City News

 

Jeden Mittwoch informieren unsere City News über relevante Entwicklungen aus unserem Städtenetzwerk in Mittel- und Südosteuropa. Das City News Archiv lädt zur weiterführenden Lektüre ein.

  • Prag
  • Tschechien

Seit 2010: Prags CO₂‑Emissionen um fast ein Drittel gesunken

Die tschechische Hauptstadt hat ihre Kohlendioxid-Emissionen zwischen 2010 und 2024 um nahezu ein Drittel reduziert und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz gemacht. Nach Angaben der stellvertretenden Oberbürgermeisterin Jana Komrsková (Piratenpartei) sanken die Gesamtemissionen in diesem Zeitraum von 8,85 auf 6,22 Millionen Tonnen, obwohl die Einwohner*innenzahl deutlich wuchs. Maßgeblich zu diesem Rückgang beigetragen haben der Energiesektor und andere Quellen, insbesondere die Wärme- und Stromerzeugung, sowie der Energieverbrauch in Gebäuden. Deutlich schwieriger gestaltet sich hingegen die Emissionsminderung im Verkehrsbereich. Vor allem der private Autoverkehr konnte bislang nicht nachhaltig reduziert werden und verzeichnete zuletzt sogar einen leichten Anstieg. Im Jahr 2024 lagen die Emissionen des Individualverkehrs um rund 0,4 Prozent höher als 2010. Der Monitoringbericht zeigt zugleich, dass Energieverbrauch und CO₂-Fußabdruck der Stadt langfristig rückläufig sind. Nach einem pandemiebedingten Zwischenanstieg im Jahr 2022 setzte sich in den Jahren 2023 und 2024 wieder ein sinkender Trend durch. Grundlage der Maßnahmen ist der Prager Klimaplan aus dem Jahr 2021, der eine Emissionsminderung von 45 Prozent bis 2030 vorsieht. Langfristig strebt die Stadt an, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dafür müssten die Emissionen zunächst auf etwa 4,8 Millionen Tonnen sinken und anschließend schrittweise reduziert werden.

8.2.2026
pfeil offnen
  • Berlin
  • Deutschland

Organisierte Kriminalität in Berlin erreicht neue Eskalationsstufe

Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU – Christlich Demokratische Union) warnt vor einer deutlich verschärften Bedrohung durch bewaffnete Banden der organisierten Kriminalität. Diese kämpfen in Berlin mit offener Gewalt um Reviere im Drogenhandel und erpressen Geschäftsleute mit Schüssen, Sprengsätzen und Einschüchterung zu Schutzgeldzahlungen. Nach Angaben der Senatorin würden Täter gezielt aus dem Ausland nach Berlin gebracht. Sie nutzten bestehende familiäre und ethnische Netzwerke sowie illegales Hawala-Banking zur Geldwäsche. Badenberg fordert daher schärfere Gesetze, bessere Ermittlungsbefugnisse und den verstärkten Einsatz KI-gestützter Auswertungen. Im Lagebild zur Organisierten Kriminalität, dem sogenannten OK-Lagebild 2024 der Berliner Polizei, werden 55 größere Ermittlungsverfahren mit 371 Verdächtigen ausgewiesen, darunter 20 im Bereich Rauschgifthandel. Weitere Schwerpunkte sind Kfz-Diebstahl, Einbrüche, Schleusung und Waffenhandel. Die Verfahren werden unter anderem gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und dem Zoll bearbeitet. Der Drogenhandel verlagert sich zunehmend ins Internet. Die meisten Verdächtigen besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das tatsächliche Ausmaß gilt wegen eines großen Dunkelfelds als deutlich höher. Das OK-Lagebild ist ein jährlicher Bericht der deutschen Strafverfolgungsbehörden. Es informiert über Umfang, Strukturen und Entwicklungen der organisierten Kriminalität in Deutschland oder in einzelnen Bundesländern.

9.2.2026
pfeil offnen
  • Prag
  • Tschechien

Neue Qualitätsstandards für Prager U-Bahn-Wagen beschlossen

Prag hat seine Qualitätsstandards für U-Bahn-Wagen aktualisiert und damit die Grundlage für eine umfassende Modernisierung des U-Bahnnetzes geschaffen. Künftig müssen neu angeschaffte Züge entweder fahrerlos betrieben werden können​​​ oder mit ausfahrbaren Plattformen ausgestattet sein, die den Spalt zwischen Bahnsteig und Zug überbrücken. Die Standards wurden vom Gemeinderat verabschiedet und vom Organisator des öffentlichen Verkehrs ROPID ausgearbeitet. Das Dokument unterscheidet zwischen neu beschafften, modernisierten und künftig nicht mehr umgebauten Fahrzeugen. Neue Züge sollen neben automatischem Betrieb auch einen höheren Komfort bieten, darunter gepolsterte Sitze, Edelstahl-Haltestangen, moderne Informationssysteme mit Online-Daten​​​​​​ sowie Videoüberwachung. Vorgesehen ist außerdem Technik zur automatischen Fahrgastz​ählung, die eine genau​ere Steuerung des Betriebs ermöglichen soll. Parallel arbeitet ROPID an weiteren Standards für U-Bahn​-Stationen, um Informations- und Zugangssysteme zu vereinheitlichen und die Orientierung für sehbehinderte Menschen zu verbessern. Die neuen Anforderungen stehen im Zusammenhang mit der geplanten Beschaffung von 52 automatischen Zügen für die Linien C und D. Der Auftragswert wird, einschließlich der Wartung für 35 Jahre, auf 3,4 Milliarden Euro geschätzt. Aufgrund von Verzögerungen beim Bau der Linie D sollen die ersten Fahrzeuge zunächst auf der Linie C eingesetzt werden. Nach Angaben des Verkehrsstadtrates Jaromír Beránek (Piratenpartei) wird die Lieferung der ersten Züge zwischen 2030 und 2031 erwartet.

