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Prag / Tschechien

Hauptstadt Prag investiert weiter in die Wasserinfrastruktur

Die tschechische Hauptstadt wird in diesem Jahr etwa 178 Millionen Euro in die Erneuerung und den Ausbau ihrer Wasserwirtschaftsinfrastruktur investieren. Damit bleibt das Investitionsvolumen nahezu auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Der entsprechende Jahresplan wurde nun von der Prager Stadtregierung verabschiedet. Finanziert werden die Projekte überwiegend aus den Pachteinnahmen aus dem Wasserversorgungsnetz, die die städtische Gesellschaft Pražská vodohospodářská společnost (PVS) von dem Betreiber Pražské vodovody a kanalizace (PVK) erhält. Ein Großteil der Mittel fließt in bereits laufende Bauvorhaben, darunter die Modernisierung von Wasserleitungen, Kanalisation und Kläranlagen. Gleichzeitig werden neue Projekte mit einem Volumen von rund 57 Millionen Euro gestartet. Weitere Gelder sind für Sicherheitsmaßnahmen, moderne Technologien sowie den Ausbau von Photovoltaikanlagen vorgesehen. Hintergrund der hohen Investitionen ist die langfristige Strategie der Stadt zur Modernisierung der Wasserwirtschaft bis 2028. Dabei spielt die umfassende Erneuerung der zentralen Kläranlage auf der Kaiserinsel eine Schlüsselrolle, die als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Prags gilt. Noch in diesem Herbst soll zudem die Modernisierung einer historischen Hauptwasserleitung beginnen. Darüber hinaus plant die Stadt, künftig Restwärme aus Abwasser zur Beheizung von Haushalten zu nutzen.​

Prag / Tschechien

Rückhaltebecken soll Prager Kanalisation bei Starkregen entlasten

Die Stadt Prag setzt gemeinsam mit der Prager Wasserwirtschaftsgesellschaft (PVS) den Ausbau des Hochwasserschutzes im Stadtteil Karlín fort. Im Mittelpunkt steht der Bau eines weiteren Rückhaltebeckens, das Mitte 2028 fertiggestellt werden soll. Die letzte Phase des Projekts wird auf 14,5 Millionen Euro geschätzt. Ziel sei, die Kapazität des Kanalisationsnetzes zu erhöhen, den Schutz vor Hochwasser zu verbessern und die Verschmutzung der Moldau bei Starkregen zu verringern. Karlín gehört zu jenen Prager Stadtteilen, die bei Überschwemmungen im Jahr 2002 besonders schwer betroffen waren. Seither werden die Schutzmaßnahmen entlang der Moldau und im unterirdischen Kanalisationssystem schrittweise ausgebaut. Die bereits abgeschlossenen Bauphasen umfassten unter anderem eine Schleusenkammer, ein Hochwasserschutzwehr, technische Anlagen sowie eine Erweiterung der Kanalkapazitäten. Das bestehende Rückhaltebecken konnte im Jahr 2024 insgesamt 35.161 Kubikmeter verdünntes Abwasser auffangen und damit die Einleitung von Schadstoffen in die Moldau deutlich reduzieren. Der südliche Teil des neuen Beckens soll ein Volumen von 6.000 Kubikmetern haben und befindet sich bereits in der Bauphase. Parallel dazu ist in der Šaldova-Straße die Vergrößerung eines unzureichenden Kanalabschnitts geplant, mit Baubeginn im Juni 2026. Die letzten Bauabschnitte sollen April 2028 fertiggestellt werden.

Prag / Tschechien

Größter Gemeinschaftsgarten Tschechiens entsteht mitten in Prag

In Prag entsteht aktuell der größte Gemeinschaftsgarten des Landes. Auf einem fünf Hektar großen Gelände nahe dem Wald Velký háj im Stadtteil Krč wird seit April das Projekt "Velký háj" entwickelt, das künftig nicht nur als Gartenanlage, sondern auch als sozialer und pädagogischer Treffpunkt dienen soll. Das lange ungenutzte Areal wird schrittweise in eine großflächige Gemeinschaftszone mit Obstbäumen, Hochbeeten, Blumenwiesen und Anbauflächen umgewandelt. Bereits wenige Wochen nach Beginn der Arbeiten sind erste sichtbare Fortschritte erkennbar. Dutzende Obstbäume und Sträucher wurden gepflanzt, erste Beete angelegt und ein Container für Gartengeräte eingerichtet. Nach Angaben der Organisator*innen haben sich bislang rund 150 Menschen an dem Projekt beteiligt, weitere Interessierte kommen laufend hinzu. Die feierliche Eröffnung fand im Beisein von Vertreter*innen des vierten Prager Stadtbezirkes, Mitgliedern der entstehenden Gemeinschaft sowie Expert*innen für nachhaltige Stadtentwicklung statt. Die Bezirksverwaltung unterstützt das Projekt organisatorisch und infrastrukturell unter anderem bei der Wasserversorgung und bei der Suche nach Fördermitteln. Die kommenden Monate sollen vor allem dem weiteren Ausbau der Infrastruktur dienen. Geplant sind zusätzliche Gartenflächen, eine größere Blumenwiese sowie weitere Gemeinschaftsbereiche für Veranstaltungen und Bildungsaktivitäten.

