Kulturerbe und Mobilität verbinden: Krakau setzt auf Wiener Erfahrungen
16.4.2026
Auch Wien war bei der Veranstaltung im Krzysztofory-Palast zu Gast, neben Vertreter*innen aus Mailand, Thessaloniki und Prag. Für die Expert*innen ging es vor allem um die Vereinbarkeit moderner Verkehrsinfrastrukturen mit dem Schutz des historischen Erbes. Denn heute stellt sich nicht nur die Frage nach der Notwendigkeit einer U-Bahn, sondern wie sie in sensiblen Umfeldern geplant und umgesetzt werden kann.
"Ich hoffe, dass diese Konferenz verdeutlicht, dass der Bau einer U-Bahn das Kulturerbe nicht nur nicht zerstört, sondern es hervorheben, stärken und neu erzählen kann. Und das für die nächsten Jahre geplante Projekt bietet Krakau die Chance, in dieser Hinsicht neue Maßstäbe zu setzen“, betonte Bürgermeister Miszalski bei der Eröffnung der Konferenz.
Wiener U5 als Vorzeigeprojekt
Wien ist einer der wichtigsten Bezugspunkte für Krakau, insbesondere durch den Bau der U-Bahn-Linie U5, der direkt unter dem Stadtzentrum erfolgt. Geht es nach den Expert*innen aus Wien hängt der Erfolg eines solchen Projekts vor allem vom Verlauf der Anfangsphase ab. Denn gerade hier werden entscheidende Weichenstellungen hinsichtlich Streckenführung, Stationen, Bautechnologie und der öffentlichen Kommunikation getroffen. Schon während dieser Anfangsphase müssten widersprüchliche Interessen – verkehrstechnische, denkmalpflegerische, gesellschaftliche und wirtschaftliche – in Einklang gebracht werden.
U-Bahnplanung in Krakau
Schwierigkeiten müsse man in Chancen verwandeln. In einer historisch reichen Stadt wie etwa Krakau könne die U-Bahn das kulturelle Erbe für Bewohner*innen auch hervorheben, so eine Fachkraft aus Mailand. Vertreter aus Prag sind wiederum überzeugt, eine U-Bahnplanung müsse auch den Fahrzeugpark, Verkehrssteuerung, Sicherheit, die Instandhaltung und die Organisation des Gesamtprozesses umfassen. Analysen aus Krakau zeigten auf der Konferenz gleichsam, dass die größten Spannungen nicht den Tunnelbau selbst betreffen, sondern die Art und Weise, wie die U-Bahn an die Oberfläche tritt. Insbesondere Stationen, Zugänge, Schächte, Lüftungsanlagen und Baustellen seien die Elemente, die am stärksten in das historische Stadtgefüge, die Archäologie und das Stadtbild eingreifen.
Zum Abschluss wurden die Prioritäten für die nächsten Projektphasen in Krakau definiert. Dazu zählen unter anderem ein offener Dialog über die Gestaltung der U-Bahn, die kulturelle Identität als Vorteil, die Interdisziplinarität der Planungsteams ein ganzheitlicher Ansatz für die U-Bahn und Projektorganisation sowie die U-Bahn als treibende Kraft und Entwicklungsfaktor und Mut zu innovativen Lösungen.
Weitere Informationen
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Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18) – Stadt Wien