City News Archiv

Archiv filtern
-
City News Archiv Pfeil
Zagreb / Kroatien

Wasserinfrastruktur-Ausbau in Zagreb in der Warteschleife

Das als größtes Infrastrukturprojekt in der Geschichte Zagrebs angekündigte "Projekt Zagreb" kommt langsamer voran als ursprünglich geplant. Obwohl die Bauarbeiten laut Ankündigungen bereits 2025 starten sollten, stehen zentrale Voraussetzungen weiterhin aus. Insbesondere die Bestätigung der EU-Kofinanzierung liegt noch nicht vor. Das Projekt umfasst die Modernisierung und Erweiterung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur im Großraum Zagreb und Glavničica. Geplant sind unter anderem der Bau und die Sanierung von Wasserleitungen und Kanälen, neue Pumpwerke sowie die Erweiterung der Kläranlage auf die dritte Reinigungsstufe. Während die Stadt die Projektkosten bislang mit 323 Millionen Euro bezifferte, weisen aktuelle Unterlagen der Zagreber Wasserwerke "Vodoopskrba i odvodnja" auf deutlich höhere Investitionskosten von bis zu 502 Millionen Euro inklusive Reserven für unvorhergesehene Ausgaben hin. Entsprechend bleibt auch unklar, in welchem Umfang eine Förderung durch die Europäische Union (EU) tatsächlich erfolgen wird. Zusätzlich verzögert sich die Projektvorbereitung. Ein zentraler Vertrag zur Erstellung der Planungs- und Ausschreibungsunterlagen wurde bis Ende Juni 2026 verlängert, zugleich sind die Kosten hierfür um rund 25 Prozent gestiegen. Damit hängt der tatsächliche Projektstart weiterhin von mehreren noch ausstehenden administrativen Schritten ab. Dazu zählen insbesondere die endgültige Förderzusage der EU, der Abschluss der technischen Dokumentation sowie die Vorbereitung und Durchführung der Vergabeverfahren. Trotz seiner hohen Priorität befindet sich das Projekt somit weiterhin in einer Vorbereitungsphase.

Zagreb / Kroatien

Konferenz für grüne Transition und nachhaltige Entwicklung in Zagreb

Vom 1. bis 3. Juni findet in den Räumlichkeiten des Kroatischen Nationaltheaters die sechste Ausgabe von "Greencajt" statt, der größten regionalen Konferenz für grüne Transition und nachhaltige Entwicklung. Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Zagreber Bürgermeister Tomislav Tomašević (M – Wir können's!) und Greencajt-Direktor Vinko Filipić. In seiner Eröffnungsrede betonte der Zagreber Bürgermeister, dass mehr in die energetische Eigenständigkeit investiert werden müsse, da dies für die Stärkung der nationalen Souveränität von großer Bedeutung ist. Er wies außerdem darauf hin, dass Investitionen in erneuerbare Energiequellen sowie in die Energieeffizienz besonders wichtig ist. Auch heuer bringt die Konferenz führende kroatische und internationale Expert*innen, Entscheidungsträger*innen, Institutionen und Unternehmen unter dem Motto "Good for Business. Good for People. Good for Planet" zusammen. Die Vorträge und Podiumsdiskussionen widmen sich Themen, die zunehmend Einfluss auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung haben – Künstliche Intelligenz (KI), grüne Transition, nachhaltiges Wirtschaften sowie die Zukunft der Lebensmittelproduktion, der Energiewirtschaft und der globalen Wettbewerbsfähigkeit. Mehr als 70 Redner*innen nehmen an der Konferenz teil, was die Bedeutung dieser Veranstaltung unterstreicht. Während der Konferenz treffen Geschäftsinitiativen, Technologien und Innovationen aufeinander, deren gemeinsames Ziel ein nachhaltiges Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung sind.

