Jeden Mittwoch informieren unsere City News über relevante Entwicklungen aus unserem Städtenetzwerk in Mittel- und Südosteuropa. Das City News Archiv lädt zur weiterführenden Lektüre ein.
Laut einem Bericht der Weltbank haben die Bürger*innen Serbiens die dritthöchsten Ausgaben für Privatbehandlungen in der Region zu leisten. Jede*r Bürger*in in Serbien gibt jährlich 664 Euro aus eigener Tasche für Behandlungen bei privaten Ärzt*innen aus, was etwa 35 Prozent der gesamten Gesundheitskosten der Patient*innen ausmacht. Vergleichsweise geben nur die Bürger*innen Montenegros und Bulgariens mehr aus, während die Kosten für Patient*innen in Kroatien, Slowenien und Rumänien deutlich niedriger sind. Solche Daten weisen für Sava Pilipović vom Patient*innenverband auf strukturelle Defizite im serbischen Gesundheitswesen hin. Die hohen Kosten führt Pilipović auf den Mangel an Ärzt*innen und freien Terminen für Fachuntersuchungen in staatlichen Einrichtungen zurück. Die Gewerkschaft Nezavisnost betont, dass eine Reform der öffentlich-privaten Partnerschaften im Gesundheitswesen sowie höhere Krankenversicherungsbeiträge dazu beitragen könnten, die Ausgaben der Bürger*innen zu senken. Dadurch könnten komplexe und teure Operationen sowie andere Leistungen vom Staat übernommen werden. Im Bericht der Weltbank wird auch festgestellt, dass Serbien auf 100.000 Einwohner*innen 19 Ärzt*innen ausbildet , mehr als der EU-Durchschnitt von 13 Ärzt*innen. Dennoch wird darauf hingewiesen, dass Serbien ein Problem mit einem Mangel an qualifiziertem Personal hat.
Der ungarische Staatspräsident Tamás Sulyok (parteilos) hat am 13. Jänner 2026 den Termin der nächsten Parlamentswahl auf Sonntag, den 12. April 2026, festgelegt. Damit findet die Wahl im frühestmöglichen Zeitraum statt, den das Gesetz vorsieht. Laut Verfassung muss die Wahl an einem Sonntag im April oder Mai abgehalten werden und darf nicht auf einen gesetzlichen Feiertag fallen. Mit der Veröffentlichung des Wahltermins beginnt offiziell der Wahlprozess: Parteien und Kandidat*innen können ab sofort ihre Teilnahme anmelden. Der offizielle Wahlkampf beginnt am 21. Februar.
In den kommenden Monaten werden über 11.000 moderne Computergeräte an Schüler*innen in 207 Krakauer Schulen verteilt. Laptops, so genannte Browser-Laptops und Tablets werden im Rahmen eines Regierungsprojekts zur Förderung der Digitalisierung von Schulen bereitgestellt. Die Auswahl der Schulen, die diese Unterstützung erhalten, basiert auf einer gründlichen Umfrage, in der unter anderem der Grad der Ausstattung mit Geräten, die nicht älter als fünf Jahre sind, überprüft wurde. Landesweit sollen insgesamt 735.000 Geräte verteilt werden, davon 55 Prozent Laptops, 30 Prozent Tablets und 15 Prozent Browser-Laptops. Die Geräte sind Eigentum der Schulen und werden von den Schüler*innen während des Unterrichts in der Einrichtung genutzt, können aber auch für den Fernunterricht ausgeliehen werden.
Die Stadt Ljubljana wurde von der internationalen Umweltorganisation CDP (Carbon Disclosure Project) mit der Bestnote A ausgezeichnet. Die Auszeichnung bestätigt die hohe Transparenz bei der Offenlegung von Umweltdaten sowie fortschrittliche Ansätze im Klimamanagement und bei der Anpassung an den Klimawandel. Damit gehört Ljubljana zu den rund 16 Prozent der weltweit bewerteten Städte mit der Bestnote und ist das einzige Stadtgebiet in Südosteuropa mit einer A-Bewertung. Die Bewertung basiert unter anderem auf einem vollständigen Emissionsinventar, einem glaubwürdigen Klimaplan und einer Risikoanalyse. Seit 2018 konnte die Stadt die Pro-Kopf-Emissionen von Treibhausgasen deutlich senken.
Der
Abgeordnete des tschechischen Parlaments Filip Turek (Motoristé) ist am 12.
Jänner 2026 zum Regierungsbeauftragten für den Green Deal und Klimapolitik
ernannt worden. Nach Angaben des Parteivorsitzenden Petr Macinka soll Turek
künftig die klimapolitische Abstimmung zwischen den Ressorts koordinieren und
Tschechien bei ausgewählten EU-Sitzungen sowie informellen internationalen
Treffen vertreten. Turek gilt als scharfer Kritiker des europäischen Green
Deals und ist eine polarisierende Figur, die wiederholt durch Provokationen und
kontroverse Äußerungen in sozialen Medien Aufmerksamkeit erregt hat.
Ursprünglich war er für das Amt des Umweltministers vorgesehen, doch
Staatspräsident Petr Pavel (parteilos) verweigerte seine Ernennung.
Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO-JA) erklärte, er sehe keinen Anlass, die
Debatte weiter zu vertiefen. Denn die
Regierung arbeite stabil, ein Koalitionskonflikt sei nicht zu erwarten.