Prag / Tschechien

Über 20 Millionen Euro Investitionsbudget für Prags Bezirke

Die Stadt Prag stellt den Stadtbezirken zusätzliche Investitionsmittel in Höhe von rund 21,6 Millionen Euro aus ihren Haushaltsreserven zur Verfügung. Die Gelder sollen an insgesamt 13 Bezirke verteilt werden, wobei der Schwerpunkt auf Projekten in den Bereichen Bildung, Sport und soziale Infrastruktur liegt. Die endgültige Freigabe der Mittel steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Stadtparlaments. Den größten Anteil erhält der Bezirk Prag 14, der rund 6,9 Millionen Euro für den Bau einer neuen Grundschule bekommt. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von etwa 37,2 Millionen Euro und soll bis 2028 abgeschlossen werden. Auch andere Bezirke profitieren von der Förderung, etwa Prag 15 mit rund 2,4 Millionen Euro für den Umbau seines Verwaltungsgebäudes. Weitere Mittel fließen unter anderem in den Ausbau von Schulkapazitäten in Kbely sowie in die Modernisierung von Sportanlagen, darunter ein Fußballplatz in Modřany. Zudem wird die Anschaffung eines medizinischen Roboters für das Krankenhaus Na Františku unterstützt, wodurch die Gesundheitsversorgung in der Innenstadt gestärkt werden soll. Neben diesem Förderpaket wurde eine zusätzliche Zuweisung für Prag 3 in Höhe von etwa 600.000 Euro beschlossen, die für die Planung eines neuen Tanzzentrums in einem ehemaligen Badehaus vorgesehen ist. Die Investitionen sind Teil einer umfassenderen Finanzstrategie der Stadt, die im aktuellen Haushalt Einnahmen von rund 4,7 Milliarden Euro vorsieht. Für Investitionen sind dabei insgesamt rund 930 Millionen Euro eingeplant.

Prag / Tschechien

Immer mehr Zecken in Prag sind mit Lyme-Borreliose infiziert

In Prag ist der Anteil von Zecken, die Lyme-Borreliose übertragen, im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Nach Angaben der Hygienestation waren rund 27 Prozent der im Jahr 2025 gesammelten Zecken infiziert, was einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr darstellt. Die Untersuchungen wurden an sieben Standorten in Parks und Waldgebieten durchgeführt. Besonders hohe Infektionsraten wurden im Waldpark Hostivař sowie im Wildgehege Satalice festgestellt. Parallel dazu ist auch die Zahl der gemeldeten Borreliose-Fälle deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden in Prag 836 Erkrankungen registriert, was einem erheblichen Anstieg gegenüber den Vorjahren entspricht. Neben der Borreliose übertragen Zecken auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), gegen die im Gegensatz zur Borreliose eine Impfung verfügbar ist. Die Zahl der FSME-Fälle ist in Prag zuletzt zurückgegangen, bleibt jedoch weiterhin ein relevantes Gesundheitsrisiko. Expert*innen weisen darauf hin, dass Zecken längst nicht nur in Wäldern vorkommen, sondern zunehmend auch in städtischen Grünflächen wie Parks und Gärten verbreitet sind. Das milde Klima sowie das Vorkommen geeigneter Wirte begünstigen ihre Ausbreitung im urbanen Raum. Mit Blick auf die aktuelle Wetterlage ist in den kommenden Wochen mit einer erhöhten Aktivität der Zecken zu rechnen. Gesundheitsbehörden empfehlen daher verstärkte Vorsichtsmaßnahmen bei Aufenthalten im Freien.

Prag / Tschechien

Tschechische Regierung will Fernseh- und Rundfunkgebühren abschaffen

Die tschechische Regierung plant eine grundlegende Reform der Finanzierung öffentlich-rechtlicher Medien und will die Rundfunk- und Fernsehgebühren vollständig abschaffen. Künftig sollen sowohl das Fernsehen als auch der Rundfunk direkt aus dem Staatshaushalt finanziert werden. Das neue Modell soll voraussichtlich ab Jänner 2027 in Kraft treten. Nach den vorgelegten Plänen ist vorgesehen, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen jährlich rund 233 Millionen Euro und dem Rundfunk etwa 84 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt zuzuweisen. Diese Beträge sollen regelmäßig an die Inflation angepasst werden und in einem eigenen Budgetkapitel verankert sein. Die Regierung betont, dass die institutionelle Unabhängigkeit der Medien trotz der neuen Finanzierung gewahrt bleiben soll. Weder Ministerien noch politische Gremien sollen Einfluss auf die Programmgestaltung nehmen, während zusätzliche Kontrollen durch den Obersten Rechnungshof vorgesehen sind. Die Reform sieht zudem vor, dass beide Institutionen organisatorisch getrennt bleiben und ihre bestehenden Strukturen beibehalten. Ziel sei es, die Finanzierung langfristig zu stabilisieren und gleichzeitig administrative Vereinfachungen zu erreichen. Kritik kommt insbesondere aus dem Umfeld des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dort wird befürchtet, dass die Abhängigkeit vom Staatshaushalt die Unabhängigkeit der Medien schwächen und politischen Einfluss erleichtern könnte. Auch auf politischer Ebene stößt das Vorhaben auf Widerstand: Teile der Opposition kündigten an, den Gesetzgebungsprozess aktiv zu verzögern oder zu blockieren. Vor der endgültigen Verabschiedung muss der Entwurf noch ein Konsultationsverfahren durchlaufen und sowohl im Abgeordnetenhaus als auch im Senat beraten werden. Parallel dazu werden unterschiedliche Gesetzesinitiativen diskutiert, die sich teilweise in Details unterscheiden.

Prag / Tschechien

Neue Photovoltaik-Anlagen auf Gebäuden des Prager Verkehrsbetriebs

Der Prager Verkehrsbetrieb (DPP) hat ein umfangreiches Energiesparprojekt an mehreren ihrer zentralen Standorte erfolgreich abgeschlossen. Ziel war es, den Energieverbrauch nachhaltig zu senken und gleichzeitig die Betriebskosten zu reduzieren. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 32,6 Millionen Euro, während in den kommenden zehn Jahren garantierte Einsparungen von etwa 6,2 Millionen Euro erwartet werden. Rund 16,2 Millionen Euro stammen aus dem EU-finanzierten Nationalen Wiederaufbauplan. Die Maßnahmen wurden an vier wichtigen Standorten umgesetzt, darunter im U-Bahn-Depot Kačerov, in der zentralen Leitstelle sowie in weiteren Betriebsanlagen. Das Projekt wurde im Rahmen eines sogenannten EPC-Modells realisiert, bei dem die beteiligten Unternehmen die Einsparungen vertraglich garantieren. Im Zuge der Modernisierung wurden sowohl bauliche als auch technische Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die Dämmung von Gebäuden, der Austausch von Fenstern sowie die Erneuerung von Heizungs-, Lüftungs-, Kühl- und Beleuchtungssystemen. Ergänzend wurden Photovoltaikanlagen installiert, die zur Eigenversorgung mit Strom beitragen. Die Photovoltaikanlage am Depot Kačerov gilt nun als größte Fassadenanlage dieser Art in Tschechien und produziert jährlich mehr als eine Gigawattstunde Strom, die direkt für den Betrieb der Anlage genutzt wird. Ein Teil der erzeugten Energie kann zudem in das Verkehrssystem eingespeist werden. Durch die Maßnahmen reduziert das Unternehmen nicht nur seinen Energieverbrauch, sondern auch seine CO2-Emissionen. Gleichzeitig stärkt das Projekt die langfristige Energieeffizienz der städtischen Infrastruktur. Die Stadt will ähnliche Modelle künftig verstärkt in anderen öffentlichen Gebäuden einzusetzen.