Zagreb / Kroatien

Neues Maßnahmenpaket zur Inflationsbekämpfung in Kroatien

Die kroatische Regierung hat am 29. Mai 2026 ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und eine Senkung der Inflation abzielt. Das Paket umfasst drei zentrale Elemente – strengere Haushaltsdisziplin, administrative Preismaßnahmen und Änderungen im Steuersystem. Finanzminister Tomislav Ćorić (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft) begründete den Schritt mit der weiterhin hohen wirtschaftlichen Aktivität in Kroatien. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre habe die Binnennachfrage erhöht und mache die Wirtschaft anfälliger für Preis- und Energieschocks. Die Regierung will daher das Wachstum staatlicher Ausgaben bremsen, bestimmte administrative Preise vorerst einfrieren und über steuerliche Änderungen einzelne Bereiche mit hoher Nachfrage stärker erfassen. Dazu zählen unter anderem Anpassungen bei Pauschalbesteuerung, Tourismus und überhöhten Gewinnmargen. Gleichzeitig sollen Energiepreisstützungen und Preisbegrenzungen für ausgewählte Produkte fortgesetzt werden. Die Maßnahmen markieren damit eine Verschiebung. Im Vordergrund steht nicht mehr nur die soziale Abfederung steigender Preise, sondern auch der Versuch, binnenwirtschaftliche Inflationsursachen zu begrenzen. Allerdings weist das kroatische Statistikamt darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Dynamik bereits abgeschwächt hat. Das Wachstum lag im ersten Quartal bei 2,2 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit 2020.

Zagreb / Kroatien

EU-Projekt stärkt Klimaresilienz im Zagreber Maksimir-Park

Im Rahmen des EU-Projekts "Restoriver" hat die Stadt Zagreb die Wasserrückhalte-Kapazität des Maksimir-Parks erhöht, um die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken. Die umgesetzten Maßnahmen basieren auf natürlichen Lösungen. Im Zuge der Pilotaktivitäten wurden kleine Eingriffe vorgenommen, die eine natürliche Wasserrückhaltung im Park ermöglichen. Dadurch sollen das Risiko von urbanen Überschwemmungen verringert und die Wasserverfügbarkeit während Trockenperioden verbessert werden. Dies reduziert die Belastung des Entwässerungssystems, erhöht die Wasserverfügbarkeit in Dürrezeiten und schafft bessere Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Eingriffe wurden an die örtlichen Gegebenheiten angepasst, um die Bäume und Waldflächen sowie die kulturhistorischen Werte des geschützten Gebiets des Parks zu bewahren. Ein Teil der Rohrleitungen und Ventile wurde saniert, wodurch eine ausreichende Wasserzufuhr zum Dritten Maksimir-See und zum Bach Maksimirec wiederhergestellt werden konnte. Der Bach wird im Sommer künftig nicht mehr austrocknen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Wasserabfluss durch den Park nach dem Prinzip "Slow the Flow" zu reduzieren. Die öffentliche Einrichtung "Priroda Grada Zagreba" ("Natur der Stadt Zagreb") ist einer von 15 Partner*innen des Projekts "Restoriver", das aus dem "Interreg Danube Region Programme" finanziert wird und vom 1. Jänner 2024 bis zum 30. Juni 2026 läuft.

Zagreb / Kroatien

Robotaxi-Vorzeigeprojekt endet mit Rückzahlung von kroatischen Fördermitteln

Das kroatische Robotaxi-Projekt des Unternehmers Mate Rimac steht vor einem politischen und finanziellen Wendepunkt. Nach Medienberichten will sein Unternehmen Verne rund 89 Millionen Euro aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan zurückzahlen und zugleich auf weitere Fördermittel aus dem ursprünglich mit 179 Millionen Euro dotierten Projekt verzichten. Das Vorhaben galt lange als politisches Prestigeprojekt: Premierminister Andrej Plenković (HDZ - Kroatische DEmokratische Gemeinschaft) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchten das Unternehmen und verschafften dem Projekt zusätzliche öffentliche Sichtbarkeit. Kürzlich hat Verne mit dem chinesischen Partner Pony.ai einen Robotaxi-Dienst in Zagreb gestartet, der jedoch nicht Teil des EU-geförderten Projekts ist. Politisch heikel ist vor allem die zeitliche Abfolge. Laut Medieninformationen wurde dem Projekt im März beziehungsweise April eine Fristverlängerung bis 31. August 2026 gewährt, obwohl die Regierung bereits über den geplanten Rückzug informiert gewesen sein könnte. Damit stellt sich die Frage, ob Öffentlichkeit und EU-Institutionen über den tatsächlichen Stand des Projekts ausreichend informiert wurden. Zusätzlichen Druck erzeugt das technische Konzept des ursprünglichen Vorhabens. Geplant waren vollständig fahrerlose Fahrzeuge. Diese Technologie gilt jedoch weiterhin als nicht marktreif und ist im regulären Straßenverkehr nirgendwo in kommerzieller Form im Einsatz.