Im Kanton Sarajevo haben fachliche Fortbildungen für Lehrkräfte der Naturwissenschaften begonnen. Rund 80 Biologielehrer*innen nahmen am Auftakt teil, weitere Schulungen für Chemie und Physik folgen in den kommenden Tagen. Insgesamt werden etwa 200 Lehrkräfte in diesen Fortbildungszyklus eingebunden. Die Maßnahmen bilden den Abschluss eines umfassenden Reformprozesses zur Stärkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts. Dabei werden moderne Ausstattung, zeitgemäße Lehrmaterialien und gezielte fachliche Unterstützung miteinander verknüpft. Seit 2022 setzt der Kanton den größten Investitionszyklus im Bereich der Naturwissenschaften der letzten 20 Jahre um. Insgesamt wurden 5,2 Millionen Euro in die Sanierung und moderne Ausstattung aller naturwissenschaftlichen Fachräume an öffentlichen Grundschulen investiert.
Das Denkmal des Erfinders und Pioniers des elektrischen Zeitalters, Nikola Tesla, ein Werk des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrović, wird noch in diesem Jahr von der Masarykova-Straße im Zagreber Stadtzentrum an seinen ursprünglichen Standort vor dem Forschungsinstitut Ruđer Bošković zurückkehren. Dort soll es wieder gemeinsam mit der ebenfalls von Meštrović geschaffenen Skulptur des bedeutsamen kroatischen Wissenschaftlers Ruđer Bošković stehen – so, wie es der Künstler selbst vorgesehen hatte. Das Denkmal war 2006 anlässlich des 150. Geburtstags Teslas aus dem Institutspark ins Zentrum verlegt worden. Diese Entscheidung wurde damals politisch motiviert getroffen und stieß bei Wissenschaftler*innen, Kunsthistoriker*innen und Teilen der Öffentlichkeit auf Kritik. Über Jahre forderte das Institut die Rückkehr des Kunstwerks, auch mit Verweis auf den Willen Meštrovićs, der beide Skulpturen als zusammengehöriges Paar entworfen hatte. Kunstexpert*innen begrüßen die geplante Rückführung als "Korrektur einer Ungerechtigkeit" und als Wiederherstellung der künstlerischen Würde des Denkmals, das im Institutspark auf einem höheren Sockel und in einem passenden räumlichen Kontext stand. Derzeit laufen die formalen Verfahren zur Genehmigung der Versetzung. Gleichzeitig entfacht der bevorstehende Abzug Teslas aus der Masarykova-Straße eine neue Diskussion: Was soll den prominenten Platz künftig prägen? Vorgeschlagen werden sowohl zeitgenössische Kunstwerke als auch humorvolle, niederschwellige Skulpturen mit starkem Identifikationspotenzial für die Stadt. Andere Stimmen bedauern den Verlust des Denkmals im Zentrum und warnen vor einer weiteren Verarmung des urbanen Lebensraums. Die Stadt steht nun vor der Aufgabe, für die zentrale Fußgänger*innenzone eine neue, qualitätsvolle Lösung für öffentliche Kunst zu finden.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte ist zu einem Arbeitsbesuch am 12. Jänner 2026 nach Zagreb gereist und hat Kroatiens Rolle innerhalb des Bündnisses ausdrücklich gelobt. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Premierminister Andrej Plenković (HDZ – Kroatische Demokratische Gesellschaft) standen die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen, der Krieg in der Ukraine, die Stärkung der europäischen Verteidigung sowie die Modernisierung der kroatischen Streitkräfte. Plenković betonte, dass Kroatien 2025 erstmals mehr als zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgibt und sich aktiv an NATO-Missionen beteiligt. Zudem habe das Land die Ukraine seit 2022 mit militärischer Ausrüstung im Wert von mehreren hundert Millionen Euro unterstützt. Rutte bezeichnete Kroatien als verlässlichen NATO-Partner, lobte die rasche Modernisierung der Armee sowie die wachsende Bedeutung der kroatischen Verteidigungsindustrie. Er unterstrich, dass glaubwürdige Abschreckung nur mit einer starken industriellen Basis möglich sei und hob Kroatiens Beitrag zur Stabilität in Südosteuropa hervor. Neben dem Treffen mit der Regierung sprach Rutte auch mit Staatspräsident Zoran Milanović (parteilos) und Parlamentspräsident Gordan Jandroković (HDZ). Kroatien will 2027 erstmals ein informelles Treffen der NATO-Außenminister*innen ausrichten.
Das kroatische Bildungsministerium hat Änderungen der Verordnung über die Kriterien für die Verhängung pädagogischer Maßnahmen in das E-Konsultationsverfahren eingebracht. Vorgesehen sind unter anderem ein Verbot der Handynutzung in Grundschulen sowie eine Verschärfung der Kriterien für inakzeptables, schweres und besonders schweres Fehlverhalten von Schüler*innen. Die E-Konsultation läuft bis zum 7. Februar. Ziel ist es, die Sicherheit und Ordnung in den Schulen zu verbessern, um so einen effizienteren Unterricht zu gewährleisten. Die Nutzung von Informations- und Kommunikationsgeräten wird ausschließlich zu Bildungs-, Gesundheits- und anderen Zwecken mit Genehmigung der Schule erlaubt sein. Schüler*innen dürfen weiterhin Handys in die Schule mitbringen, müssen diese jedoch in ihren Schultaschen oder Schließfächern aufbewahren. In Mittelschulen bleibt das Verbot der unzulässigen Nutzung von Geräten während des Unterrichts bestehen, wobei den Schulen die Möglichkeit eingeräumt wird, deren Verwendung durch die Schulordnung auch außerhalb des Unterrichts weiter einzuschränken. Neu ist zudem eine klarere Definition von Fehlzeiten. Ein Fernbleiben vom Unterricht aus Gründen der Unzufriedenheit oder des Protests von Schüler*innen oder Eltern gilt künftig als unentschuldigt und kann nicht gerechtfertigt werden. Erhält eine Schule Informationen darüber, dass Eltern ihrem Kind aus unterschiedlichen Gründen den Schulbesuch nicht erlauben, ist sie verpflichtet, die Sozialdienste darüber zu informieren.
