Öffentlicher Raum Viertel Zwei

Wien und Krakau im Austausch: Sicher auf dem Schul-, Fuß- und Radweg

30.3.2026

Wie lassen sich Schulwege für Kinder möglichst sicher gestalten und gleichzeitig Fuß- und Radverkehr stärken? Zu diesen Themen fand am 30. März 2026 ein Online-Austausch zwischen Krakauer Beamt*innen und Expert*innen der Wiener Mobilitätsagentur statt.

Vertreter*innen aus Krakau initiierten das Treffen, um erfolgreiche Ansätze zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs kennenzulernen. Vorgestellt wurden unter anderem Projekte wie die Schulstraße oder der erste Mega-Radhighway. Die Expert*innen der Wiener Mobilitätsagentur betonten zudem die außerordentliche Bedeutung von Aufklärungsmaßnahmen in ihrer täglichen Arbeit.

Eigeninitiative für sichere Schulwege

Bei der Gestaltung der Schulwege setzt Wien auf Aufklärungsarbeit und öffentliche Beteiligungsprozesse. Häufig sind es Eltern oder Schulleiter*innen selbst, die sich an die Stadt wenden und um Veränderungen im Umfeld der Schule bitten. Ein Beispiel ist die sogenannte Schulstraße, bei der morgens für eine halbe Stunde der Autoverkehr rund um die Schule gesperrt wird, damit Kinder sicher zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Unterricht gelangen können. Auch die Schüler*innen selbst werden einbezogen: Mithilfe von "Schulweg-Boxen" – Materialpaketen für den Unterricht – reflektieren sie ihren Schulweg und entwickeln Ideen zur Verbesserung des Schulumfelds. Dieser Lösungsansatz stieß bei den Krakauer Beamt*innen auf großes Interesse.

Sichere Radwege als Schlüsselmaßnahme

Bis 2030 sollen 85 Prozent der Wiener*innen öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad, den Fußweg oder Sharing-Angebote nutzen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die Mitarbeiter*innen der Wiener Mobilitätsagentur vor allem auf den Ausbau einer sicheren Fahrradinfrastruktur. Wien testet in diesem Bereich zahlreiche Lösungen, wie die Verbreiterung von Radwegen, die teilweise mit einer Umnutzung von Parkflächen verbunden ist. Das neueste groß angelegte Wiener Fahrradprojekt ist der Umbau des Rings, also des fünf Kilometer langen Boulevards, der das historische Zentrum Wiens umgibt.

Die Vertreter*innen der Mobilitätsagentur betonten abschließend die Wichtigkeit, innovative städtische Projekte in Zusammenarbeit mit den Bewohner*innen umzusetzen. Die Mariahilfer Straße steht exemplarisch für einen erfolgreichen Bürger*innenbeteiligungsprozess: Aus einer stark frequentierten Verkehrsachse wurde ein attraktiver, öffentlicher Raum mit hoher Aufenthaltsqualität.

Weitere Informationen

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