Prag / Tschechien

Pilotprojekt mit kostenlosen Museumstagen in Tschechien gestartet

Ab April 2026 erhalten Besucher*innen in Prag und in weiteren tschechischen Städten regelmäßig kostenlosen Zugang zu staatlichen Kunstsammlungen. Die Dauerausstellungen der Nationalgalerie Prag sowie weiterer Einrichtungen wie der Mährischen Galerie in Brünn und des Kunstmuseums Olmütz sind künftig an jedem ersten Sonntag im Monat frei zugänglich. Die Maßnahme ist als Pilotprojekt der Regierung angelegt und soll allen Bevölkerungsschichten den Zugang zur Kultur erleichtern. In Prag umfasst das Angebot mehrere bedeutende Ausstellungsorte, darunter den Messepalast (Sammlung moderner Kunst) sowie das historische Palais auf dem Hradschiner Platz und das Agneskloster. Dort können Besucher*innen zentrale Sammlungen von mittelalterlicher Kunst bis hin zu Kunst der Moderne bei freiem Eintritt besichtigen. Sonderausstellungen oder externe Standorte, die nicht direkt von der Nationalgalerie verwaltet werden, bleiben von der Regelung ausgenommen. Mit dem Projekt orientiert sich Tschechien an internationalen Modellen, die in vielen europäischen Staaten bereits etabliert sind. Regelmäßige Tage mit freiem Eintritt gelten als bewährtes Instrument, um kulturelle Teilhabe zu fördern und neue Besucher*innengruppen zu gewinnen. Das Kulturministerium plant, die Pilotphase kontinuierlich auszuwerten und mögliche Anpassungen vorzunehmen. Weitere Maßnahmen zur Öffnung kultureller Institutionen könnten nach der ersten Evaluierung folgen.

Prag / Tschechien

Bis 2028 strebt Prag Genehmigungen für 3.000 Mietwohnungen an

​Die städtische Prager Entwicklungsgesellschaft (PDS) hat ehrgeizige Pläne für den Wohnungsbau vorgestellt. Bis 2028 sollen Baugenehmigungen für rund 3.000 neue Wohnungen erteilt werden. Bereits dieses Jahr plant die PDS Anträge für etwa 1.500 Einheiten, 2027 sollen weitere 1.000 folgen. Insgesamt arbeitet die Gesellschaft an über 30 Projekten in rund 20 Stadtteilen. Langfristig sollen auf städtischen Grundstücken von etwa 90 Hektar zwischen 6.000 und 8.000 Wohnungen entstehen, mit dem Ziel, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – insbesondere für Berufsgruppen wie Lehrkräfte, Gesundheitskräfte oder Polizist*innen. Zu den am weitesten fortgeschrittenen Vorhaben gehört ein Wohnhaus in der Peroutkova-Straße in Prag 5. Verzögerungen durch Einsprüche und Verwaltungsverfahren gelten jedoch als großes Hindernis, weshalb die Stadt Reformbedarf bei Vergabe- und Genehmigungsprozessen sieht. Der Wert der städtischen Grundstücke ist seit 2020 auf rund 280 Millionen Euro gestiegen. Nach Bewilligung der Baugenehmigungen sollen die Projekte schrittweise umgesetzt werden. Perspektivisch prüft die Stadt, einzelne genehmigte Vorhaben an private Investorinnen zu veräußern, um unterschiedliche Wohnformen und soziale Durchmischung zu fördern. Zudem betont sie, dass kommunaler Wohnungsbau deutlich günstiger ist: Die Baukosten liegen laut Berechnungen bis zu 35 Prozent unter denen privater Projekte, vor allem aufgrund geringerer Gewinnmargen und langfristiger Planung.

Prag / Tschechien

Künstliche Intelligenz steuert jetzt das Wasserversorgungsnetz in Prag

Prag hat ein neues digitales System zur Steuerung seiner Wasserwirtschaftsinfrastruktur in Betrieb genommen, das auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiert. Das System überwacht das rund 3.700 Kilometer lange Versorgungsnetz in der Hauptstadt und ihrer Umgebung und wertet Daten aus dem Trinkwasser- und Abwassersystem in Echtzeit aus. Ziel ist es, die Effizienz des Betriebs zu erhöhen und Störungen frühzeitig zu erkennen. Mehr als 70.000 technische Geräte sind in das System integriert, wodurch eine umfassende Überwachung der gesamten Infrastruktur möglich wird. Die eingesetzten Algorithmen analysieren kontinuierlich Betriebsdaten und erkennen potenzielle Probleme bereits im Vorfeld, bevor es zu tatsächlichen Ausfällen kommt. Damit übernimmt das System teilweise Aufgaben, die bisher manuell von Techniker*innen ausgeführt wurden. Ein zentraler Vorteil liegt in der schnelleren Reaktionsfähigkeit bei Störungen. Durch die frühzeitige Identifikation von Problemen können Reparaturen gezielter geplant und schneller umgesetzt werden. Dies ist insbesondere in einer Großstadt wie Prag von Bedeutung, da Ausfälle nicht nur die Wasserversorgung beeinträchtigen, sondern auch Auswirkungen auf den Verkehr und den Alltag der Bevölkerung haben können. Das Prager Wasserversorgungsnetz versorgt rund 1,5 Millionen Einwohner*innen der Hauptstadt sowie weitere etwa 285.000 Menschen in der Region Zentralböhmen.