Aufgrund von Schneefällen gilt in zehn Gemeinden in Serbien der Ausnahmezustand. Das größte Problem ist die Unterbrechung der Stromversorgung, teilte der Landeskrisenstab auf seiner Sitzung am 12. Jänner 2026 mit. Der Ausnahmezustand besteht in Valjevo, Loznica, Osečina, Krupanj, Mali Zvornik, Sjenica, Majdanpek, in einem Teil von Prijepolje, in Lučani sowie in Ivanjica. Mehr als 13.500 Verbraucher*innen haben derzeit keine Stromversorgung, erklärte Wirtschaftsministerin Adrijana Mesarović (SNS – Serbische Fortschrittspartei) bei der Sitzung. Einige Dörfer sind bereits seit mehr als einer Woche ohne Strom. Neben den Stromproblemen haben die Bürger*innen in Teilen der betroffenen Gemeinden auch Schwierigkeiten mit der Heizung, der Wasserversorgung, dem Mobilfunksignal sowie mit unpassierbaren Verkehrswegen. Die serbische Regierung hat beschlossen, dass die Landesdirektion für Warenreserven Lebensmittel als kostenlose Hilfe an das Rote Kreuz in Ivanjica und an den Verwaltungsbezirk Mačva im Westen Serbiens liefert, um die Bevölkerung zu unterstützen.
Das chinesische Staatsunternehmen Dongfang Wind Power hat einen Vertrag über die Lieferung von 48 Windkraftanlagen für ein 300-Megawatt-Windparkprojekt in Serbien im Wert von 495 Millionen Euro unterzeichnet. Das Projekt ist Teil der Seidenstraßeninitiative. Das international als Vitello bezeichnete Projekt Vetrozelena (Grünwind) in Serbien ist das größte Windparkprojekt in ganz Osteuropa. Es ist auf dem Gebiet der Stadt Pančevo, 15 Kilometer östlich von Belgrad, geplant. Das Kraftwerk wird Windkraftanlagen mit einer Leistung von je 6,25 Megawatt nutzen und genügend Strom für mehrere Zehntausend Haushalte erzeugen. Das Unternehmen hebt hervor, wie verschiedene chinesische Unternehmen gemeinsam die gesamte Wertschöpfungskette abdecken – von der Anlagenfertigung über den Bau bis hin zu Infrastrukturinvestitionen. Das Projekt soll die Produktion von rund 774 Millionen Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr ermöglichen und über einen Zeitraum von 30 Jahren betrieben werden.
Die Stadt Prag führt für Besitzer*innen von Elektroautos eine neue pauschale Parkberechtigung ein. Künftig sollen Fahrer*innen von Elektro- und Wasserstofffahrzeugen um circa 1.000 Euro pro Jahr in allen gebührenpflichtigen Parkzonen der Metropole ihre Autos abstellen können. Der Gemeinderat hat die Regelung beschlossen, in Kraft treten soll sie ab dem 1. März. Hintergrund ist das Ende des kostenlosen Parkens für Elektroautos, das zum Jahreswechsel ausgelaufen ist. Die neue Pauschale ist aber auch mit einer rechtlichen Kontroverse verbunden, weil sie ausschließlich Prager*innen und in Prag registrierten Unternehmen offensteht. Diese Einschränkung gilt innerhalb der Stadtverwaltung als rechtlich sensibel, wurde aber als politischer Kompromiss akzeptiert. Kontrovers ist auch die Tatsache, dass Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor keine ähnliche stadtweite Parkberechtigung zur Verfügung steht.
Am 1. Jänner hat Slowenien den einjährigen Vorsitz der Zentraleuropäischen Verteidigungskooperation (CEDC) übernommen. Unter dem Motto "Von der Praxis zur Politik – ein stärkeres Mitteleuropa" legt das slowenische Verteidigungsministerium die Schwerpunkte auf die Stärkung der regionalen Sicherheitszusammenarbeit, den Ausbau der operativen Bereitschaft und die Entwicklung gemeinsamer Fähigkeiten. Weitere Ziele sind der Austausch bewährter Praktiken, die Förderung der digitalen und cyberbezogenen Resilienz sowie die Zusammenarbeit mit Partner*innen vom Westbalkan. Während des slowenischen Vorsitzes finden hochrangige Treffen von Verteidigungsminister*innen, Generalstabschefs und Fachexpert*innen statt. Neben Slowenien gehören Österreich, Kroatien, Tschechien, Ungarn und die Slowakei zur CEDC.
Laut neuesten Daten von Eurostat verzeichnete Slowenien zwischen November 2024 und November 2025 den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit in der EU. Die Quote stieg in diesem Zeitraum von 3,5 auf fünf Prozent, was einem Plus von 1,5 Prozentpunkten entspricht. Damit liegt Slowenien zwar weiterhin unter dem EU-Durchschnitt von sechs Prozent, nähert sich diesem jedoch rasch an. Im November 2025 waren rund 54.000 Menschen arbeitslos, im Dezember stieg die Zahl weiter an. EU-weit erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum nur geringfügig. Besonders betroffen sind junge Menschen sowie Frauen. Dies weist auf eine zunehmende Abschwächung des Arbeitsmarktes hin.
Der Mangel an öffentlichen Mietwohnungen in Ljubljana spitzt sich weiter zu. Auf 150 verfügbare Wohnungen gingen zuletzt fast 4.000 Anträge ein. Für viele Bewerber*innen stellt die sogenannte Selbstbeteiligung eine zusätzliche Hürde dar. Haushalte mit etwas höherem Einkommen müssen neben einer Kaution von drei Monatsmieten auch eine Selbstbeteiligung von durchschnittlich rund 8.000 Euro leisten. Dieser Betrag wird nach zehn Jahren mit zwei Prozent Verzinsung zurückerstattet. Wer diesen nicht fristgerecht einzahlt, verliert den Anspruch auf die Wohnung. Antragsteller*innen auf der Prioritätenliste A, die sozial schwächer gestellt sind, sind von Kaution und Selbstbeteiligung befreit. Der staatliche Wohnfonds verlangt hingegen keine Selbstbeteiligung, aber teils hohe Kautionen.
