atmosphärischen Anomalien dienen. Ein konkreter Anwendungsfall ist etwa die Lokalisierung von Gaslecks in Pipelines. Dadurch ist das Projekt für Umweltschutz und Energiewirtschaft relevant.
Die städtische Tourismusagentur Prague City Tourism (PCT) hat gemeinsam mit dem ersten Prager Bezirk eine neue Sensibilisierungskampagne ins Leben gerufen, um die Lebensqualität im historischen Zentrum Prags zu sichern und das Zusammenleben von Anwohner*innen und Besucher*innen zu verbessern. Im Fokus der Initiative stehen Themen wie Nachtruhe in Wohngebieten, die sichere Nutzung von E-Scootern, die Bekämpfung illegaler Stadtführungen sowie das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Kampagne ist Teil des langfristigen Projekts "Enjoy Respect Prague" und setzt auf Informationsmaterial in Form von Flyern und Videospots. Tourist*innen sollen durch einen sogenannten "Dekalog" beziehungsweise zehn Verhaltensregeln dazu angeleitet werden, in der Stadt respektvoll zu bleiben. Die Empfehlungen reichen vom Verzicht auf Fotos mit exotischen Tieren bis hin zu einem nachhaltigen Stadterleben zu Fuß. Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf die anhaltend hohe Zahl an Tourist*innen. Die Materialien sind ab sofort im öffentlichen Raum sichtbar und über die PCT-Website zugänglich.
Zum 150-jährigen Jubiläum des öffentlichen Verkehrs in Prag veranstaltete der Prager Verkehrsbetrieb (DPP) am 21. September eine eindrucksvolle Parade mit historischen und modernen Straßenbahnen. Rund vierzig Fahrzeuge fuhren vom Stadtteil Karlín über zentrale Prager Straßen bis nach Letná, begleitet von tausenden Zuschauer*innen. Angeführt wurde der Umzug von einer originalgetreu rekonstruierten Pferdestraßenbahn aus dem Jahr 1886, gezogen von zwei Pferden. Die Parade zeigte zugleich die Entwicklung des Prager Nahverkehrs von den Anfängen mit Pferdekutschen, über elektrische Bahnen bis zur neuesten Generation des Typs 52T. Auch historische Sondermodelle wie der Hochzeitswagen von 1913 wurden präsentiert. Die Straßenbahn hat in Prag eine lange Tradition, sie ist das älteste Verkehrsmittel der Stadt und spielte stets eine zentrale Rolle in der städtischen Mobilität. Der DPP nutzte die Veranstaltung, um sein Engagement für historische Fahrzeugpflege und moderne Verkehrslösungen gleichermaßen zu zeigen.
Im botanischen Garten der Stadt Prag wurde eine neue Dauerausstellung mit dem Titel "Japanische Nebelwälder" eröffnet, die den Besucher*innen Einblicke in die Bergregionen Japans gewähren soll. Die Ausstellung ist Teil der langfristigen Konzeption "Wälder Asiens" und folgt auf eine vorherige Präsentation chinesischer Wälder. Gezeigt werden über 100 Pflanzenarten, die für die japanischen Nebelwälder typisch sind. Auch architektonische Elemente spielen eine Rolle: Ein japanischer Pavillon, Aussichtsterrassen sowie Teiche ergänzen das Gelände. Die Anlage sei zehn Jahre lang vorbereitet worden, inklusive drei Expeditionen nach Japan. Dabei hätten die zuständigen Expert*innen mit japanischen Fachinstitutionen sowie mit den kaiserlichen Gärten zusammengearbeitet. Pflanzenmaterial wurde über internationale Samenbörsen und in Kooperation mit Partner*innen beschafft. Die Teiche und Wasserflächen übernehmen neben ihrer gestalterischen Rolle auch mikroklimatische Aufgaben und schaffen optimale Bedingungen für empfindliche Arten. Die Ausstellung enthält eine Blütenvielfalt im Frühjahr, Farbspiele im Herbst und winterliche Szenen mit Bambus.
Das Prager Stadtparlament hat beschlossen, den Betrieb gemeinsam genutzter Elektroroller ab Jänner 2026 vollständig zu untersagen. Das Verbot soll direkt im Anschluss an die Winterpause in Kraft treten, in der die Roller ohnehin nicht im Einsatz sind. Hintergrund dieser Entscheidung sind anhaltende Beschwerden aus der Bevölkerung über gefährliches Fahrverhalten und rücksichtsloses Parken, insbesondere auf Gehwegen in stark frequentierten Innenstadtbereichen. Die Maßnahme betrifft sämtliche Sharing-Dienste für E-Scooter, die bislang ohne einheitliche Regelungen waren. Die Stadt reagiert auf zunehmende Spannungen zwischen Nutzer*innen und anderen Verkehrsteilnehmer*innen, aber auch auf Kritik aus den Stadtbezirken. Besonders im ersten Prager Bezirk, wo sich Tourismus und Fußgängerverkehr bündeln, kam es wiederholt zu Zwischenfällen. Künftig soll die Mikromobilität im öffentlichen Raum klarer geregelt sein: Für gemeinsam genutzte Fahrräder und E-Bikes werden neue Rahmenverträge mit den Betreiber*innen ausgearbeitet, um Nutzung, Abstellen und Zuständigkeiten klar zu definieren.
