Teilnehmer*innen im Kinosaal

Filmstädte Wien und Berlin im Austausch

16.9.2026

Auch heuer brachte die Feel Austria Week 2026 österreichisches Lebensgefühl in die deutsche Hauptstadt. Vor diesem Hintergrund organisierte das Internationale Büro der Stadt Wien am 16. September eine Netzwerkveranstaltung, die sich speziell um die filmfreundlichen Städte Wien und Berlin drehte. Im Fokus standen Fragen, wie Städte Kultur möglichst niederschwellig zugänglich machen können, welche Rahmenbedingungen einen filmfreundlichen Standort auszeichnen, welche Rolle Kultur auf Bezirksebene spielt und welche Fördermöglichkeiten und zentralen Anlaufstellen zur Verfügung stehen.

In Vertretung der Kulturstadträtin der Stadt Wien, Veronica Kaup-Hasler, begrüßte Patricia Anderle, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat, die Gäst*innen vor Ort. Den Gedanken der internationalen Zusammenarbeit griff abschließend ein Preview-Event von "Gentle Monster" der österreichischen Regisseurin Marie Kreutzer im Berliner Kino Filmkunst 66 auf. Bei der österreichisch-deutsch-französischen Koproduktion mit Wiener Beteiligung und Förderung durch den Filmfonds Wien handelt es sich um ein Vorzeigebeispiel der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Filmbereich.

Kultur in Wien für alle - dezentral und niederschwellig

Als Best-Practice-Beispiele für eine dezentrale und niederschwellige Kulturversorgung wurde im Austausch der beiden Städte insbesondere das Wiener Modell hervorgehoben. So bringt etwa der Kultursommer Wien Kultur aus den klassischen Institutionen hinaus in die Grätzl, mit kostenlosen Veranstaltungen in Parks und auf öffentlichen Plätzen – 2026 wurden rund 94.000 Besucher*innen erreicht. Auch das VOLXkino steht für kulturelle Nahversorgung: Das mobile Open-Air-Kino zeigt seit mehr als 35 Jahren Filme bei freiem Eintritt in Wiener Parks und Wohngebieten. Mit der GrätzlVIENNALE werden in Kooperation mit der Viennale zudem ausgewählte Festivalfilme direkt in die Stadtteile gebracht. Großes Interesse weckte auch das nonstop Kinoabo, das regelmäßige Kinobesuche leistbarer macht. Abonnent*innen können damit in den teilnehmenden Kinos unbegrenzt Vorstellungen besuchen.

Filmfreundliche Stadt Berlin

Vertreter*innen des Medienboard Berlin-Brandenburg gaben indes Einblicke in die Berliner Filmförderung und die Initiative "Filmfreundliche Stadt Berlin". Im Mittelpunkt standen einfache und verlässliche Genehmigungswege sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Filmschaffenden. Wien und Berlin stehen dabei vor ähnlichen Herausforderungen, insbesondere bei der Koordination von Drehgenehmigungen.

Bezirkskultur und Kreativwirtschaft

Den Berlin-Besuch nutzte Gemeinderätin Patricia Anderle auch für einen Austausch zur Bezirkskultur sowie zur Kultur- und Kreativwirtschaft, wobei sie unter anderem die Galerie Nord und die Dependance des Mitte Museums im Rathaus Tiergarten besuchte sowie Einblicke in die vielfältige Kulturarbeit auf Bezirksebene bekam. Im Austausch mit Vertreter*innen der Clubcommission Berlin und der für Kreativwirtschaft zuständigen Abteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe ging es um die Rolle von Clubs und freien Kulturorten, Fragen der Raumsicherung sowie die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft für die Stadtentwicklung.

Weitere Informationen

Feel Austria Week
Vienna Film Commission
Kultursommer Wien
VOLXkino Wien
Initiative Filmfreundliche Stadt Berlin
Clubcommission Berlin