Digitale und bargeldlose Zahlungen gewinnen in Bosnien-Herzegowina zunehmend an Bedeutung und entwickeln sich zum festen Bestandteil des modernen Bankwesens. Internet- und Mobilebanking ermöglichen einen schnellen, einfachen und jederzeit verfügbaren Zugang zu Finanzdienstleistungen. Die COVID-19-Pandemie hat diesen Wandel zusätzlich beschleunigt und das Nutzer*innenverhalten nachhaltig verändert. Immer mehr Kund*innen verlagern ihre Zahlungen von Bargeld und Kredit- und Debitkarten hin zu digitalen Kanälen. Banken investieren verstärkt in sichere digitale Lösungen, neue Funktionen und ein verbessertes Nutzererlebnis. Neue Systeme wie Instant-Zahlungen und QR-Code-Zahlungen sollen diese Entwicklung vorantreiben. Trotz verbleibender Risiken gilt die fortschreitende Digitalisierung als zentraler Treiber für die Zukunft des Zahlungsverkehrs im Land.
Der Stadtbezirk Centar (Innenstadt) Sarajevo und das Institut KULT (Institut für Jugendentwicklung) organisierten eine Konferenz zu Menschenrechten im Geschäftsleben. Unterstützung kam auch von der EU. Vorgestellt wurde eine Charta für faire Arbeitsbedingungen, Nichtdiskriminierung und gleiche Chancen, die von mehreren kommunalen und städtischen Vertreter*innen unterzeichnet wurde. Bürgermeister Samir Avdić (NIP – Volk und Gerechtigkeit) und Bezirksvorsteher Srđan Mandić (NS – Unsere Partei) betonten die Rolle der öffentlichen Hand bei verantwortungsvollem Wirtschaften. Sie soll nicht nur ein Bekenntnis bleiben, sondern konkrete Praxis fördern. Die EU sieht darin einen wichtigen Schritt für nachhaltige Entwicklung und gesellschaftliche Stabilität.
Der Schneefall in Zagreb hat zwar bereits am vergangenen Mittwoch aufgehört, doch bereitet er den Zagreber*innen aufgrund des bei den niedrigen Temperaturen entstandenen Eises noch immer Probleme. Viele Bürger*innen mussten wegen Verletzungen nach Stürzen auf vereisten Flächen im Krankenhaus behandelt werden – insgesamt 422 Personen bis dato. Besonders chaotisch war es in der Klinik für Traumatologie des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern im Stadtzentrum. Eis und Schnee auf öffentlichen Flächen wurden größtenteils geräumt, auch die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs wurden gesäubert. Problematisch sind jedoch die häufig mit Schnee und Eis bedeckten Zugangswege zu den Haltestellen. Die Stadtwerke bestätigten, dass die Reinigung rund um die Uhr in drei Schichten erfolgte. Gleichzeitig waren mehr als 500 Mitarbeiter*innen im Einsatz. Außerdem wurde betont, dass die Bürger*innen verpflichtet seien, die Gehwege vor ihren eigenen Gebäuden oder Häusern zu räumen. Doch nicht alle kommen dieser Verpflichtung nach. Wer sich vor einem Wohngebäude verletzt, muss sich für eine Entschädigung an die Bewohner*innen des Gebäudes wenden – nicht an die Stadt Zagreb. Leider ist diese Praxis in Zagreb kaum etabliert. In den meisten Fällen ist es weiterhin die Stadt Zagreb, die solche Prozesse verliert und Entschädigungen zahlt.
Die Stadt Bratislava und das städtische Bestattungsunternehmen Marianum haben Anfang Jänner 2026 eine Studie vorgestellt, die mögliche Standorte für einen neuen Friedhof analysiert. Grund dafür ist, dass auf den derzeit 19 Friedhöfen in Bratislava nur noch rund acht Prozent freie Grabplätze verfügbar sind, was laut Prognosen lediglich bis etwa 2030 ausreicht. Als bevorzugte Standorte gelten Jarovce/Petržalka und Rača, da sie über ausreichend Fläche verfügen und ökologische Sicherheit bieten. Mit dem Projekt will die Stadt langfristig die Bestattungskapazitäten sichern und gleichzeitig alternative sowie ökologische Bestattungsformen fördern. Die Autor*innen der Studie betonen, dass der neue Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer sein soll, sondern auch Raum für aktive Erholung bieten kann. Laut Studie soll der neue Friedhof ausreichende Kapazitäten für Grabstätten in Bratislava bis in die Jahre 2070 bis 2080 sicherstellen.
Die Stadt Bratislava wird bald über eine aktualisierte Strategie für die Entwicklung im Bereich der Wärmeversorgung verfügen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen einen Plan bis zum Jahr 2050 festlegen, wobei auch ein kurzfristiger Ausblick bis 2030 enthalten ist. An der Aktualisierung arbeiten das Technologieunternehmen ORGREZ Group sowie die Beratungsfirma KPMG Slowakei Advisory. Das Ergebnis wird ein umfassendes Entwicklungsmodell sein, das drei Varianten umfasst – von einem Szenario, das die aktuellen Investitionspläne berücksichtigt, über optimierte Lösungen bis hin zu einer ambitionierten Variante mit maximaler Einbindung erneuerbarer Energiequellen und der Verknüpfung verschiedener Energiesektoren. Damit soll die Stadt ihre Klimaziele aus dem Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klima erfüllen, der eine Reduktion der CO2-Emissionen um 25 Prozent vorsieht.