Angesichts eines deutlichen Anstiegs der Hepatitis-A-Fälle in Prag wurde ein umfassendes Desinfektionsprogramm für stark frequentierte öffentliche Bereiche gestartet. Im gesamten Monat September werden Spielplätze, Bänke, Geländer und Flächen vor Schulen, Spielplätzen sowie in der Nähe von Schulkantinen wöchentlich gereinigt. Die Maßnahme konzentriert sich insbesondere auf Orte mit erhöhtem Infektionsrisiko, darunter auch Bereiche mit vermehrtem Aufenthalt von obdachlosen Personen. Zum Einsatz kommt die bewährte Desinfektionslösung Persteril, welche bereits während der Covid-19-Pandemie verwendet wurde. Persteril basiert auf einer Mischung aus peroxyoctiger Säure, Wasserstoffperoxid und Essigsäure und ist für seine hohe Wirksamkeit auch unter schwierigen Bedingungen bekannt. Die Desinfektionen werden überwiegend abends und nachts von einer spezialisierten Firma durchgeführt, um eine Störungen des öffentlichen Betriebs zu vermeiden. Das Programm kostet etwa 12.200 Euro. Die Arbeiten stehen unter medizinischer Aufsicht und erfolgen in Abstimmung mit der regionalen Hygienestation. Zum Monatsende soll die Maßnahme evaluiert werden, um über eine mögliche Verlängerung zu entscheiden.
Die Prager Burg erhält nach über 20 Jahren eine neue visuelle Identität. Dadurch sollen mehrere bislang grafisch getrennte Institutionen unter einem einheitlichen Erscheinungsbild zusammengeführt werden. Betroffen sind das Amt des Präsidenten der Republik, die Verwaltung der Prager Burg, das Schloss Lány sowie die Forstverwaltung Lány. Die Umgestaltung ist das Ergebnis eines offenen Designwettbewerbs, welcher gemeinsam mit der Organisation Czechdesign im Jänner 2025 ausgeschrieben wurde. Aus insgesamt 55 eingereichten Vorschlägen wählte eine Fachjury schlussendlich das Konzept des renommierten Studio Marvil aus. Dieses überzeugt durch zeitlose Eleganz und typografische Raffinesse. Kernelement der neuen Gestaltung ist die eigens entwickelte Schriftart "Hrad Display". Die bisherige visuelle Uneinheitlichkeit hatte sich über Jahrzehnte hinweg in unterschiedlich gestalteten Logos, Beschilderungen und Informationsmaterialien entwickelt, wodurch insbesondere bei Besucher*innen Irritationen entstanden. Die neue grafische Linie soll ein klares, würdiges und kohärentes Bild der Prager Burg als nationalem Symbol vermitteln.
Die Prager Innenstadt steht erneut im Fokus der Debatte um E Scooter. Der Bezirksrat vom ersten Bezirk hat eine lokale Volksbefragung beschlossen, bei der die Bürger*innen Anfang Oktober über ein mögliches Verbot oder eine deutliche Einschränkung dieser Fahrzeuge abstimmen sollen. Ziel ist es, dem langjährigen Konflikt über Parkchaos, den Sicherheitsrisiken und der Beeinträchtigung des historischen Stadtbilds entgegenzuwirken. Bereits seit 2018 versucht die Stadtverwaltung mit begrenztem Erfolg, den Betrieb durch Abkommen, Bußgelder oder technische Maßnahmen zu regulieren. Zwar ist das Ergebnis der Volksbefragung rechtlich nicht bindend, soll aber politischen Druck aufbauen und die Position der Stadt bei Verhandlungen über neue Verordnungen und vertragliche Regelungen stärken. Die Kosten der Volksbefragung sollen durch die gleichzeitige Durchführung mit den tschechischen Parlamentswahlen am 3. und 4. Oktober minimiert werden und 20.000 Euro nicht übersteigen. Neben der Frage zu den E Scootern sollen auch Themen wie Lärmschutz, öffentliche Toiletten und Kurzzeitvermietungen zur Abstimmung stehen. Die Organisator*innen fordern einheitliche Regeln für alle Sharing-Dienste in der Stadt, um widersprüchliche Vorgaben in den einzelnen Stadtteilen zu vermeiden.
Das Prager Stadtparlament hat zwei neue Park-and-Ride-Projekte beschlossen, die Autofahrer*innen künftig über 1.200 Stellplätze an den U-Bahn-Endstationen Zličín (Linie B) und Depo Hostivař (Linie A) bieten sollen. Die Investitionskosten für beide Bauvorhaben belaufen sich auf insgesamt 50 Millionen Euro. In Zličín entsteht ein Parkhaus mit 596 Stellplätzen, davon elf mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge, ergänzt durch neue Bushaltestellen in der Straße Na Radosti. Das Projekt soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein und 2028 den Betrieb aufnehmen. Der zweite Standort bietet künftig Platz für 647 Fahrzeuge und wird ebenfalls mit Ladestationen sowie 38 Fahrradstellplätzen ausgestattet. Die Fertigstellung ist innerhalb von drei Jahren geplant, bei einem geschätzten Investitionsvolumen von rund 24 Millionen Euro. Der Ausbau solcher Park-and-Ride-Strukturen gilt aktuell als zentrales Instrument, um die Parkplatz- und Verkehrssituation in der Hauptstadt nachhaltig zu verbessern.