5.2.2026
pfeil offnen
  • Belgrad
  • Serbien

EU-Kommission fordert Stopp der Justizgesetzänderungen in Serbien

Der EU-Justizkommissar Michael McGrath hat bei einem Treffen am 5. Februar 2026 in Brüssel mit dem serbischen Justizminister Nenad Vujić (parteilos) dazu aufgerufen, die verabschiedeten Änderungen der Justizgesetze auszusetzen und dringend zu überprüfen. Das Thema des Treffens in Brüssel war das Paket von Justizgesetzen, die die Nationalversammlung Serbiens kürzlich verabschiedet hat und die der serbische Präsident Aleksandar Vučić (SNS – ​​Serbische Fortschrittspartei) trotz des Widerstands von Fachleuten und der Kritik aus der EU unterzeichnete. Der Sprecher der Europäischen Kommission, Guillaume Mercier, forderte die zuständigen Behörden auf, rechtliche Wege zu finden, um die Anwendung der Änderungen auszusetzen und umgehend eine Revision der verabschiedeten Änderungen einzuleiten, damit auf die vorgebrachten Einwände eingegangen werden kann. Die Revisionen müssten einen transparenten und inklusiven Konsultationsprozess mit allen relevanten Akteur*innen, einschließlich der Europäischen Kommission und der Venedig-Kommission, respektieren. Mercier wiederholte, dass die Europäische Kommission das Unterzeichnen der Änderungen zentraler Justizgesetze durch den Präsidenten Serbiens bedauere. Bereits in der vergangenen Woche hat die Europäische Kommission ihren Standpunkt deutlich gemacht. Die Änderungen würden einen deutlichen Rückschritt auf dem Weg Serbiens zur EU-Mitgliedschaft darstellen.

4.2.2026
pfeil offnen
  • Bratislava
  • Slowakei

LED-Bildschirm in Bratislava sorgt für Kritik

Im Stadtteil Nové Mesto in Bratislava sorgt eine große LED-Bildschirmanlage am künftigen Sitz des slowakischen Verteidigungsministeriums für Kritik. Anrainer*innen befürchten zusätzlichen Lichtsmog, vor allem durch die nächtliche Beleuchtung des Gebäudes. Die Verwaltung von Nové Mesto  bestätigt die Sorgen, betont jedoch, keine Zuständigkeit zu haben. Das Gebäude und Grundstück gehören dem Verteidigungsministerium, das sich auch alle Genehmigungen über sein militärisches Bauamt selbst erteilt hat. Der Stadtteil  kann weder die Montage noch den Betrieb beeinflussen. Offizielle Beschwerden sind bislang nicht eingegangen, Kritik wurde vor allem in sozialen Medien geäußert. Auch der Bürgermeister von Bratislava, Matúš Vallo (Team Bratislava), äußerte Bedenken. Er verweist darauf, dass großflächige Lichtwerbung laut geltendem Flächenwidmungsplan in dieser Zone nicht zulässig ist. Der Bildschirm soll künftig zur Präsentation von Informationen und Aktivitäten des Ministeriums dienen. Am 5. Februar 2026 äußerte sich Verteidigungsminister Robert Kaliňák (SMER-SD – Richtung-Sozialdemokratie) im Zusammenhang mit der Kritik von Bürgermeister Matúš Vallo. Grund seien Bauarbeiten im Drei-Schicht-Betrieb gewesen.  Die Helligkeit des Bildschirms soll reduziert und nachts abgeschaltet werden, damit die Einwohner*innen schlafen können. Dabei wird auch die Lichtintensität in der Umgebung berücksichtigt. Ziel ist es, den Lichtsmog zu begrenzen.​​

4.2.2026
pfeil offnen
  • Zagreb
  • Kroatien

Grünes Licht für Zagrebs neues Abfallwirtschaftszentrum

Zagreb ist dem Bau des geplanten Zentrums für Abfallwirtschaft (ZCGO) im südöstlichen Stadtteil Resnik einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Das Umweltministerium hat die Umweltverträglichkeitsstudie positiv bewertet und die Umweltverträglichkeit des Projekts bestätigt. Damit kann die Stadt nun die Standortgenehmigung beim zuständigen Bauministerium beantragen. Nach Erteilung der Genehmigung soll das Vergabeverfahren für Bau und Planung eingeleitet werden. Der Baustart wird für Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres erwartet. Das moderne Abfallzentrum entsteht nahe der bestehenden Kläranlage in einem im Raumplan vorgesehenen Gebiet. Mit dem Projekt sollen die Voraussetzungen für die endgültige Schließung der Deponie Jakuševec geschaffen und die langjährige Abhängigkeit von privaten Entsorgungsunternehmen beendet werden. Während der 45-tägigen öffentlichen Begutachtung gingen 79 Stellungnahmen mit insgesamt 862 Anmerkungen ein, die geprüft und in den Abschlussbericht aufgenommen wurden. Die derzeitige Leiterin des städtischen Amtes für Wirtschaft, nachhaltige Entwicklung und strategische Planung, Ana Pavičić Kaselj, soll am 17. April 2026 ihr Amt als neue Direktorin der städtischen Gesellschaft "Zagrebački centar za gospodarenje otpadom" (Zagreber Zentrum für Abfallwirtschaft) antreten und die Umsetzung des Projekts künftig leiten. Ziel ist ein nachhaltiges Abfallmanagement nach nationalen und europäischen Standards, einschließlich Recyclinghöfen und Zentren für Wiederverwendung.

3.2.2026
pfeil offnen