Zagreb / Kroatien

KI-gestützte Ampeln sollen den Verkehr in Zagreb entlasten

​Die Stadt Zagreb modernisiert ihr Verkehrsmanagement und investiert rund eine Million Euro in ein neues intelligentes Ampelsystem mit Künstlicher Intelligenz (KI). An zwölf stark frequentierten Kreuzungen werden dafür moderne Sensoren und Kameras installiert, die den Verkehr in Echtzeit analysieren und die Ampelschaltungen automatisch anpassen sollen. Mithilfe von KI-gestützter Videoanalyse können die Ampeln flexibel auf aktuelle Verkehrssituationen reagieren – statt wie bisher nach fixen Zeitintervallen zu arbeiten.​ Das neue System erkennt nicht nur Fahrzeuge, sondern analysiert auch Verkehrsfluss, Wartezeiten, Geschwindigkeit sowie die Bewegungen von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen.  Besondere Priorität erhalten künftig Busse des öffentlichen Verkehrs sowie Einsatzfahrzeuge. Das System kann diese anhand ihrer Kennzeichen identifizieren und ihnen automatisch Vorrang an Kreuzungen geben. Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern, Staus zu verringern und Fahrzeiten zuverlässiger zu machen. Zusätzlich sollen die Kameras auch bei der Überwachung von Falschparker*innen helfen. Die Technologie ermöglicht das Schwenken, Zoomen und gezielte Erfassen von Fahrzeugen im Kreuzungsbereich. Alle Daten werden in einer zentralen Verkehrsleitstelle zusammengeführt, wo sie in Echtzeit ausgewertet werden. Die Stadt verspricht sich davon langfristig eine effizientere Verkehrsplanung und eine bessere Anpassung an unterschiedliche Verkehrssituationen – etwa während der Hauptverkehrszeiten, an Wochenenden oder in der Tourismussaison.​

Zagreb / Kroatien

Pferderennbahn‑Affäre belastet Stadtpolitik in Zagreb

Die sogenannte "Affäre Pferderennbahn" entwickelt sich zu einem der schwerwiegendsten Korruptionsfälle im Umfeld der Zagreber Stadtverwaltung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen durch fingierte Abrechnungen für Sicherheitsdienstleistungen auf dem Gelände der Pferderennbahn rund 1,8 Millionen Euro aus der städtischen Einrichtung zur Verwaltung der Sportstätten (USO) abgezweigt worden sein. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der ehemalige USO-Direktor Kosta Kostanjević, dem vorgeworfen wird, in Absprache mit den Eigentümer*innen der Sicherheitsfirma Eurolex fiktive Rechnungen genehmigt zu haben. Den Ermittlungen zufolge sollen rund 450.000 Euro direkt an Kostanjević geflossen sein, während etwa 1,35 Millionen Euro bei der Sicherheitsfirma geblieben sein sollen Die Geschäftsführung hat sich bereits schuldig bekannt. Zusätzlich wird dem Vorsitzenden des USO-Verwaltungsrats, Goran Đulić (M – Wir können's!), vorgeworfen, Kostanjevićs Nachfolgerin, Jagoda Bončina Franjković, angewiesen zu haben, Belastungszeug*innen innerhalb der städtischen Einrichtung zu schikanieren und zu degradieren. Auch sie hat ein Schuldbekenntnis abgelegt. Da Zagrebs Bürgermeister Tomislav Tomašević (M) das Verfahren als politisch motiviert einstuft, hat die Stadt davon abgesehen, einen Schadenersatzantrag zu stellen. Dies hat zur Folge, dass die 1,35 Millionen Euro, welche die Sicherheitsfirma im Zuge ihres Schuldbekenntnisses zurückzahlen muss, nicht in das Stadtbudget, sondern in den Staatshaushalt fließen werden. Die Stadt beabsichtigt nun, diese Summe in einem Zivilverfahren vom Staat zurückzufordern – ein Vorgehen, das mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist und dessen Erfolg ungewiss bleibt. Kritiker*innen werfen dem Bürgermeister vor, aus politischen Gründen auf den Schadenersatzantrag verzichtet zu haben, da eine solche Klage indirekt ein Eingeständnis bedeuten würde, dass auch seine Partei in die fragwürdigen Vorgänge verwickelt ist.​