Das Prager Stadtparlament hat eine zentrale Voraussetzung für den Bau des geplanten Wolkenkratzers "Top Tower" geschaffen, indem es einer Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt hat. Das Projekt soll im Stadtteil Nové Butovice in unmittelbarer Nähe der U-Bahn-Station entstehen und mit einer Höhe von 135 Metern das derzeit höchste Gebäude Tschechiens, den "AZ Tower" in Brünn, übertreffen. Der "Top Tower" wird auf einer zehn Meter hohen Struktur errichtet, die ein Schiffswrack darstellt. Es ist ein künstlerisches Element des Architekten Tomáš Císař und des Künstlers David Černý. Im Inneren sind Mietwohnungen, Büros, Einzelhandelsflächen sowie ein Kultur- und Erlebniszentrum vorgesehen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf etwa 80 Millionen Euro. Im Rahmen einer Planungsvereinbarung verpflichtet sich der Investor Trigema, der Stadt Prag und dem Stadtbezirk Beiträge durch städtebauliche Aufwertungen von etwa drei Millionen Euro zu leisten. Dazu zählen der Bau eines öffentlichen Platzes, von Aufzügen, Durchgängen sowie die Revitalisierung von Parkflächen und Unterführungen. Das Projekt stößt jedoch nicht nur auf Zustimmung. In der Vergangenheit hatte es Kritik von Teilen der Opposition sowie von Anwohner*innen gegeben.
Ein Abschnitt des Prager Moldauufers auf der Kleinseite, zwischen der Karlsbrücke und dem Palais Liechtenstein, wird den Namen des verstorbenen Politikers und Diplomaten Karel Schwarzenberg erhalten. Die Prager Stadträt*innen stimmten dem Vorschlag am Montag zu. Die Initiative kam vom Stadtteil Prag 1 und wurde von der Ortsnamenskommission empfohlen. Schwarzenberg, der 2023 starb, hatte eine enge Verbindung zur Prager Innenstadt. Die Stadt erhielt zuvor die Zustimmung von Johannes Schwarzenberg, dem Sohn und Oberhaupt der Familie, zur Nutzung des Namens. Auch eine öffentliche Petition unterstütze den Vorschlag. Ursprünglich war die Bezeichnung "Karel-Schwarzenberg-Flusspromenade" vorgesehen, aber die Ortsnamenskommission lehnte diesen Begriff ab. Nach einer Anpassung in "Karel-Schwarzenberg-Ufer" wurde der Vorschlag schließlich angenommen. In Prag tragen nur wenige Straßen Namen von Adligen, denn solche Bezeichnungen wurden in der Vergangenheit oft infolge politischer Umbrüche aus dem Stadtbild entfernt. Die Benennung ist somit eine besondere Würdigung Schwarzenbergs und seines Beitrags zur tschechischen Gesellschaft.
Ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt in Tschechien eine neue Verordnung zur Schulverpflegung. Ziel sei, die Ernährung von Kindern gesünder zu gestalten. Der Einsatz von Salz, Zucker, Erdäpfeln und industriell verarbeiteten Lebensmitteln soll dadurch reduziert werden. Im Gegensatz dazu sollten öfter frisches Gemüse, Fisch und Vollkorn auf dem Speiseplan stehen. Auch der Konsum süßer Getränke soll eingeschränkt werden. Bereits jetzt haben Schulen die Möglichkeit, freiwillig mit der Umsetzung zu beginnen. Im Stadtteil Prag 2 etwa wurden bereits im Vorjahr Schulungen und Workshops für das Küchenpersonal organisiert. In Prag 4 orientieren sich die Schulkantinen schon seit Jahren an aktuellen Ernährungsempfehlungen – die Umstellung auf die neue Verordnung dürfte daher nur geringfügige Anpassungen erfordern. Prag 6 plant eine schrittweise Einführung einschließlich Personalschulungen, saisonaler Rezeptentwicklung und einer Anpassung an bestehende Lieferverträge. In Prag 10 startet nun eine Testphase mit neuen Gerichten. Wichtig sei die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und die Akzeptanz neuer Speisen.
Autofahrer*innen in Prag legen täglich etwa 33 Kilometer zurück, Taxifahrer*innen hingegen rund 260 Kilometer – oft ohne Fahrgäst*innen. Zumal stieg die Zahl der Taxis in den letzten Jahren stark an: von etwa 2.000 im Jahr 2017 auf derzeit rund 16.000. Das belaste nicht nur den Verkehr, sondern auch die Luftqualität erheblich. Aus diesem Grund erwägt die Stadt Prag Maßnahmen zur Einschränkung von Taxis. Ab 2030 treten in der EU außerdem strengere Grenzwerte für Schadstoffe wie Stickstoffdioxid und Feinstaub in Kraft. Wenn diese nicht eingehalten werden, könnte Prag wichtige EU-Subventionen verlieren – etwa für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Eine Studie schlägt vor, dass ab September 2029 alle Taxis nur noch mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb unterwegs sein dürfen. Bereits ab 2027 soll ein Verbot für Fahrzeuge gelten, die nicht der Euro-6d-Norm entsprechen. Bis 2028 soll zudem die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut werden – von 1.000 auf 4.000 Ladepunkte. Der entsprechende Vorschlag des Prager Magistrats befindet sich derzeit noch im Anfangsstadium.