Der ehemalige polnische Justizminister Zbigniew Ziobro (PiS – Recht und Gerechtigkeit) hat in Ungarn internationalen Schutz und politisches Asyl erhalten. Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó (Fidesz – Ungarischer Bürgerbund) erklärte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stünden in Polen unter Druck – viele Menschen seien politischer Verfolgung ausgesetzt. Ziobro zählt zu den Verdächtigen in der Untersuchung der Staatsanwaltschaft in der Causa Justizfonds. Er argumentiert, dass das gegen ihn geführte Verfahren den Charakter politischer Repression aufweise. Über Wochen hinweg hatten Ziobro und sein engstes Umfeld Berichte über ein Asylgesuch in Ungarn konsequent bestritten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm insgesamt 26 Straftaten vor. Am 7. November 2025 hob der polnische Sejm die Immunität des ehemaligen Justizministers auf und stimmte seiner Festnahme sowie Inhaftierung zu.
Bei einem Treffen mit dem Bürgermeister von Krakau, Aleksander Miszalski (KO – Bürgerkoalition), am 12. Jänner 2026, erklärte der polnische Vizepremierminister und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz (PSL – Polnische Bauernpartei), seine Unterstützung für den Bau der ersten U-Bahn-Linie in Krakau. Der Vizepremierminister betonte, Krakau verdiene als zweitgrößte Stadt des Landes eine eigene U-Bahn. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass das Ausmaß der Investition die finanziellen Möglichkeiten der lokalen Selbstverwaltung übersteige, sie in kurzer Zeit eigenständig umzusetzen, weshalb besondere systemische Lösungen erforderlich seien. Der Bürgermeister vor Krakau erklärte nach dem Treffen, die U-Bahn sei die wichtigste Investition und eine zentrale Antwort auf die wachsenden Verkehrsbedürfnisse der Stadt.
Mit
einem neuen Katalog und einer Ausstellung rückt das Regionale Historische
Museum Sofia den Fokus auf "Regisseurinnen im bulgarischen Dokumentarfilm
des 20. Jahrhunderts". Offiziell wurde der Katalog am 13. Jänner 2026 im
zentralen Foyer des Museums enthüllt, die Sonderausstellung ist vom 14. Jänner
bis zum 6. März 2026 zugänglich. Ziel der Initiative sei, das Interesse an der
Arbeit von Frauen zu wecken und das Publikum mit weniger bekannten Aspekten ihres künstlerischen Schaffens vertraut zu machen. Die
Ausstellung sowie der begleitende Katalog wurden im Rahmen eines Projekts des
Instituts für Kunstforschung der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften
umgesetzt. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Programms
"Kultur" der Stadt Sofia.
Von 16. bis 17. Jänner 2026 findet in Ljubljana das erste Festival der slowenischen Universitäten (UNI-SI) statt. Auf dem Messegelände präsentieren sich alle Fakultäten der acht slowenischen Universitäten. Die Veranstaltung richtet sich an Schüler*innen, ihre Eltern sowie Lehrkräfte. Neben Messeständen werden auch thematische Vorträge und Workshops angeboten. Es werden über 400 Studienprogramme aus sieben Fachbereichen vorgestellt, darunter Sozial- und Naturwissenschaften, Technik, Medizin und Kunst. Besucher*innen erhalten Informationen zu Studieninhalten, Aufnahmeverfahren und Studienformen und haben die Möglichkeit, direkt mit Studierenden ins Gespräch zu kommen
In Prag hat der siebte Jahrgang des Innovationsmarathons "Nakopni Prahu" (Starte Prag) begonnen, der konkrete Lösungen für städtische Herausforderungen liefern soll. Der Wettbewerb richtet sich vor allem an Studierende, junge Innovator*innen sowie engagierte Bürger*innen, die ihre Ideen aktiv in die Entwicklung der Metropole einbringen möchten. Das Format orientiert sich an internationalen Hackathons und zielt darauf ab, technologische und innovative Projekte mit praktischem Nutzen für den urbanen Alltag zu identifizieren und umzusetzen. Teilnehmen können Teams aus zwei bis vier Personen, die sich bis Anfang März registrieren. Auch in diesem Jahr erhalten die drei besten Projekte fachliche Begleitung sowie finanzielle Unterstützung für die Umsetzung. Inhaltlich konzentriert sich der Wettbewerb auf drei Themenfelder: Mobilität und öffentlicher Raum, Umwelt sowie Energie und Gebäude. Gesucht werden Ansätze für nachhaltige Fortbewegung, klimaresiliente Stadtentwicklung, Kreislaufwirtschaft sowie energieeffiziente und intelligente Gebäude. Organisiert wird der Wettbewerb von der städtischen Innovationsgesellschaft Operátor ICT, die das Projekt im Auftrag der Stadt koordiniert. Im vergangenen Jahr beteiligten sich mehr als fünfzig Teams mit über hundert Teilnehmer*innen.
Am Samstag, dem 11. Jänner 2026, fanden in Krakau zwei Proteste gegen die nachhaltige Verkehrszone statt, an denen mehrere hundert Menschen teilnahmen. Unter den Demonstrierenden befanden sich sowohl Einwohner*innen benachbarter Gemeinden, die sich seit dem 1. Jänner mit nicht normgerechten Fahrzeugen nicht mehr frei in der Stadt bewegen dürfen, als auch Krakauer*innen. Während der Kundgebungen wurden Unterschriften für eine Sammelklage gegen den Beschluss zur nachhaltigen Verkehrszone beim Verwaltungsgericht der Woiwodschaft gesammelt. Hinter der Organisation der Proteste standen nationale Kreise sowie Bürger*inneninitiativen. Einige Teilnehmer*innen forderten zudem ein Referendum zur Abberufung des Bürgermeisters von Krakau.