Prag / Tschechien

Erstes offenes Frauengefängnis Tschechiens im Prager Umland

In der Nähe von Prag entsteht derzeit die erste offene Haftanstalt für Frauen in Tschechien. Die neue Einrichtung wird auf dem Gelände des Gefängnisses in Velké Přílepy errichtet und soll mehr als 30 verurteilten Frauen Platz bieten. Ziel des Projekts ist es, die Insassinnen gezielt auf die Rückkehr in ein selbstständiges Leben vorzubereiten und die Rückfallquote zu senken. Die Baukosten belaufen sich auf 3,3 Millionen Euro. Nach Einschätzung des Justizministeriums könnte sich diese Investition langfristig auszahlen, da offene Vollzugsformen nachweislich zu geringerer Rückfälligkeit führen. Während die Rückfallquote bei herkömmlichen Haftformen in Tschechien bei über 60 Prozent liegt, soll sie im offenen Vollzug bei etwa 20 Prozent liegen. Das Konzept der offenen Haft basiert auf mehr Eigenverantwortung und gesellschaftlicher Integration. Die Frauen werden nicht in klassischen Zellen untergebracht, sondern in kleineren Wohneinheiten und übernehmen alltägliche Aufgaben wie Haushaltsführung und Instandhaltung. Zudem sollen sie außerhalb der Haftanstalt arbeiten und aktiv am Leben in der umliegenden Gemeinde teilnehmen. Der Aufenthalt in einer offenen Haftanstalt ist an strenge Bedingungen geknüpft. Voraussetzung sind unter anderem gutes Verhalten, die Einstufung in eine niedrigere Sicherheitskategorie sowie die Bereitschaft zur Arbeit und zur Teilnahme an Resozialisierungsmaßnahmen. Neben den Wohngebäuden entstehen auch administrative Einrichtungen, Schulungsräume für berufliche Qualifizierung und therapeutische Angebote. Ergänzt wird das Areal durch Grünflächen und Freizeitmöglichkeiten, die den offenen Charakter der Einrichtung unterstreichen. Das Modell offener Gefängnisse wird in Tschechien bereits seit 2017 in einer Männeranstalt erprobt und gilt als erfolgreich. Mit dem neuen Projekt in Velké Přílepy wird dieses Konzept nun erstmals auch auf den Frauenvollzug ausgeweitet.

Prag / Tschechien

Umfassende Modernisierung der größten Prager Kläranlage

Die Stadt Prag bereitet eine umfassende Modernisierung der sogenannten alten Wasserleitung der zentralen Kläranlage auf der Prager Kaiserinsel vor. Das Projekt zählt zu den größten wasserwirtschaftlichen Investitionen in der Geschichte der tschechischen Hauptstadt. Die Arbeiten werden etwa 190 Millionen Euro kosten. Auftraggeberin ist die städtische Prager Wasserwirtschaftsgesellschaft (PVS), während ein Konsortium unter Führung des Bauunternehmens SMP Construction aus der Vinci-Gruppe die Umsetzung übernimmt. Der Baubeginn ist für den 1. Oktober dieses Jahres geplant, nachdem die bestehende Anlage außer Betrieb genommen wurde. Die Bauarbeiten sollen insgesamt 43 Monate dauern. Ziel der Modernisierung ist es, die veraltete Technologie aus den 1960er Jahren vollständig zu ersetzen und die Reinigung eines großen Teils der städtischen Abwässer auf ein modernes technisches Niveau zu heben. Bereits in der Vergangenheit investierte Prag mehr als 280 Millionen Euro in eine neue Wasserleitung, die seit 2018 in Betrieb ist. Während der Bauarbeiten wird diese neue Anlage die gesamte Abwasserreinigung der Stadt übernehmen. Finanziert wird die Modernisierung durch die Stadt Prag, während die PVS die Kosten langfristig aus den Einnahmen für Wasser- und Abwassergebühren zurückzahlen soll. Neben der Erneuerung der alten Wasserleitung plant die Stadt weitere Projekte auf dem Gelände der Kläranlage, darunter die Modernisierung der Schlammverarbeitung sowie eine Anlage zur Nutzung der Restwärme aus Abwasser. Diese Energie soll künftig zum Heizen von Haushalten genutzt werden.

Prag / Tschechien

Vyšehradský-Brücke in Prag zu einer der schönsten weltweit gekürt

Eine Prager Brücke hat es in ein internationales Ranking der schönsten Brücken der Welt geschafft. Der britische Online-Guide "Time Out" führt das Bauwerk auf Platz 15 seiner Liste der 19 eindrucksvollsten Brücken weltweit. Bemerkenswert ist, dass es sich dabei nicht um die weltberühmte Karlsbrücke handelt, sondern um die Eisenbahnbrücke zwischen den Stadtteilen Výtoň und Smíchov – häufig als Vyšehradský oder Výtoňský most bezeichnet. Die Stahlkonstruktion überspannt die Moldau seit dem Jahr 1901 in ihrer heutigen Form. Obwohl sie primär dem Bahnverkehr dient, ist sie zugleich ein wichtiger Fußweg zwischen beiden Ufern. Täglich nutzen zahlreiche Passant*innen die seitlichen Stege, um die Aussicht auf die Prager Altstadt, Vyšehrad und die Moldau zu genießen oder um den Fluss zu überqueren. Im Ranking ist die Brücke neben dem wiederaufgebauten Stari Most im bosnischen Mostar eine von nur zwei europäischen Vertreterinnen. Die Prager Eisenbahnbrücke stand in den vergangenen Jahren im Fokus öffentlicher Debatten. Die Stadt erwog zeitweise einen Abriss zugunsten eines modernen Neubaus. Gegen diese Pläne formierte sich jedoch Widerstand von Denkmalschützer*innen, Bürger*inneninitiativen und internationalen Organisationen. Schließlich fiel 2025 die Entscheidung zugunsten einer Sanierung und des Erhalts des Bauwerks. Bereits 2004 war die Brücke zum tschechischen Kulturdenkmal erklärt worden. Die internationale Anerkennung unterstreicht nun ihren architektonischen und städtebaulichen Wert. Damit rückt ein oft unterschätztes Wahrzeichen Prags stärker ins weltweite Rampenlicht.