Für die Bildungs- und Sportinfrastruktur der Stadt Prag sollen rund 10,9 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung moderner Sportanlagen, sowie auf der Verbesserung der Bedingungen in den Bildungseinrichtungen. Von der Gesamtsumme sind knapp 6 Millionen Euro für den Ausbau, die technische Aufwertung und den Neubau von Sportstätten vorgesehen. Ziel ist es, eine zeitgemäße Infrastruktur für Sport- und Bewegungsangebote von Vereinen mit Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren zu schaffen. Darüber hinaus sollen die Investitionen in die Renovierung der Mensen an den Gymnasien im Prager Stadtzentrum, die Erweiterung der Klassenzimmerkapazitäten, sowie in die Sanierung von Schulgebäuden fließen. Mit diesen Maßnahmen will die Stadt sicherstellen, dass Schüler*innen künftig nicht nur unter optimalen Bedingungen lernen, sondern auch vielfältige Möglichkeiten für sportliche und freizeitbezogene Aktivitäten haben.
Für Menschen mit schweren Behinderungen in Prag soll die Mobilität künftig erleichtert werden. Der spezielle Transportdienst "Bezba doprava", der täglich Hunderten von Klient*innen mit wesentlich eingeschränkter Mobilität ein aktives Leben ermöglicht, wird erheblich erweitert. Bis Ende dieses Jahres stockt der Prager Magistrat die Finanzierung des barrierefreien Transports auf und investiert rund 692.000 Euro in zusätzliche Fahrzeuge und weiteres Personal. Dank der Mittel kann die Flotte um sieben speziell umgebaute Fahrzeuge vergrößert und das Dispositionszentrum, das die Einsätze koordiniert, verstärkt werden. Obwohl der öffentliche Nahverkehr in Prag zunehmend barrierefrei gestaltet wird, stößt der Transportdienst weiterhin an seine Kapazitätsgrenzen: Derzeit müssen täglich rund 120 Fahrtanfragen abgelehnt werden. Mit der Erweiterung wird erwartet, dass die Unterstützung ab Herbst noch mehr Menschen zugutekommen kann. Bereits jetzt liegen für das neue Schuljahr rund 500 Anträge für regelmäßige Fahrten vor. Der Fahrdienst, der seit 2022 besteht, richtet sich an Inhaber*innen von Ausweisen für besonders schwerbehinderte Menschen. Betrieben wird die Flotte von den Transportunternehmen Vega Tour und Lutan, die gemeinsam täglich bis zu 350 Fahrgäst*innen befördern. Die neuen Fahrzeuge sollen Anfang 2026 in Betrieb genommen werden, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Das tschechische Amt für die Vertretung des Staates in Vermögensangelegenheiten (ÚZSVM) wird Mitte September erneut versuchen, das historische Nationalhaus im Prager Stadtteil Vinohrady zu verkaufen. Es handelt sich bereits um den fünften Verkaufsversuch, da sich bei den vorherigen vier Versteigerungen keine Interessent*innen gemeldet hatten. Die neue Auktion startet am 16. September um 10 Uhr und dauert 24 Stunden. Das Startgebot beträgt circa 24,6 Millionen Euro, was einer Reduzierung von etwa 2,76 Millionen gegenüber der letzten Runde entspricht. Interessent*innen müssen spätestens einen Tag vor Beginn der Auktion eine Kaution in Höhe von rund 800.000 Euro hinterlegen. Gebote müssen in Schritten von mindestens 82 Euro abgegeben werden. Damit die Versteigerung gültig ist, muss mindestens ein Gebot in Höhe des Startpreises eingehen. Das Nationalhaus wurde 1893 bis 1894 nach Plänen des Architekten Antonín Turek im Neorenaissance-Stil errichtet. Es verfügt über vier oberirdische und zwei unterirdische Etagen mit drei großen Sälen und vier Salons. Derzeit wird das Gebäude hauptsächlich für Bälle und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt und ist bis Mitte 2032 an eine Kulturgesellschaft vermietet.
Ab nächstem Jahr werden die Öffi-Einzelfahrscheine in Prag teurer. Der Preis eines 30-Minuten-Tickets wird von etwa 1,20 Euro auf etwa 1,55 Euro erhöht. Beim Kauf per SMS steigt der Preis von rund 1,24 Euro auf etwa 1,68 Euro. Das 90-Minuten-Ticket wird von etwa 1,60 Euro auf knapp 2,00 Euro erhöht, per SMS sogar von rund 1,68 Euro auf etwa 2,20 Euro. Günstiger werden die Tickets über die städtische App Lítačka erhältlich sein. Dort kostet das 30-Minuten-Ticket künftig etwa 1,44 Euro, das 90-Minuten-Ticket rund 1,84 Euro. Auch die Preise der 24- und 72-Tages-Tickets werden angehoben: Das 24-Stunden-Ticket steigt über die App von etwa 4,80 Euro auf etwa 5,60 Euro, als Papierticket auf etwa 6,00 Euro. Das 72-Stunden-Ticket kostet künftig 13,60 sowie 14 Euro statt bisher 13,20 Euro. Die stärkste Preiserhöhung betrifft den sogenannten Airport Express (AE) zwischen Hauptbahnhof und Flughafen. Hier verdoppelt sich der Preis von rund vier Euro auf etwa acht Euro. Die Preise für Zeitkarten (Monats-, Quartals- und Jahreskarten) bleiben für Prager*innen unverändert. Die Maßnahme betrifft vor allem Tourist*innen, die in der Relation häufiger Einzelfahrscheine nutzen. Im vergangenen Jahr machten diese rund 44 Prozent der insgesamt etwa 160 Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen der Prager Verkehrsbetriebe aus. Durch die Preiserhöhung werden Mehreinnahmen von bis zu rund zehn Millionen Euro pro Jahr erwartet.