Die Initiative "Berlin werbefrei" fordert, digitale Werbung im öffentlichen Raum weitgehend zu verbannen und analoge Werbung stark zu begrenzen – mit Ausnahmen etwa für Kulturangebote. Unterstützer*innen kritisieren Ablenkung, Sicherheitsrisiken und den wachsenden Einfluss großer Konzerne auf das Stadtbild. Nach jahrelangen juristischen Prüfungen wurde das Volksbegehren im Sommer 2025 für zulässig erklärt, nun beginnt die Sammlung von Unterschriften. Parallel dazu startet auch das Volksbegehren "Berlin autofrei", dessen Ansinnen es ist, den privaten Autoverkehr innerhalb des S-Bahn-Rings stark einzuschränken. Private Autofahrten sollen dort künftig nur an wenigen Tagen im Jahr erlaubt sein – mit Ausnahmen etwa für Rettungsdienste oder Menschen mit Behinderung. Beide Initiativen müssen innerhalb von vier Monaten jeweils rund 170.000 gültige Unterschriften sammeln, um einen Volksentscheid zu erreichen. Erfolgreiche Begehren könnten im September parallel zur Berliner Abgeordnetenhauswahl zur Abstimmung stehen.
Die Belgrader Philharmonie tritt aktuell in ihrer 102-jährigen Geschichte zum ersten Mal in Indien auf. Sie wird vom 11. bis 18. Jänner bei Konzerten zum 90. Geburtstag des weltberühmten Dirigenten Zubin Mehta in Mumbai auftreten. Unter seiner Leitung wird das Orchester Werke von Mozart und Beethoven gemeinsam mit den weltweit bekannten Solisten Pinchas Zukerman (Violine) und Lang Lang (Klavier) am 15. und 16. Jänner im National Centre for the Performing Arts aufführen. Die Konzerte in Mehtas Geburtsstadt Mumbai werden von der Mehli Mehta Music Foundation, benannt nach Zubin Mehtas Vater, organisiert. Die Stiftung betreibt auch eine Musikschule, deren Schüler*innen zusammen mit den Musiker*innen der Belgrader Philharmonie bei der Eröffnung des ersten Konzerts Bartóks Rumänische Volkstänze aufführen werden – als Hommage und Geschenk an Zubin Mehta. "Ich bin sehr glücklich, mit der Belgrader Philharmonie in der Stadt aufzutreten, in der ich geboren wurde. Die Rückkehr nach Mumbai und die Gelegenheit, hier gemeinsam zu musizieren, erfüllt mich mit unermesslicher Freude. Besonders freut es mich, dass die Musiker*innen der Belgrader Philharmonie mit den Schüler*innen der Musikschule zusammenarbeiten und gemeinsam, Schulter an Schulter mit Profis, auf der Bühne spielen werden. Diese Zusammenarbeit zwischen erfahrenen Künstler*innen und der jüngsten Generation von Musiker*innen ist für mich von besonderer Bedeutung", sagte Zubin Mehta. Außerdem wird am 15. Jänner, vor dem ersten Konzert, die internationale Premiere des Dokumentarfilms "Da capo: Zubin Mehta und die Belgrader Philharmonie" stattfinden, der die tiefe Freundschaft zwischen dem Maestro und der Belgrader Philharmonie beleuchtet.
Die Regierung des Kantons Sarajevo erklärt die anhaltende Krise kommunaler Unternehmen mit dem "katastrophalen Erbe" der vorigen SDA-Regierung (Partei der demokratischen Aktion). Ein Blick in die offiziellen Jahresabschlüsse zeichnet jedoch ein differenzierteres und kritisches Bild. Verglichen mit 2018 haben sich die finanziellen Ergebnisse der meisten großen Betriebe bis 2024 verschlechtert. Unternehmen wie der Wasserversorger, der Müllentsorger oder der Gasversorger weisen heute deutlich höhere Verluste auf. Dies geschieht trotz massiv gestiegener Budgetsubventionen aus dem Kanton. Gleichzeitig bleiben die Gehälter der Unternehmensleitungen auf hohem Niveau und weitgehend unbeeinträchtigt. Beobachter*innen sprechen daher von einem strukturellen Problem mangelnder Verantwortung und Reformfähigkeit.
Seit
Ende 2025 stellt Bulgarien Visa für digitale Nomad*innen aus. Dabei handelt es
sich um Aufenthaltstitel mit einer Gültigkeit von einem Jahr und der
Möglichkeit einer Verlängerung. Von den speziellen Visa sollen Staatsangehörige
sogenannter Drittstaaten außerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums
profitieren. Antragsteller*innen müssen zunächst bei einer bulgarischen
Botschaft oder einem Konsulat in ihrem Heimatland ein langfristiges Visum des Typs
D beantragen. Nach der Einreise nach Bulgarien besteht 14 Tage lang Zeit, einen
Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis im Rahmen des Programms für digitale Nomad*innen
zu stellen. Erforderlich sind unter anderem ein einwandfreies
polizeiliches Führungszeugnis, der Nachweis einer Krankenversicherung sowie
eine Bestätigung über eine Unterkunft an einer bulgarischen Adresse. Zudem
müssen die Antragsteller*innen belegen, dass ihr Einkommen mindestens 50
bulgarische Mindestlöhne beträgt, also rund 31.000 Euro pro Jahr.