Zagreb / Kroatien

Fahndung nach flüchtigem Ex-Skiverbandspräsidenten aus Kroatien

Kroatiens Skiverband steht im Fokus umfangreicher Finanzermittlungen seitens der Antikorruptionsbehörde USKOK gegen den langjährigen Alpin-Direktor Vedran Pavlek und weitere Beteiligte. Nach bisherigen Erkenntnissen soll über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren ein System aufgebaut worden sein, über das mittels fiktiver Verträge, Vermittlungsleistungen und ein Unternehmensnetzwerk im In- und Ausland Gelder aus dem Verband abgeflossen sein sollen. Die mutmaßlich betroffenen Beträge belaufen sich auf mindestens 30 Millionen Euro und sollen unter anderem Marketingdienstleistungen, Organisation von Wettbewerben sowie Beratungsverträge betreffen. Auslöser der Ermittlungen war die Festnahme des Pressesprechers des Skiverbandes, Nenad Eror, der nach den Olympischen Winterspielen in Italien an der Grenze mit mehr als 100.000 Euro Bargeld aufgegriffen wurde. Kurz nach seiner Festnahme trat Pavlek nach über 25 Jahren im Amt zurück und reiste ins Ausland. Berichten zufolge hält er sich derzeit in Istanbul auf, wo er unter polizeilicher Aufsicht steht, jedoch nicht verhaftet wurde. Pavlek bestreitet die Vorwürfe. Die kroatische Staatsanwaltschaft hat einen europäischen Haftbefehl beantragt und die Behörden prüfen unter anderem den Verdacht auf Amtsmissbrauch, Dokumentenfälschung und Geldwäsche. Der Ausgang des Verfahrens könnte langfristige Auswirkungen auf Governance und Finanzierung des Skisports in Kroatien haben.

Zagreb / Kroatien

Stadt Zagreb beteiligt sich an Sanierung des Basketballtraditionsclubs Cibona

Der Basketballklub Cibona hat ein Verfahren zur Umwandlung vom Vereinsmodell in eine Sport-AG eingeleitet, um die seit 2010 anhaltende finanzielle Krise strukturell zu bewältigen. Der Traditionsklub, der in den 1980-er Jahren zwei Mal in Folge den Europäischen Pokal der Landesmeister gewann, ist bereits seit mehr als einem Jahrzehnt mit hohen Schulden, Liquiditätsproblemen und organisatorischer Instabilität konfrontiert. Jetzt soll endlich eine dauerhafte Lösung gefunden werden. Vorgesehen ist die Umwandlung eines Teils der Forderungen von Gläubiger*innen in Eigentumsanteile sowie die Aufnahme neuen Kapitals, wodurch die Schuldenlast reduziert und die langfristige Handlungsfähigkeit gestärkt werden soll. Nach Medienberichten könnte der kanadische Bankier kroatischer Abstammung Viktor G. Dodig als strategischer Investor eine Mehrheitsbeteiligung übernehmen. Die Stadt Zagreb soll sich durch die Umwandlung bestehender Forderungen am Prozess beteiligen, jedoch keine kontrollierende Eigentümer*innenrolle einnehmen. Ein entsprechender Beschluss soll bei der Sitzung des Zagreber Gemeinderates am 26. März 2026 verabschiedet werden. Der Gesamtwert des Umwandlungsverfahrens wird auf mehr als sechs Millionen Euro geschätzt. Die Neustrukturierung wird als entscheidender Schritt zur finanziellen Konsolidierung und Professionalisierung der Klubführung gesehen, nachdem sportliche Erfolge in den vergangenen Jahren zunehmend von wirtschaftlichen Schwierigkeiten überschattet wurden.