Der Prager Gemeinderat genehmigte den Start einer Investitionsinitiative zur Förderung emissionsfreier Mobilität in der Stadt. In den kommenden Jahren sollen bis zu 1.500 öffentlich zugängliche AC-Ladestationen für Elektroautos errichtet werden. Diese werden an verschiedenen Standorten in Prag installiert und vollständig im Eigentum der Stadt stehen. Ziel des Projekts ist es, den Umstieg auf Elektromobilität auch für diejenigen zu erleichtern, die keine Möglichkeit zum Aufladen zu Hause haben und Elektromobilität so breiter zugänglich zu machen. Die neuen Stationen sollen das übliche Aufladen über Nacht direkt auf der Straße ermöglichen. Die Gesamtkosten der Maßnahme werden auf rund 20 Millionen Euro geschätzt und aus dem städtischen Haushalt finanziert. Die Stadt betrachtet den Ausbau der Ladeinfrastruktur nicht nur als technologisches Projekt, sondern als einen konkreten Schritt hin zu einer saubereren, gesünderen und lebenswerteren Stadt. Das Projekt ist Bestandteil einer umfassenden Strategie zur Förderung nachhaltiger städtischer Mobilität und unterstützt Prags Ziel, die städtische Wirtschaft schrittweise in Richtung Klimaneutralität zu transformieren.
Die Prager Burg beschafft für ihr Gelände neue explosionssichere Abfallbehälter. Für insgesamt 14 Stück veranschlagt die Burgverwaltung Gesamtkosten von rund 69.550 Euro. Die Lieferung erfolgt bis Mitte Dezember durch die tschechische Firma Nides, die auf Militärtechnik spezialisiert ist. Ausgewählt wurde der Lieferant nach Empfehlungen der Polizei-Pyrotechnik sowie der Abteilung für den Schutz des Präsidenten. Die explosionssicheren Abfallbehälter selbst stammen von einem britischen Hersteller. Nides verfügt zudem schon über Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium und dem Polizeipräsidium. Nach Angaben des Präsidialamtes handelt es sich um eine routinemäßige Modernisierung der Ausstattung, eine konkrete Gefährdungslage besteht derzeit nicht. Vergleichbare explosionsgeschützte Abfallbehälter sind bereits in der Prager U-Bahn im Einsatz. Die neuen Anschaffungen umfassen acht Standardbehälter zu je rund 2.800 Euro und sechs Premium-Modelle zu je etwa 5.000 Euro. Letztere bieten erweiterten Schutz vor größeren Sprengladungen und Splittern und können zudem als Zwischenlager für verdächtige Pakete dienen, bis die Entschärfungsspezialist*innen eintreffen. Die Verwaltung der Prager Burg arbeitet zudem an einer Umgestaltung der Eingänge. Ausziehbare Pfosten sollen die bisherigen festen Absperrungen ersetzen, anschließend werden neue Kontrollstellen für die Polizei eingerichtet. Im kommenden Jahr ist der Test des ersten Prototyps der neuen Unterstände geplant, danach sollen die Sicherheitsanlagen schrittweise an allen Eingängen installiert werden.
Die Prager Stadtverwaltung treibt den Ausbau erneuerbarer Energiequellen auf städtischen Gebäuden weiter voran. Geplant ist die Installation von fünf neuen Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden in Prag 8 und Prag 14 mit einer Gesamtleistung von über 470 kWp – gefördert durch Zuschüsse von mehr als 400.000 Euro. Gleichzeitig wird die Finanzierung von 25 bereits errichteten Anlagen mit einer Leistung von 339 kWp abgeschlossen, für die bisher keine Fördermittel beantragt wurden. Die voraussichtliche Förderung für bereits umgesetzte Projekte im Gesamtwert von rund 886.000 Euro wird etwa 300.000 Euro betragen. Die Fertigstellung der neuen Anlagen ist für das dritte Quartal 2025 geplant. Für die Energieversorgung und den Ausbau erneuerbarer Energien – einschließlich Photovoltaik und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge – sorgt seit mehreren Jahren das städtische Unternehmen Technologie der Stadt Prag (THMP). THMP betreibt zudem ein einzigartiges Projekt mit Solardächern und Energiespeichern, das auch anderen Stadtteilen und staatlichen Organisationen angeboten werden soll. Damit verfolgt Prag konsequent seine langfristigen Ziele im Bereich nachhaltiger Energie und umweltfreundlicher Zukunft.
In Prag werden bald zwei der bedeutendsten paläoanthropologischen Fossilien der Welt zu sehen sein – die Skelette der Australopithecus afarensis-Frau Lucy und des Australopithecus afarensis-Kindes Selam, die etwa 3,2 Millionen Jahre alt sind. Die Fossilien wurden vom Nationalmuseum Äthiopiens in Addis Abeba ausgeliehen und werden ab dem 25. August für 60 Tage im Nationalmuseum in Prag gezeigt – zum ersten Mal in Europa. Ihr Transport erfolgte unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Lucy verließ Äthiopien bisher nur einmal von 2007 bis 2013 für eine Ausstellungstour in den USA. Selam hatte Äthiopien bisher nie verlassen. Beide Fossilien gelten als nationales Kulturerbe und liefern entscheidende Belege für die frühe Menschheitsentwicklung. Sie werden im historischen Gebäude des Nationalmuseums ausgestellt. Aufgrund des großen Interesses gibt es Zeitfenstertickets und verlängerte Öffnungszeiten. Ab dem 26. August ist das Museum täglich von neun bis 18 Uhr geöffnet. Am 27. August findet zudem eine Diskussion mit den Entdeckern der Fossilien, Donald Johanson und Zeresenay Alemseged, statt.