Prag / Tschechien

Streit um Prager Magistratsdirektors soll beigelegt werden

Im Streit um die Abberufung des ehemaligen Direktors des Prager Magistrats, Martin Kubelka, zeichnet sich eine überraschende Wende ab. Nach der ersten Gerichtsverhandlung vor dem Bezirksgericht Prag 1 einigten sich beide Seiten darauf, eine außergerichtliche Lösung im Rahmen einer Mediation anzustreben. Das Verfahren wurde auf Mitte Juni vertagt, bis dahin soll geprüft werden, ob eine Einigung erzielt werden kann. Kubelka war im März vergangenen Jahres von Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda (ODS - Bürgerdemokratische Partei) seines Amtes enthoben worden. Zu den Hauptgründen zählten unter anderem hohe Sondervergütungen für seine Assistentin sowie die umstrittene Vergabe von VIP-Parkausweisen. Kubelka bestritt die Rechtmäßigkeit seiner Entlassung und reichte im Mai Klage ein. Die Polizei hatte zuvor keinen strafrechtlichen Verstoß im Zusammenhang mit der Vergabe der Parkausweise festgestellt. Im Gerichtssaal kam es nun nicht zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung, sondern auf Anregung des Richters zu einer Verständigung über ein Mediationsverfahren. Ziel ist es, einen langwierigen und kostspieligen Prozess zu vermeiden. Denkbar ist eine finanzielle Entschädigung, ohne dass die Stadt ihre ursprüngliche Entscheidung formell in Frage stellt. Die Mediation wird von einer erfahrenen Anwältin geleitet und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Sollte eine Einigung zustande kommen, wird sie vom Gericht bestätigt. Bis dahin bleibt offen, ob der Konflikt politisch wie juristisch endgültig beigelegt werden kann.

Prag / Tschechien

Seit 2010: Prags CO₂‑Emissionen um fast ein Drittel gesunken

Die tschechische Hauptstadt hat ihre Kohlendioxid-Emissionen zwischen 2010 und 2024 um nahezu ein Drittel reduziert und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz gemacht. Nach Angaben der stellvertretenden Oberbürgermeisterin Jana Komrsková (Piratenpartei) sanken die Gesamtemissionen in diesem Zeitraum von 8,85 auf 6,22 Millionen Tonnen, obwohl die Einwohner*innenzahl deutlich wuchs. Maßgeblich zu diesem Rückgang beigetragen haben der Energiesektor und andere Quellen, insbesondere die Wärme- und Stromerzeugung, sowie der Energieverbrauch in Gebäuden. Deutlich schwieriger gestaltet sich hingegen die Emissionsminderung im Verkehrsbereich. Vor allem der private Autoverkehr konnte bislang nicht nachhaltig reduziert werden und verzeichnete zuletzt sogar einen leichten Anstieg. Im Jahr 2024 lagen die Emissionen des Individualverkehrs um rund 0,4 Prozent höher als 2010. Der Monitoringbericht zeigt zugleich, dass Energieverbrauch und CO₂-Fußabdruck der Stadt langfristig rückläufig sind. Nach einem pandemiebedingten Zwischenanstieg im Jahr 2022 setzte sich in den Jahren 2023 und 2024 wieder ein sinkender Trend durch. Grundlage der Maßnahmen ist der Prager Klimaplan aus dem Jahr 2021, der eine Emissionsminderung von 45 Prozent bis 2030 vorsieht. Langfristig strebt die Stadt an, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dafür müssten die Emissionen zunächst auf etwa 4,8 Millionen Tonnen sinken und anschließend schrittweise reduziert werden.

Prag / Tschechien

Neue Qualitätsstandards für Prager U-Bahn-Wagen beschlossen

Prag hat seine Qualitätsstandards für U-Bahn-Wagen aktualisiert und damit die Grundlage für eine umfassende Modernisierung des U-Bahnnetzes geschaffen. Künftig müssen neu angeschaffte Züge entweder fahrerlos betrieben werden können​​​ oder mit ausfahrbaren Plattformen ausgestattet sein, die den Spalt zwischen Bahnsteig und Zug überbrücken. Die Standards wurden vom Gemeinderat verabschiedet und vom Organisator des öffentlichen Verkehrs ROPID ausgearbeitet. Das Dokument unterscheidet zwischen neu beschafften, modernisierten und künftig nicht mehr umgebauten Fahrzeugen. Neue Züge sollen neben automatischem Betrieb auch einen höheren Komfort bieten, darunter gepolsterte Sitze, Edelstahl-Haltestangen, moderne Informationssysteme mit Online-Daten​​​​​​ sowie Videoüberwachung. Vorgesehen ist außerdem Technik zur automatischen Fahrgastz​ählung, die eine genau​ere Steuerung des Betriebs ermöglichen soll. Parallel arbeitet ROPID an weiteren Standards für U-Bahn​-Stationen, um Informations- und Zugangssysteme zu vereinheitlichen und die Orientierung für sehbehinderte Menschen zu verbessern. Die neuen Anforderungen stehen im Zusammenhang mit der geplanten Beschaffung von 52 automatischen Zügen für die Linien C und D. Der Auftragswert wird, einschließlich der Wartung für 35 Jahre, auf 3,4 Milliarden Euro geschätzt. Aufgrund von Verzögerungen beim Bau der Linie D sollen die ersten Fahrzeuge zunächst auf der Linie C eingesetzt werden. Nach Angaben des Verkehrsstadtrates Jaromír Beránek (Piratenpartei) wird die Lieferung der ersten Züge zwischen 2030 und 2031 erwartet.