Insgesamt 621 Jugendliche aus Bulgarien werden heuer die Möglichkeit haben, kostenlos mit dem Zug durch ganz Europa zu reisen. Sie sind Teil von mehr als 40.000 jungen Europäer*innen, die an der Initiative DiscoverEU teilnehmen. Dabei handelt es sich um eine Aktion des Programms Erasmus+ und soll jungen Menschen die Gelegenheit bieten, die Vielfalt, Kultur und Geschichte Europas zu entdecken. Das vom Europäischen Parlament finanzierte Projekt zielt darauf ab, die Jugend Europas stärker mit der europäischen Identität zu verbinden und das Bewusstsein für die Grundwerte der EU zu stärken. Die Herbstrunde zur Bewerbung richtete sich an junge Menschen, die zwischen dem 1. Jänner 2007 und dem 31. Dezember 2007 geboren wurden und aus EU-Mitgliedstaaten oder aus an Erasmus-Ländern stammen. Die Jugendlichen können bis zu 30 Tage lang im Zeitraum vom 1. März 2026 bis zum 31. Mai 2027 reisen und bekommen eine DiscoverEU-Jugendkarte, die zahlreiche Ermäßigungen für Kultur, Lernaktivitäten, Verkehrsmittel und Verpflegung bietet.
In Prag sorgt der laufende Austausch der Straßenbeleuchtung für wachsenden Widerstand in der Bevölkerung. Alte Natriumdampflampen werden schrittweise durch LED-Leuchten mit weißem Licht ersetzt, was in vielen Gebieten zu deutlich helleren Nächten geführt hat. Innerhalb weniger Tage unterzeichneten mehr als fünftausend Menschen eine Petition, die vor gesundheitlichen Risiken und Lichtverschmutzung warnt. Unterstützung kommt aus der Wissenschaft, insbesondere aus der Chronobiologie und Umweltforschung. Kritiker*innen sehen den hohen Blauanteil des weißen Lichts als problematisch für den Schlafrhythmus. Die Stadtverwaltung hält dennoch an der Umsetzung fest und verweist auf geltende technische Normen sowie auf energie- und klimapolitische Ziele. Nach Angaben der zuständigen städtischen Gesellschaft sind bisher rund zwölf Prozent der insgesamt etwa 138.000 Leuchten ausgetauscht worden. Die neuen LED-Systeme sollen eine gezieltere Ausleuchtung und eine nächtliche Dimmung der Lichtintensität möglich machen. Zudem verspricht sich die Stadt Energieeinsparungen von 30 bis 40 Prozent in Höhe von etwa vier Millionen Euro. Kritiker*innen bezweifeln, dass das die negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Natur aufwiegen könne. Der Gemeinderat ist nun verpflichtet, sich mit der Petition zu befassen – eine grundsätzliche Kehrtwende zeichnet sich aber zurzeit nicht ab.
Die Stadt Prag will noch in diesem Jahr eine umfassende Machbarkeitsstudie zur Einführung einer Ringlinie im öffentlichen Verkehr in Auftrag geben. Untersucht werden soll eine tangentiale Verbindung, die mehrere Stadtteile außerhalb des Zentrums miteinander verbinden und das Umsteigen in der Innenstadt überflüssig machen könnte. Geprüft werden nun eine neue U-Bahn-Linie sowie eine mögliche Umsetzung als Straßenbahnring. Die Idee einer Ringlinie wird in der Stadtplanung bereits seit mehreren Jahren unter verschiedenen Bezeichnungen diskutiert. Nach aktuellen Planungen soll die Verbindung unter anderem die Stadtteile Dejvice, Smíchov, Budějovická, Vršovice, Žižkov und Čakovice einschließen. Ob der Bau einer U-Bahn angesichts der erwarteten Auslastung gerechtfertigt ist, oder ob eine Straßenbahn durch geringere Kosten die sinnvollere Lösung darstellt, soll nun die Studie klären. Innerhalb der Stadtregierung gilt insbesondere die Straßenbahnvariante als flexibel und besser an den urbanen Raum anpassbar.
Das Budapester Illustrationsfestival ist ein landesweiter Wettbewerb, der 2019 ins Leben gerufen wurde und sich alle zwei Jahre mit einer Ausstellung, weiteren fachlichen Veranstaltungen und kleineren Ausstellungen im Festivalformat präsentiert. Ziel des Formats ist, im Zweijahresrhythmus herausragenden Vertreter*innen der ungarischen Illustrationskunst – sowohl Nachwuchs- als auch professionellen Illustrator*innen – eine Plattform zu bieten und ihre Arbeiten für Verlage, das Publikum, andere Kunstschaffende sowie die internationale Szene sichtbar zu machen. Der Großteil der ausgestellten Werke stammt von ungarischen Illustrator*innen – ergänzt durch eine eigene Sektion mit Arbeiten zeitgenössischer katalanischer Illustrator*innen. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Januar im Pesti Vigadó (Pester Redoute) in Budapest zu sehen.
Das "Budapest100"-Festival, das am 9. und 10. Mai 2026 vom KÉK – Zentrum für Zeitgenössische Architektur veranstaltet wird, widmet sich anlässlich seines Jubiläums erneut den hundertjährigen Häusern der Stadt und öffnet zudem Gebäude für die Öffentlichkeit, die zwischen 1916 und 1926 errichtet wurden. Um die bislang größte Ausgabe des Festivals zu realisieren, wurden engagierte Freiwillige sowie Unterstützer*innen gesucht. Der Aufruf richtete sich an alle, die sich für Budapests gebautes Erbe interessieren und aktiv an der Organisation, der historischen Recherche, der Programmgestaltung oder als Guides mitwirken möchten. Die Bewerbungsfrist für Freiwillige endete am 12. Jänner 2026 um Mitternacht, weitere Informationen sind auf der Website von Budapest100 zu finden.