Mehrere Prager Stadtbezirke unterstützen Familien mit geringem Einkommen auf verschiedene Weise bei der Anschaffung von Schulbedarf und der Finanzierung von Freizeitaktivitäten. So bietet Prag 2 über eine Stiftung Zuschüsse für Freizeitkurse, Schulmaterialien und Mittagessen an. In Prag 6 kann man bis zum 8. September Schultaschen und andere Schulsachen am Bezirksamt abgeben, die anschließend an Bedürftige weitergegeben werden. Prag 7 sammelt ebenfalls Schulbedarf und unterstützt sozial schwache Familien mit einem Fonds für Freizeitaktivitäten und Schulausflüge. Ferner gibt es dort eine öffentliche Sammlung zur Bezuschussung von Schulessen. Prag 4 wiederum organisiert keine Sammelaktionen, hilft aber über Sozialarbeiter*innen. Prag 8 veranstaltet im August eine Börse von Schulmaterialien. Der Prager Magistrat sowie einige Stadtbezirke wie Prag 12 stellen Erstklässler*innen Einstiegspakete mit grundlegenden Schulsachen wie Hefte, Buntstifte und Scheren zur Verfügung.
Die Stadt Prag hat den Startschuss für die Renovierung des architektonisch bedeutenden Sitzes des Instituts für Stadtplanung und Entwicklung (IPR) gegeben. In der vergangenen Woche unterzeichneten Vertreter*innen des Instituts, der Stadtverwaltung sowie der Bauunternehmen PORR und Metrostav DIZ den Ausführungsvertrag. Zunächst werden die beauftragten Firmen die Projektdokumentation erstellen, wofür rund anderthalb Jahre veranschlagt sind. Im Anschluss sollen die Bauarbeiten etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 56,5 Millionen Euro. Für die Finanzierung erhält die Stadt auch einen Zuschuss in Höhe von etwa 13 Millionen Euro aus dem Modernisierungsfonds. Das als "Kuben" bekannte Gebäude, welches Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre vom Brutalismus-Architekten Karel Prager entworfen wurde, weist erhebliche statische Mängel auf, ist undicht und energetisch ineffizient. Vorgesehen ist daher ein vollständiger Austausch der Fassade sowie der Belüftungs- und Kühlanlagen. Der Auftrag wurde im Rahmen der sogenannten Design-and-Build-Methode vergeben, bei der die beauftragten Firmen alle Projektphasen ausführen. Die Planungsphase verzögerte sich aufgrund Haushalts-Vorbehalten des Finanzstadtrats sowie eines Verfahrens vor der Kartellbehörde, welches eine erneute Ausschreibung erforderlich machte.
Die Bevölkerung Prags ist im ersten Quartal 2025 erneut geschrumpft. Laut einer aktuellen Analyse des Tschechischen Statistikamts sank die Zahl der Einwohner*innen Prags sowohl durch eine negative Geburtenbilanz als auch durch Abwanderung. Besonders stark betroffen sind Stadtteile mit hohem Altersdurchschnitt und wenig neuer Wohnbebauung. Der Wegzug ist häufig auf jene ukrainischen Staatsbürger*innen zurückzuführen, deren Schutzstatus ausgelaufen ist, sowie auf Personen, die sich das Leben in Prag nicht mehr leisten können. Im ersten Quartal 2025 verließen über 18.000 Menschen die Stadt. Auch die Anzahl der Geburten sank weiter, im Jahresvergleich um mehr als 16 Prozent. Parallel dazu stieg die Zahl der Todesfälle, insbesondere infolge von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Die hohe Wohnkostenbelastung trägt zusätzlich zur demografischen Entwicklung bei. Eigentum und Miete wurden im Vergleich zum Vorjahr erneut teurer, ebenso wie Wasser, Heizung und Dienstleistungen zur Instandhaltung. Während die Stadt Prag schrumpft, verzeichnen einige Umlandgemeinden wie Říčany, Černošice oder Slaný ein moderates Bevölkerungswachstum. Viele dieser Zuzügler*innen pendeln weiterhin täglich in die Hauptstadt.
