City News

 

Jeden Mittwoch informieren unsere City News über relevante Entwicklungen aus unserem Städtenetzwerk in Mittel- und Südosteuropa. Das City News Archiv lädt zur weiterführenden Lektüre ein.

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Prag / Tschechien

Bücherbus erweitert das mobile Bibliotheksangebot in Prag

Die Prager Stadtbibliothek hat einen neuen Bücherbus erhalten, der künftig unter dem Namen "Matylda" unterwegs sein wird. Das Fahrzeug des slowakischen Herstellers Rošero-P traf am 9. Juli in Prag ein und soll Ende August den regulären Betrieb aufnehmen. Bereits während der Sommerferien wird es bei ausgewählten Veranstaltungen und Sonderhaltestellen vorgestellt. Der neue Bücherbus wurde speziell für die Bedürfnisse der Stadtbibliothek entwickelt. Mit seiner kompakten Größe liegt er zwischen Lieferwagen und klassischem Bus. Dadurch kann er sich leichter im dichten Stadtverkehr bewegen und auch Standorte bedienen, die für größere Fahrzeuge ungeeignet sind. Neben Büchern bietet "Matylda" Platz für Brettspiele, Sitzgelegenheiten, Stauraum sowie ein WC für das Personal. Der Bestand wird regelmäßig erneuert, zudem können Leser*innen Bücher gezielt zur Abholung im Bücherbus bestellen. Mit dem neuen Fahrzeug will die Bibliothek ihr mobiles Angebot flexibler gestalten. Geplant sind mehrere, teils kürzere Halte pro Tag, sodass künftig auch neue Standorte in den Stadtteilen erreichbar werden. Mobile Bibliotheken haben in Prag eine lange Tradition: Der erste Bücherbus war bereits 1939 im Einsatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Dienst 1949 wieder aufgenommen und besteht bis heute. In Tschechien ist dieses Angebot inzwischen selten – neben Prag betreibt nur noch Pilsen einen vergleichbaren Bücherbusdienst.

Belgrad / Serbien

Finanzkrise setzt Belgrad zunehmend unter Druck

Die Finanzlage der Stadt Belgrad spitzt sich zu. In den vergangenen Tagen sind immer mehr Hinweise auf die angespannte Haushaltslage der serbischen Hauptstadt bekannt geworden. Besonders prekär soll die Situation im öffentlichen Verkehr sein​. Private Busunternehmen, die im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft für die Stadt tätig sind, drohen mit einer Einstellung ihrer Leistungen, sollte Belgrad ausstehende Zahlungen von rund 33 Millionen Euro nicht begleichen. Das Konsortium aus 18 Busunternehmen gibt an, seit vier Monaten keine Überweisungen von der Stadt erhalten zu haben. Gleichzeitig wächst der finanzielle Druck auf die städtischen Verkehrsbetriebe GSP. Lieferant*innen und Dienstleist​​er*innen erwägen die zwangsweise Eintreibung offener Forderungen in Höhe von rund 57 Millionen Euro. Als wesentlicher Belastungsfaktor gilt die Finanzierung des kostenlosen öffentlichen Verkehrs, die den Stadthaushalt zunehmend unter Druck setzt. Die Auswirkungen der finanziellen Schieflage sind mittlerweile auch im Sozialbereich spürbar. So ist eine von Bürgermeister Aleksandar Šapić (SNS – Serbische Fortschrittspartei) angekündigte finanzielle Unterstützung für alle Belgrader Schüler*innen bislang ausgeblieben. Vorgesehen waren Zahlungen von insgesamt 170 Euro pro Kind, die zwischen Juni und September 2026 in vier Raten ausbezahlt werden sollten. ​Angesichts der angespannten Lage sah sich inzwischen auch das serbische Finanzministerium zum Eingreifen veranlasst. Zur Deckung dringend fälliger Verpflichtungen erhielt die Stadt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1,05 Millionen Euro​.

Zagreb / Kroatien

Städtisches Eigentum in Zagreb auf vier Milliarden Euro geschätzt

​Die Stadt Zagreb verfügt über Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 3,98 Milliarden Euro. Das geht aus dem Vermögensbericht für das Jahr 2025 hervor, den Zagrebs Bürgermeister Tomislav Tomašević (Možemo!​– Wir können's!) dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt hat. Der Bericht soll einen transparenten Überblick über das städtische Vermögen geben und als Grundlage für künftige Investitions- und Verwaltungsentscheidungen dienen. Zum Vermögen zählen mehr als 8.000 Immobilien sowie rund 72.000 bewegliche Vermögensgegenstände. Die Stadt besitzt unter anderem 5.859 Wohnungen, 1.448 Geschäftslokale, 1.536 Garagen und Stellplätze, 590 Gebäude sowie 1.432 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 8,7 Millionen Quadratmetern. Hinzu kommen 314 Wohnungen in Podbrežje, die sich im Eigentum der Zagreber Stadtwerke befinden und von der Stadt verwaltet werden. Zudem übernahm die Stadt im Jahr 2025 insgesamt 1.300 Wohnungen in der Siedlung Novi Jelkovec von den Zagreber Stadtwerken. Besonders deutlich stieg der Wert der Gebäude auf rund 1,81 Milliarden Euro – ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich dafür sind unter anderem abgeschlossene Erdbebensanierungen, neue öffentliche Bauprojekte sowie die Übernahme von Wohnungen. Weitere Investitionen im Umfang von rund 930 Millionen Euro befinden sich derzeit in Vorbereitung oder Umsetzung. Auch das bewegliche Vermögen der Stadt wurde ausgebaut. Zum Inventar zählen mittlerweile mehr als 72.000 Vermögensgegenstände, darunter über 3.100 Kunstwerke. Hinzu kommen IT-Anschaffungen im Rahmen des Projekts "Digitales Zagreb" sowie 45 neu beschaffte Dienstfahrräder für die Stadtverwaltung. Deutlich gewachsen ist zudem das Finanzvermögen der Stadt: Zwischen 2022 und Ende 2025 erhöhte es sich von rund 699 Millionen auf 945 Millionen Euro.​