Zagreb / Kroatien

Grünes Licht für Zagrebs neues Abfallwirtschaftszentrum

Zagreb ist dem Bau des geplanten Zentrums für Abfallwirtschaft (ZCGO) im südöstlichen Stadtteil Resnik einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Das Umweltministerium hat die Umweltverträglichkeitsstudie positiv bewertet und die Umweltverträglichkeit des Projekts bestätigt. Damit kann die Stadt nun die Standortgenehmigung beim zuständigen Bauministerium beantragen. Nach Erteilung der Genehmigung soll das Vergabeverfahren für Bau und Planung eingeleitet werden. Der Baustart wird für Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres erwartet. Das moderne Abfallzentrum entsteht nahe der bestehenden Kläranlage in einem im Raumplan vorgesehenen Gebiet. Mit dem Projekt sollen die Voraussetzungen für die endgültige Schließung der Deponie Jakuševec geschaffen und die langjährige Abhängigkeit von privaten Entsorgungsunternehmen beendet werden. Während der 45-tägigen öffentlichen Begutachtung gingen 79 Stellungnahmen mit insgesamt 862 Anmerkungen ein, die geprüft und in den Abschlussbericht aufgenommen wurden. Die derzeitige Leiterin des städtischen Amtes für Wirtschaft, nachhaltige Entwicklung und strategische Planung, Ana Pavičić Kaselj, soll am 17. April 2026 ihr Amt als neue Direktorin der städtischen Gesellschaft "Zagrebački centar za gospodarenje otpadom" (Zagreber Zentrum für Abfallwirtschaft) antreten und die Umsetzung des Projekts künftig leiten. Ziel ist ein nachhaltiges Abfallmanagement nach nationalen und europäischen Standards, einschließlich Recyclinghöfen und Zentren für Wiederverwendung.

Zagreb / Kroatien

Politische Kontroverse um Empfang der kroatischen Handballer

​Kroatien gewann bei der Handball-Europameisterschaft am 1. Februar 2026 in einem dramatischen Spiel um Platz drei gegen Island mit 34:33 die Bronzemedaille. Der sportliche Erfolg geriet jedoch rasch in den Hintergrund, nachdem der geplante Empfang in Zagreb zu einem politischen Konflikt wurde. Für Montag, den 2. Februar 2026, war ein offizieller Empfang am Ban-Jelačić-Platz vorgesehen, der jedoch vom Zagreber Bürgermeister Tomislav Tomašević (M – Wir können’s!) kurzfristig abgesagt wurde. Auslöser war die Forderung der Nationalmannschaft, dass der umstrittene Rocksänger Marko Perković Thompson auftreten solle. Der Zagreber Gemeinderat hatte Thompson Ende 2025 zur "Persona non grata" erklärt – bemerkenswerterweise nach mehreren Konzerten in städtischen Locations, darunter ein Großkonzert mit über 400.000 Besucher*innen und dem Empfang der kroatischen Handballer nach dem WM-Silber 2025. Daraufhin übernahm die kroatische Regierung die Organisation der Veranstaltung und berief sich auf das Regierungs- und Versammlungsgesetz. Vertreter*innen der linken Opposition bezeichneten die Vorgänge als Staatsstreich. Kritiker*innen verwiesen jedoch darauf, dass auch die Sozialdemokratische Partei (SDP) während ihrer Regierungszeit vergleichbare Instrumente nutzte, um Entscheidungen oppositioneller Bürgermeister zu umgehen.​ Statt einer gemeinsamen Feier wurde der Empfang zu einem Symbol politischer Polarisierung. Analytiker*innen befürchten bereits, dass dieser Streit den Startschuss des inoffiziellen Parlamentswahlkampfs für die Wahlen 2028 darstellt.

Zagreb / Kroatien

Arbeitstreffen der Europäischen Volkspartei in Zagreb

​Die Europäische Volkspartei (EVP) hielt am 30. und 31. Jänner 2026 ein hochrangiges Arbeitstreffen in Zagreb ab. An dem Treffen nahmen führende Vertreter*innen der EVP teil wie Parteichef Manfred Weber, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie mehrere Regierungs- und Ministerpräsident*innen aus dem EVP-Spektrum, darunter der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Gastgeber war der kroatische Premierminister Andrej Plenković (HDZ – Kroatische Demokratische Gemeinschaft), zugleich einer der profiliertesten EVP-Vertreter*innen in Südosteuropa. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die sicherheitspolitische Lage in Europa, die weitere Unterstützung der Ukraine, Fragen der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit sowie strategische Weichenstellungen im Hinblick auf kommende EU-Wahlzyklen. Zudem wurden Migration, der Schutz der EU-Außengrenzen und institutionelle Reformen der Union thematisiert. Am Rande des Treffens kam es zu bilateralen Gesprächen zwischen EVP-Spitzen und Mitgliedern der kroatischen Regierung. Die Wahl Zagrebs als Tagungsort wurde parteiintern als politisches Signal interpretiert, dass Kroatiens Rolle als stabiler und verlässlicher Partner innerhalb der EVP-Familie unterstreichen soll. Das Treffen verlief ohne öffentliche Kontroversen und diente primär der internen strategischen Koordination.