Angesichts zunehmender Vandalismus-Fälle hat das städtische Unternehmen Technologie der Stadt Prag (THMP) die Inspektionsfrequenz an den rund neuen 1.000 Wartehäuschen des öffentlichen Nahverkehrs seit Anfang 2025 verdoppelt. Vor allem Graffiti und illegale Werbung stellen ein wachsendes Problem dar. Allein im ersten Halbjahr gingen fast 1.000 entsprechende Meldungen ein. Für Reinigung und Instandhaltung gab das Unternehmen in dieser Zeit bereits fast so viel aus wie im gesamten Vorjahr, nämlich rund 100.000 Euro. Besonders betroffen sind Glaselemente, deren Reparatur bei größerem Schaden mit erheblichen Kosten verbunden ist. Um die Reinigung zu erleichtern, werden neue Wartehäuschen mit Anti-Graffiti-Beschichtungen versehen, ausgenommen sind dabei die Glasflächen. Zur Bekämpfung des Vandalismus setzt die Stadt auf Prävention. Mit einer Informationskampagne, Plakaten und Social Media will sie für mehr Respekt im öffentlichen Raum werben. Zusätzlich können Bürger*innen Schäden über QR-Codes direkt an den Haltestellen melden, die automatisch ein Formular mit Standortdaten ausfüllen. Alternativ stehen auch die Apps "THMP Praha svítí" und "Změnte.to" zur Verfügung. Die Stadt hofft, durch mehr Präsenz, technische Schutzmaßnahmen und Bürger*innenbeteiligung langfristig die Anzahl der Schadensfälle zu senken.
Mit dem diesjährigen Motto "Wo ist mein Zuhause?" hat am Montag, dem 28. Juli 2025, das 15. Prague Pride Festival begonnen, das über 180 Veranstaltungen rund um die Themen Gleichheit, Vielfalt und Zugehörigkeit bietet. Trotz regnerischen Wetters versammelten sich hunderte Besucher*innen auf der Střelecký-Insel, wo das Festival mit einem künstlerischen Programm aus Musik, Tanz und Performance eröffnet wurde. Im Mittelpunkt stehen Veranstaltungen der LGBTQ+-Community, darunter Diskussionen, Workshops, kulturelle Auftritte und sportliche Aktivitäten an acht Veranstaltungsorten in der Stadt. Als Festivalzentrum dient das Pride Village, das auch kostenlose Gesundheitsangebote wie HIV-Tests bereitstellt. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Thema Heimat – gesellschaftliche Ausgrenzung und die Suche nach Akzeptanz wird in diesem Zusammenhang thematisiert. Höhepunkt des Festivals ist die traditionelle Regenbogenparade, die am Samstag vom Wenzelsplatz zum Hügel Letná zieht und dort in ein musikalisches Abschlussprogramm übergeht. Auf der Bühne stehen renommierte Künstler*innen, zahlreiche Verkaufsstände mit Speisen, Getränken und Regenbogenaccessoires tragen zur offenen, festlichen Atmosphäre bei. Die Polizei ist vor Ort präsent, um Sicherheit während der gesamten Festivalwoche zu gewährleisten.
Die Stadt Prag bereitet sich intensiv auf die Ausrichtung der tschechischen Olympischen Spiele der Kinder und Jugendlichen im Juni 2026 vor. Das Stadtparlament hat daher eine öffentliche Ausschreibung für die Bereitstellung zusätzlicher Unterkunfts- und Verpflegungsdienste angekündigt, da die bestehenden Kapazitäten nur rund 1.800 der erwarteten 4.500 Teilnehmenden abdecken. Der Auftrag mit einem geschätzten Volumen von knapp 800.000 Euro soll sicherstellen, dass alle jungen Sportler*innen angemessen untergebracht und versorgt werden. Das Sportevent umfasst 23 Disziplinen und gilt als größte Multisportveranstaltung Tschechiens. Prag ist nicht nur gastgebende Stadt, sondern auch traditionell unter den der erfolgreichsten Teilnehmer*innen. Neben sportlichem Ehrgeiz steht auch die organisatorische Qualität im Fokus. Die Stadt betont die Bedeutung von Sicherheit, Hygiene und Erreichbarkeit der Sportstätten. Ein zentraler Austragungsort wird die UNYP-Arena im 9. Prager Bezirk sein, womit sich auch der Stadtbezirk aktiv in die Vorbereitungen einbringt. Die Spiele sollen nicht nur sportliche Exzellenz fördern, sondern auch ein Zeichen für gelungene Nachwuchs- und Stadtentwicklung setzen.
Die Prager Stadtbibliothek erhält im Rahmen des Nationalen Restaurierungsplans eine Förderung in Höhe von rund 160.000 Euro zur Anschaffung eines neuen Scanners und Datenspeichers für die Digitalisierung historischer Bücher und Schriften. Mit dem neuen Gerät sollen seltene Werke künftig schneller in elektronischer Form bereitgestellt werden. Ziel ist es, den digitalen Zugang zu Kulturgut zu verbessern und die langfristige Sicherung wertvoller Bestände zu gewährleisten. Die digitalisierten Titel sind über eine Online-Plattform frei zugänglich, ein Leser*innenausweis ist nicht erforderlich. Der Schwerpunkt liegt auf Büchern, deren Urheber*innenrechte abgelaufen sind – also Werken, deren Autor*innen vor mindestens 70 Jahre verstorben sind. Besonders gefragt sind alte Verzeichnisse, Karten und Drucke, die auch für Forschung genutzt werden. Die Geräte sollen bereits Mitte August geliefert und in Betrieb genommen werden. Die Maßnahme ist Teil der laufenden Kampagne "Neue Technologien, alte Bücher", mit der die Bibliothek auf ihr digitales Angebot aufmerksam machen will. Die Prager Stadtbibliothek gehört zu den größten öffentlichen Bibliotheken des Landes. Mit über 170.000 registrierten Leser*innen gehört sie zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen Prags.