Prag / Tschechien

Verbot von Leih-E-Scootern in Prag gilt seit dem Jahreswechsel

In der tschechischen Hauptstadt sind gemeinsam genutzte E-Roller ab Jänner 2026 vollständig aus dem Straßenbild verschwunden. Die Stadt Prag setzt damit eine Entscheidung des Gemeinderates um, der auf anhaltende Beschwerden von Anwohner*innen reagierte. Kritisiert wurden vor allem Gefährdungen von Fußgänger*innen, ungeordnetes Abstellen der Roller sowie die zunehmende Belastung öffentlicher Flächen durch touristische Nutzung. Private Elektroroller bleiben von dem Verbot unberührt. Die Prager Verwaltung geht davon aus, dass die Maßnahme ohne größere Komplikationen umgesetzt wird. Die Betreiber*innen haben bereits angekündigt, ihre Geschäftsmodelle anzupassen, oder den Markt zu verlassen. Während Lime künftig ausschließlich auf Leih-Elektrofahrräder setzen will, zieht sich Bolt vollständig aus dem Bereich der Mikromobilität in Prag zurück. Andere Anbieter*innen wie Rekola oder Nextbike bleiben künftig nur mit klassischen Fahrrädern und E-Bikes präsent. Grundlage der Neuregelung ist ein neues Genehmigungssystem, das feste Abstellzonen vorsieht und für jedes Fahrrad oder E-Bike eine monatliche Gebühr von umgerechnet rund einem Euro verlangt. Elektroroller können diese Bedingungen nicht erfüllen und verlieren damit ihre Betriebserlaubnis. Die Einhaltung des Verbots wird von städtischen Kontrollteams überwacht, die verbliebene Roller entfernen und Sanktionen verhängen können.

Prag / Tschechien

Bau von zwei Leichtathletikstadien in Prag geplant

Die Stadt Prag treibt den Ausbau ihrer Sportinfrastruktur voran und lässt in den Stadteilen Motol und Strahov zwei neue Leichtathletikstadien errichten. In Motol entsteht ein moderner Komplex auf dem Gelände einer ehemaligen Windhundrennbahn, das die Stadt für 8,6 Millionen Euro erworben hat. Die Baukosten für die Umgestaltung des stark verfallenen Areals sind inzwischen auf mehr als 3,2 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer gestiegen. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Stadion über eine 400-Meter-Bahn mit acht Rundbahnen sowie über Anlagen für Weitsprung, Speerwurf, Hammerwurf, Diskus und Kugelstoßen verfügen. Geplant ist zudem eine barrierefreie Nutzung, wodurch die Anlage künftig auch Parasportler*innen zur Verfügung stehen wird. Parallel dazu wird das Leichtathletikstadion in Strahov umfassend modernisiert, wofür die Stadt mehr als zwei Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer veranschlagt. Der Naturrasen wird komplett erneuert, ergänzt durch ein automatisches Bewässerungssystem und eine neue Kunstlichtanlage. Auch hier entsteht eine 400-Meter-Bahn mit acht plus acht Bahnen sowie eine zentrale Rasenfläche für weitere Disziplinen. Beide Projekte werden nach dem Prinzip Design and Build umgesetzt, wodurch Planung und Bau in einer Hand liegen. Ab 2027 sollen beide Anlagen internationalen Normen entsprechen und die Ausrichtung hochklassiger Wettkämpfe ermöglichen, was die sportliche Infrastruktur der Hauptstadt deutlich stärken wird.

Prag / Tschechien

Verkehrsmanagement wird in Prag neu organisiert

Die tschechische Hauptstadt stellt ihr Verkehrsmanagement neu auf und gründet zu diesem Zweck eine eigene Tochtergesellschaft des städtischen Unternehmens Technische Verkehrsverwaltung (TSK). Die neue Einheit soll jene Aufgaben übernehmen, die bislang durch den privaten Anbieter Eltodo erbracht wurden, darunter die Steuerung des Verkehrsflusses, die Betreuung von Ampelanlagen und die Pflege der Verkehrsbeschilderung. Grundlage bildet ein Pachtvertrag über einen Teilbetrieb von Eltodo, der der Stadt eine spätere Übernahme nach fünf Jahren ermöglicht. Die Stadt verspricht sich davon mehr Kontrolle über technologische Infrastruktur, schnellere Einführung intelligenter Lösungen und langfristige Sicherung des Know-hows im öffentlichen Sektor. Laut Magistrat ist das Modell wirtschaftlich neutral. Gleichzeitig werden Einsparungen zwischen acht und zwölf Prozent erwartet, da die Leistungen künftig ohne private Gewinnmargen erbracht werden. Die Pachtkosten steigen von etwa zwei Millionen Euro im kommenden Jahr auf jährlich 2,6 Millionen Euro ab 2028, während die Betriebskosten der neuen Gesellschaft ebenfalls kontinuierlich zunehmen sollen. Die Stadt begründet die Gründung mit wachsendem Bedarf an modernem Verkehrsmanagement in einer dynamisch wachsenden Metropole. Kritische Stimmen aus der Opposition warnen jedoch vor steigender Bürokratie, unklaren Einsparpotenzialen und dem Risiko, dass das Projekt scheitert, sollte Schlüsselpersonal nicht gehalten werden können. Dennoch sieht der Magistrat die Reform als zentralen Schritt, um strategische Infrastruktur unter städtischer Kontrolle zu modernisieren.