Zagreb / Kroatien

KI-Gesundheitsassistent in Kroatien

Das Kroatische Institut für öffentliche Gesundheit und das Gesundheitsministerium haben einen KI-basierten digitalen Gesundheitsassistenten entwickelt, dessen Ziel es ist, die Gesundheitskompetenz der Bürger*innen zu verbessern und ihnen einen leichteren Zugang zu verlässlichen Gesundheitsinformationen zu ermöglichen. Der KI-Assistent heißt ZdrAVKO. Dabei handelt es sich um ein Wortspiel aus Arzt und Gesundheit, wobei ZdrAVKO zugleich auch ein kroatischer Vorname ist. Die sinngemäß nächstliegende deutsche Übersetzung wäre "der Gesunde". ZdrAVKO wird den Bürger*innen rund um die Uhr über WhatsApp zur Verfügung stehen. Er bietet zuverlässige Informationen aus dem Bereich der Prävention – einschließlich Angaben zu Vorsorgeuntersuchungen, nationalen Programmen zur Früherkennung von Krankheiten sowie zu weiteren Themen, die für den Erhalt und die Förderung der Gesundheit von Bedeutung sind. Ziel ist es, die Bevölkerung zu informieren und ihr korrekte Informationen bereitzustellen, um langfristig Veränderungen der Lebensgewohnheiten und Einstellungen zu bewirken. Mithilfe künstlicher Intelligenz versteht ZdrAVKO die Fragen der Nutzer*innen und liefert auf Basis einer Datenbank sowie der ihm zur Verfügung stehenden Informationen konkrete Antworten. Er stellt jedoch keine Diagnosen, empfiehlt keine Therapien oder Ähnliches. Er basiert nicht auf ChatGPT. Falls er eine Frage nicht beantworten kann, verweist er die Nutzer*innen an eine entsprechende E-Mail-Adresse. Die bereitgestellten Informationen sind wissenschaftlich fundiert und fachlich abgesichert, es gibt keine automatischen Antworten, versichern die Entwickler*innen. Das Kroatische Institut für öffentliche Gesundheit wird diesen digitalen Assistenten betreuen, das Interesse der Nutzer*innen verfolgen und die Datenbank entsprechend den Bedürfnissen kontinuierlich ergänzen.

Zagreb / Kroatien

Debatte um neue Skulptur im Zentrum Zagrebs

Das Denkmal des Erfinders und Pioniers des elektrischen Zeitalters, Nikola Tesla, ein Werk des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrović, wird noch in diesem Jahr von der Masarykova-Straße im Zagreber Stadtzentrum an seinen ursprünglichen Standort vor dem Forschungsinstitut Ruđer Bošković zurückkehren. Dort soll es wieder gemeinsam mit der ebenfalls von Meštrović geschaffenen Skulptur des bedeutsamen kroatischen Wissenschaftlers Ruđer Bošković stehen – so, wie es der Künstler selbst vorgesehen hatte. Das Denkmal war 2006 anlässlich des 150. Geburtstags Teslas aus dem Institutspark ins Zentrum verlegt worden. Diese Entscheidung wurde damals politisch motiviert getroffen und stieß bei Wissenschaftler*innen, Kunsthistoriker*innen und Teilen der Öffentlichkeit auf Kritik. Über Jahre forderte das Institut die Rückkehr des Kunstwerks, auch mit Verweis auf den Willen Meštrovićs, der beide Skulpturen als zusammengehöriges Paar entworfen hatte. Kunstexpert*innen begrüßen die geplante Rückführung als "Korrektur einer Ungerechtigkeit" und als Wiederherstellung der künstlerischen Würde des Denkmals, das im Institutspark auf einem höheren Sockel und in einem passenden räumlichen Kontext stand. Derzeit laufen die formalen Verfahren zur Genehmigung der Versetzung. Gleichzeitig entfacht der bevorstehende Abzug Teslas aus der Masarykova-Straße eine neue Diskussion: Was soll den prominenten Platz künftig prägen? Vorgeschlagen werden sowohl zeitgenössische Kunstwerke als auch humorvolle, niederschwellige Skulpturen mit starkem Identifikationspotenzial für die Stadt. Andere Stimmen bedauern den Verlust des Denkmals im Zentrum und warnen vor einer weiteren Verarmung des urbanen Lebensraums. Die Stadt steht nun vor der Aufgabe, für die zentrale Fußgänger*innenzone eine neue, qualitätsvolle Lösung für öffentliche Kunst zu finden.