Die Stadt Prag hat die Umgebung des Nationaldenkmals auf dem Vítkov-Hügel umfassend neugestaltet. Der frühere Asphaltparkplatz wurde durch eine Promenade mit Wasserelementen und einen Aufenthaltsbereich mit Sitzbänken, neuer Begrünung und 29 neu gepflanzten, stadtresistenten Bäumen ersetzt. Ein Bistro mit öffentlichen Toiletten, teilweise in den Hang eingelassen und mit begrünter Dachfläche, wird im September eröffnet. Auch das Wassermanagement wurde nachhaltig optimiert: Ein zirkulierendes System speist die Fontänen mit Regenwasser, das über spezielle Rinnen und Versickerungsboxen aufgefangen wird. Auch die historische Brunnenanlage hinter dem Denkmal wurde renoviert, ebenso wie Wege im südlichen Teil des Parks. Kürzlich wurden auch die Treppen auf der Nordseite, die künftig eine Verbindung ins Stadtviertel Karlín ermöglichen sollen, saniert. Die Bauarbeiten begannen im August 2023. Die Kosten beliefen sich auf rund 4,5 Millionen Euro exklusive Mehrwertsteuer und umfassten auch neue Möblierung, Versorgungsleitungen und Beleuchtung. Finanziert wurde das Projekt teilweise aus Mitteln des EU-Förderprogramms IROP.
Ein neues digitales Spiel namens Playing Prague wurde von der städtischen Firma Prague City Tourism (PCT) entwickelt, um Tourist*innen für die Geschichte und Kultur der Hauptstadt zu begeistern. In Zusammenarbeit zwischen dem Studio Charles Games und der Prager Karlsuniversität entstand eine App, die für rund 61.000 Euro realisiert wurde. Innerhalb des ersten Monats wurde sie bereits rund 39.200 Mal heruntergeladen. Die Nutzer*innen können Prag auf spielerische Weise entdecken, indem sie virtuelle Straßen anlegen und Gebäude oder Parks gestalten können. Dabei bewegen sie sich durch verschiedene Stadtteile und begegnen bekannten Persönlichkeiten wie dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, dem Schriftsteller Franz Kafka, dem Kaiser Karl IV. oder der Olympiasiegerin Věra Čáslavská. Jedes Level widmet sich einem Prager Denkmal, im Spiel tauchen auch Straßenschilder und historische Straßenbahnen auf. Die kostenlose App Playing Prague ist in tschechischer, englischer und deutscher Sprache verfügbar.
Ein neues Forschungsprojekt des Instituts für Informatik der Tschechischen Akademie der Wissenschaften untersucht die subjektiv empfundene Temperatur in Prag. Hierzu wurde ein Online-Fragebogen entwickelt, der es allen Personen, die sich im Sommer in der Stadt aufhalten, ermöglicht, ihre individuelle Wahrnehmung von Wärme oder Hitze an verschiedenen Orten zu übermitteln. Die sogenannte gefühlte Temperatur berücksichtigt, neben der tatsächlichen Lufttemperatur, auch Einflüsse wie Wind, Luftfeuchtigkeit oder direkte Sonneneinstrahlung. Die Erhebung der Daten erfolgt bis Mitte September und zielt darauf ab, die Planung klimatischer Anpassungsmaßnahmen in Prag zu optimieren. Die Stadt ist im Fragebogen in einzelne Abschnitte gegliedert, die separat bewertet werden können. Mittels einer Skala von kalt bis heiß wird ermittelt, wie die Befragten die klimatischen Verhältnisse an Sommertagen erleben. Zusätzlich können freiwillige Angaben zu Alter, Geschlecht, Wohnstatus in Prag und Bildungsniveau gemacht werden. Alle erhobenen Daten werden anonymisiert behandelt. Die gesammelten Daten werden im europäischen Forschungsprojekt CARMINE, sowie im Rahmen der Strategie AV21 der Akademie weiterverarbeitet. Sie bilden zudem eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Prager Stadtverwaltung, den städtischen IT-Dienstleister Operator ICT, das Institut für Planung und Entwicklung, sowie weitere Einrichtungen, die sich in Prag mit klimatischen Fragestellungen im städtischen Raum befassen.
Der städtische Prague City Tourism setzt mit dem Programm "Prag ohne Barrieren" neue Maßstäbe in Sachen Inklusion und kulturelle Teilhabe. Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sowie Gehörlose, können nun an speziell gestalteten Stadtführungen teilnehmen, die barrierefrei und in tschechischer Gebärdensprache angeboten werden. Die Führungen richten sich vor allem an Rollstuhlfahrer*innen, Eltern mit Kinderwagen oder ältere Menschen, die klassische Touren sonst nur eingeschränkt nutzen können. Ein besonderes Erlebnis bieten die Gebärdensprachführungen, die neue Perspektiven auf die Stadt eröffnet. Im Juli und August 2025 finden mehrere thematische Spaziergänge statt – von der Geschichte der Südstadt über versteckte Passagen in der Neustadt bis zu klassischen Routen über den Altstädter Ring und die Karlsbrücke. Ergänzt wird das Programm durch Besuche im Stadtteil Karlín, auf der Prager Burg oder im Hvězda-Gehege. Die Touren kombinieren Information mit barrierefreier Bewegung durch den öffentlichen Raum. Besonders beliebt sind die Führungen durch architektonische Durchgänge, die Alternativen zu überfüllten Tourist*innenpfaden bieten. Für den Herbst sind weitere Termine geplant. Mit dem Programm unterstreicht Prag seinen Anspruch, Geschichte und Stadtbild für alle zugänglich zu machen.