Prag / Tschechien

Wasser in Prag teurer als in Wien

​Ab dem kommenden Jahr müssen sich viele Haushalte in Tschechien auf höhere Wasser- und Abwasserpreise einstellen, besonders in großen Städten. Am stärksten betroffen ist Prag, wo die Preise bereits jetzt über dem Niveau vieler anderer europäischer Metropolen wie Berlin, Paris oder Wien liegen. Derzeit zahlen Prager Haushalte rund 6,20 Euro pro​ Kubikmeter. Aufgrund einer langfristigen Strategie zur Sicherung und Modernisierung der Wasserinfrastruktur werden die Preise bis 2028 jährlich um die Inflationsrate plus zwei Prozent zulegen. Danach sollen sie nur noch an die Inflation angepasst werden. Bei einer angenommenen Inflation von 2,5 Prozent würde der Preis auf rund 6,55 Euro klettern. Auch in Brünn kommt es zu Preiserhöhungen, wenn auch in geringerem Umfang. Der Preis steigt auf ungefähr 4,56 Euro pro Kubikmeter, was einer Steigerung von 2,3 Prozent entspricht. Die Stadt investiert stark in die Erneuerung des Netzes und plant für das kommende Jahr Ausgaben von circa 15,9 Millionen Euro. Dennoch liegt der Preis weiterhin unter dem nationalen Durchschnitt von rund 5,29 Euro. In weiteren Regionen sind ebenfalls Anhebungen zu erwarten, beispielsweise in Pardubice, wo die Tarife um 2,6 Prozent steigen. Gleichzeitig bleiben in einigen Städten die Kosten stabil, weil wirtschaftlich gute Ergebnisse oder kommunale Beschlüsse weitere Erhöhungen verhindern. Insgesamt zeigen sich deutliche regionale Unterschiede, die vor allem von lokalen Wasserressourcen und dem Investitionsbedarf der Infrastruktur beeinflusst werden.​

Prag / Tschechien

Mehr Betriebsbahnhöfe und Abstellgleise in Prag notwendig

Die tschechische Eisenbahnverwaltung (SŽ) plant eine umfassende Erweiterung ihrer Abstell- und Wartungskapazitäten, um der erwarteten Zunahme des Bahnverkehrs in den kommenden Jahrzehnten gerecht zu werden. Ein Ausbau der Kapazitäten sei notwendig, da sich die Zahl der Züge im Prager Raum langfristig mehr als verdoppeln dürfte. In Prag sollen neue Abstellbahnhöfe im 9. und später auch im 10. Prager Bezirk entstehen, parallel dazu neue Flächen in Brünn, Pilsen und Česká Třebová. Im 9. Bezirk werden derzeit die Unterlagen für die Baugenehmigung vorbereitet – die Errichtung könnte bereits im nächsten Jahr beginnen und rund zwei Jahre dauern. Die geschätzten Kosten betragen 97 Millionen Euro. Zusätzlich sind neue Wendegleise und Abstellkapazitäten entlang der Strecke Prag–Flughafen–Kladno vorgesehen. Für die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke soll auf dem ehemaligen Güterbahnhof Strašnice im 10. Bezirk ein eigener Abstellbahnhof entstehen, dessen Bau in der ersten Hälfte der 2030er Jahre geplant ist. Die Stadt Prag, der Stadtbezirk Prag 10 und die SŽ haben sich bereits auf die künftige Form dieses Standorts verständigt und ein Memorandum liegt zur Unterzeichnung bereit. Weitere kurzfristige Abstellmöglichkeiten sollen in den Stadtteilen Zahradní Město, Radotín, Smíchov und Krejcárek geschaffen werden. Ergänzend zu diesen Projekten bleibt das Wartungszentrum Prag-Süd der wichtigste nationale Standort für die Wartung großer Zuggarnituren. ​

Prag / Tschechien

Zwei Prager Ufer werden saniert und bekommen Hochwasserschutzanlagen

Prag plant eine umfassende Umgestaltung gleich zweier Uferbereiche, um den Hochwasserschutz als auch die Qualität des öffentlichen Raums zu verbessern. Am Rašínovo-Ufer wird ein rund 450 Meter langer Abschnitt der bestehenden Hochwasserschutzanlagen erneuert, wo bisher Sandsackbarrieren eingesetzt wurden. Künftig sollen dort Aluminiumzäune zum Einsatz kommen, die im Ernstfall deutlich schneller montiert werden können und damit eine effizientere Reaktion auf mögliche Hochwasserereignisse ermöglichen. Die Kosten für diesen Teil des Projekts belaufen sich auf etwa 720.000 Euro. Die Bauarbeiten sollen zur Jahreswende beginnen und innerhalb von vier Monaten abgeschlossen sein. Parallel dazu laufen Planungen für eine umfassende Revitalisierung des Ufers entlang des Troja-Schifffahrtskanals im 7. Bezirk und im angrenzenden Stromovka-Park. Gleichzeitig will die Stadt die Geh- und Radwege in diesem Abschnitt modernisieren, da der Kanal einen wichtigen Radverkehrskorridor darstellt. Die bereits fertiggestellte Hochwassersperre am Troja-Kanal, in die etwa 7,6 Millionen Euro investiert wurden, bildet den ersten Baustein der Schutzmaßnahmen im nördlichen Teil der Stadt. Mit der nun genehmigten Projektkoordination will Prag sicherstellen, dass die umfangreichen Infrastrukturarbeiten sinnvoll aufeinander abgestimmt werden und langfristig eine widerstandsfähigere und attraktivere Uferlandschaft entsteht.​