Dank der Einführung der Quantenschlüsselverteilungstechnologie (QKD) durch das Akademische Rechenzentrum Cyfronet der AGH-Universität in Krakau ist die Stadtverwaltung Krakau die erste Institution, die auf diese Weise mit einem Rechenzentrum verbunden ist. Die QKD nutzt die Gesetze der Quantenmechanik zur Erzeugung und Übertragung von Verschlüsselungsschlüsseln. Die QKD-Technologie zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Versuch, die Übertragung abzufangen, automatisch den Schlüssel zerstört und einen Alarm auslöst. Die Schlüssel werden in Echtzeit generiert, wodurch das Risiko ihrer Speicherung ausgeschlossen und ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet wird. Fachleute betonen, dass die quantenbasierte Schlüsselverteilung als praktisch unknackbar gilt, da sie auf den Gesetzen der Physik und nicht auf mathematischen Sicherheitsmechanismen beruht. Der Krakauer Magistrat hebt hervor, dass es sich um einen bahnbrechenden Schritt handelt, der eine neue Ära sicherer Kommunikation einleitet und die Rolle Krakaus als Stadt stärkt, die auf modernste Lösungen im Bereich der Cybersicherheit setzt.
Prag will die Bevölkerung in die Benennung einer neuen Brücke über die Moldau einbeziehen und startete dazu eine Online-Umfrage. Das Bauwerk verbindet künftig die Stadtteile Prag 4 und Prag 5 und befindet sich seit September 2022 im Bau. Zur Auswahl stehen zwei Namen: der bisher verwendete Arbeitstitel "Dvorecký-Brücke" sowie "St. Agnes-Brücke". Abstimmen dürfen ausschließlich Prager Einwohner*innen über das städtische Bürger*innenportal. Das Ergebnis der Umfrage ist rechtlich nicht bindend, soll aber bei der endgültigen Entscheidung des Gemeinderats berücksichtigt werden. Die Namensfindung war zuvor Thema intensiver Debatten, weil Vertreter*innen der Stadtführung eine weibliche Persönlichkeit im öffentlichen Raum würdigen wollen. Die zuständige Ortsnamenskommission empfahl neben dem Arbeitstitel lediglich die Variante "Sankt-Agnes". Der Bau der Brücke verzögerte sich gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan um mehrere Monate. Gleichzeitig stiegen die Kosten auf etwa 58 Millionen Euro. Nach aktuellem Stand soll die Brücke Anfang April eröffnet werden. Das Bauwerk ist ausschließlich für den öffentlichen Verkehr, Fußgänger*innen, Radfahrer*innen sowie Fahrzeuge der Rettungsdienste vorgesehen, der Individualverkehr bleibt ausgeschlossen. Geplant ist der Betrieb mehrerer Straßenbahn- und Buslinien.
Prag bereitet eine neue Verordnung vor, die den Betrieb von Taxis schrittweise an strengere Emissionsstandards binden soll. Nach den aktuellen Plänen dürfen ab August 2027 nur noch Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6d als Taxis eingesetzt werden, ab dem Jahr 2030 sollen ausschließlich Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge zugelassen sein. Die Regelung reagiert auf den starken Anstieg von Taxis in den vergangenen Jahren sowie auf deren hohes Durchschnittsalter von rund zehn Jahren. Gleichzeitig verschärfen sich ab 2030 die EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe, was den Handlungsdruck für die Stadt erhöht. Parallel dazu plant die Stadt, weitere verkehrspolitische Themen erneut aufzugreifen, darunter höhere Parkgebühren sowie eine mögliche Maut für besonders belastete Bereiche im Zentrum. Diese Problemfelder sind jedoch innerhalb der Koalition bisher umstritten.
Aufgrund anhaltender Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und intensiven Schneefalls wurde in Budapest der sogenannte "Red Code" ausgerufen. Dieser stuft das längere Verweilen im Freien als lebensgefährlich ein. So sind alle sozialen Einrichtungen verpflichtet, Obdachlose sowie in Not geratene Menschen aufzunehmen, wobei die Maßnahme zugleich der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die außergewöhnliche Lage dient. Die sozialen Dienste sind auf die winterliche Krisensituation vorbereitet und werden dabei auch von Sicherheitskräften und dem öffentlichen Nahverkehr unterstützt. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, hilfsbedürftige Personen im öffentlichen Raum dem rund um die Uhr erreichbaren Bereitschaftsdienst der Menhely-Stiftung zu melden oder bei akuter Lebensgefahr den Notruf 112 zu wählen. Zudem gilt besondere Aufmerksamkeit auch jenen Bürger*innen, insbesondere alleinlebenden älteren Menschen, deren Wohnungen unzureichend beheizt sind. Gleichzeitig bemüht sich Budapest, den winterlichen Herausforderungen eine positive, gemeinschaftsstiftende Note zu verleihen, etwa durch kostenlose Teepunkte im siebten Bezirk, gemeinschaftliche Schneerutschaktionen für Familien im zweiten Bezirk oder durch Initiativen, bei denen freiwilliges Schneeschaufeln mit Eintrittskarten für Eisbahnen belohnt wird.
Das landesweite Projekt "Menschen und Burgen" hat in den vergangenen zwei Jahren 31 Kulturdenkmäler in der Slowakei umfassend saniert. Realisiert wurde es von der Zentrale für Arbeit, Soziales und Familie der Slowakei gemeinsam mit dem Amt des Regierungsbeauftragten für Romn*ja-Gemeinschaften. Insgesamt beteiligten sich an den Projekt 575 Arbeiter*innen, wovon mehr als 60 Prozent aus den Romn*ja-Communities stammen. Ziel war es, das kulturelle Erbe zu bewahren, die touristische Attraktivität zu steigern und gleichzeitig soziale Integration durch Arbeit zu fördern. Regierungsbeauftragter Alexander Daško betont, dass das umgesetzte Projekt zu einem Beispiel guter Praxis geworden ist und zugleich eine Inspiration für weitere systemische Lösungen im Bereich der Inklusion und Beschäftigung benachteiligter Bevölkerungsgruppen darstellt. Die Investitionen wurden durch EU-Mittel und nationale Förderungen ermöglicht.