Prag / Tschechien

Neuer Koalitionsvertrag in Tschechien ist unterzeichnet

In Tschechien wurde am Montag, dem 3. November 2025, ein neuer Koalitionsvertrag unterzeichnet, der die Grundlage für die künftige Regierung unter der Führung von Andrej Babiš (ANO – JA) bildet. Das fünfseitige Dokument regelt unter anderem das Verfahren zur Beilegung der letzten Unstimmigkeiten zwischen den Partnerparteien ANO, SPD (Freiheit und direkte Demokratie) und Motoristé (Autofahrer). Streitfragen sollen künftig direkt auf der Ebene der Parteivorsitzenden und des Premierministers geklärt werden, um eine stabile Regierungsführung zu gewährleisten. Ein Anhang zum Vertrag legt die Verteilung der Ministerien fest, während ein weiterer Nachtrag die Zustimmung aller Abgeordneten der Koalitionsparteien dokumentiert. Diese verpflichten sich, das gemeinsame Regierungsprogramm einzuhalten. Die Namen der künftigen Minister*innen wurden bislang nicht bekannt gegeben. Die Namen sollten laut Andrej Babiš bis Ende des Monats präsentiert werden. Das Programm selbst, auf das sich die Parteien bereits in der Vorwoche einigten, wurde dem tschechischen Präsidenten Petr Pavel (parteilos) zur Kenntnisnahme übermittelt. Im Anschluss an die erste konstituierende Sitzung des neuen Parlaments nach der Unterzeichnung des Vertrages trat das Kabinett von Petr Fiala (ODS – Bürgerdemokratische Partei) planmäßig zurück. Mit dem neuen Koalitionsvertrag zeichnet sich eine deutliche politische Verschiebung in Richtung populistischer und nationalkonservativer Kräfte ab. Die neue Koalition aus ANO, SPD und Motoristé verfügt im aktuellen Parlament über eine Mehrheit von 108 Mandaten, 27 Mandate gehören der ODS, 22 der Partei STAN (Bürgermeister und unabhängige), 18 der Piratenpartei und 16 der KDU-ČSL (Christdemokratische Partei-Tschechoslowakische Volkspartei).

Prag / Tschechien

Tschechien hat die EU-weit höchsten Strompreise

​Laut den neuesten Daten von Eurostat zahlen tschechische Haushalte derzeit die höchsten Strompreise in der gesamten Europäischen Union, wenn man die Kaufkraft der Bürger*innen berücksichtigt. Im ersten Halbjahr 2025 lag der Preis bei 39,16 PPS (PPS – Purchase Power Standard, fiktive Währung, die die Unterschiede in der​​Laut den neuesten Daten von Eurostat zahlen tschechische Haushalte derzeit die höchsten Strompreise in der gesamten Europäischen Union – unter Berücksichtigung der Kaufkraft der Bürger*innen. Im ersten Halbjahr 2025 lag der Preis bei 39,16 PPS (PPS – Purchase Power Standard, fiktive Währung, die Unterschiede in der Kaufkraft einzelner Länder berücksichtigt) pro 100 Kilowattstunden, während auf Malta lediglich 13,68 PPS fällig wurden. Besonders paradox ist die Situation, da Tschechien zu den größten Stromexporteuren Europas gehört und der Strompreis dennoch deutlich höher liegt als in Ländern wie Schweden, Frankreich oder der Slowakei, die ebenfalls große Energieexporteure sind. Expert*innen führen die hohen Preise vor allem auf hohe Abgaben, Netzgebühren und im EU-Vergleich niedrige Einkommen zurück. Diese Kombination führt dazu, dass die Belastung der Haushalte im Verhältnis zur Kaufkraft außergewöhnlich hoch ist. Die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) kündigte dennoch an, dass der regulierte Teil der Strompreise im kommenden Jahr um durchschnittlich 2,7 Prozent steigen soll, während Gas um 4,7 Prozent teurer wird. Sollte jedoch die neue Regierung ihr Versprechen halten und die Kosten für Teile des regulierten Energiepreises übernehmen, könnten die regulierten Energiepreise für Haushalte um bis zu 15 Prozent sinken. ​ Kaufkraft der einzelnen Länder berücksichtigt) pro 100 Kilowattstunden, während auf Malta lediglich 13,68 PPS fällig wurden. Besonders paradox ist die Situation, da Tschechien zu den größten Stromexporteuren Europas gehört und dennoch deutlich mehr bezahlt als Länder wie Schweden, Frankreich oder die Slowakei, die selbst Energie exportieren. Expert*innen führen die hohen Preise vor allem auf hohe Abgaben, Netzgebühren und im EU-Vergleich niedrige Einkommen zurück. Diese Kombination führt dazu, dass die Belastung der Haushalte im Verhältnis zur Kaufkraft außergewöhnlich hoch ist. Die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) kündigte dennoch an, dass der regulierte Teil der Strompreise im kommenden Jahr um durchschnittlich 2,7 Prozent steigen soll, während Gas um 4,7 Prozent teurer wird. Sollte aber die neue Regierung ihr Versprechen einlösen und die Kosten für Teile des regulierten Energiepreises übernehmen, könnten die regulierten Energiepreise für Haushalte um bis zu 15 Prozent sinken.​

Prag / Tschechien

E-Scooter-Verbot in Prag ab Jänner 2026

Die Stadt Prag schließt das chaotische Kapitel mit den mietbaren E-Scooter. Nach jahrelangen Diskussionen haben die Stadträt*innen eine neue Regelung beschlossen, die den Betrieb von E-Scootern im öffentlichen Raum faktisch beendet. Ab Anfang 2026 dürfen die zur Miete angebotenen E-Scooter nicht mehr auf öffentlichen Flächen abgestellt werden. Abgestellte Fahrzeuge werden künftig von der städtischen Firma Technische Verwaltung der Straßen (TSK) entfernt. Während für gemeinsam genutzte Fahrräder und E-Bikes künftig feste Abstellzonen vorgesehen sind, sind diese für E-Scooter ausdrücklich verboten. Ziel der Maßnahme ist es, die oft unübersichtliche und gefährliche Situation im Stadtzentrum zu entschärfen, wo die Scooter häufig auf Gehwegen oder an Kreuzungen abgestellt werden. Gleichzeitig soll der neue Vertrag mit den Betreiber*innen von Leihfahrrädern eine bessere Kontrolle über deren Anzahl ermöglichen. Die Stadt will überbelegte Stellflächen verhindern. Für jeden Stellplatz ist eine Kapazität festgelegt. Die Betreiber*innen müssen zudem mit einer monatlichen Gebühr von einem Euro pro Rad rechnen. Die Entscheidung betrifft auch große Anbieter*innen wie Lime oder Bolt, die ihre E-Scooter-Flotten in Prag künftig nicht mehr betreiben dürfen. Beide Firmen kritisieren die neuen Regeln als überzogen und prüfen ihren Rückzug aus der Stadt. Für die Bürger*innen bedeutet die Entscheidung das Ende eines umstrittenen Verkehrsmittels, das in den letzten Jahren immer wieder für Unfälle, Lärmbelästigung und Beschwerden sorgte.