Zagreb / Kroatien

Neue Schulverordnung in Kroatien bringt klare Regeln für Handynutzung

Das kroatische Bildungsministerium hat Änderungen der Verordnung über die Kriterien für die Verhängung pädagogischer Maßnahmen in das E-Konsultationsverfahren eingebracht. Vorgesehen sind unter anderem ein Verbot der Handynutzung in Grundschulen sowie eine Verschärfung der Kriterien für inakzeptables, schweres und besonders schweres Fehlverhalten von Schüler*innen. Die E-Konsultation läuft bis zum 7. Februar. Ziel ist es, die Sicherheit und Ordnung in den Schulen zu verbessern, um so einen effizienteren Unterricht zu gewährleisten. Die Nutzung von Informations- und Kommunikationsgeräten wird ausschließlich zu Bildungs-, Gesundheits- und anderen Zwecken mit Genehmigung der Schule erlaubt sein. Schüler*innen dürfen weiterhin Handys in die Schule mitbringen, müssen diese jedoch in ihren Schultaschen oder Schließfächern aufbewahren. In Mittelschulen bleibt das Verbot der unzulässigen Nutzung von Geräten während des Unterrichts bestehen, wobei den Schulen die Möglichkeit eingeräumt wird, deren Verwendung durch die Schulordnung auch außerhalb des Unterrichts weiter einzuschränken. Neu ist zudem eine klarere Definition von Fehlzeiten. Ein Fernbleiben vom Unterricht aus Gründen der Unzufriedenheit oder des Protests von Schüler*innen oder Eltern gilt künftig als unentschuldigt und kann nicht gerechtfertigt werden. Erhält eine Schule Informationen darüber, dass Eltern ihrem Kind aus unterschiedlichen Gründen den Schulbesuch nicht erlauben, ist sie verpflichtet, die Sozialdienste darüber zu informieren.

Zagreb / Kroatien

Neuer Zagreber Abfallwirtschaftsplan in Begutachtung

Der Vorschlag des neuen Zagreber Abfallwirtschaftsplans befindet sich im Moment im Verfahren der öffentlichen Begutachtung, die bis Anfang Februar dauern wird. Die öffentliche Präsentation des Plans wird am 22. Jänner im Kleinen Saal der Konzerthalle Vatroslav Lisinski stattfinden. Eine der Neuerungen umfasst die Einrichtung von Wiederverwendungszentren, in welchen Bürger*innen alten, aber funktionellen Abfall abgeben können. Die zwei geplanten Zentren sollen mit Handwerksbetrieben und Schulen zusammenarbeiten, um weggeworfene Gegenstände gemeinsam zu reparieren, damit diese wieder verkauft werden können. Die Zentren werden über einen Annahmebereich verfügen, in dem die Sortierung von Gegenständen und Materialien erfolgen soll, die für die Wiederverwendung geeignet sind. Außerdem werden die Zentren über einen Recyclinghof, einen Service- und Werkstattbereich für Reparaturen und die Aufbereitung von Gegenständen, einen Verkaufsbereich, Büroräume sowie einen öffentlichen Bereich für Schulungen, Workshops und ähnliche Veranstaltungen verfügen. Das Hauptzentrum soll sich neben der Deponie Jakuševec befinden. Das zweite, kleinere Zentrum wird in der Heinzlova-Straße etabliert. Angenommen werden unter anderem Möbel, Haushalts- und Elektrogeräte, Textilien, Spielzeug und ähnliche Produkte, die sonst im Abfall landen würden. Dadurch soll die Lebensdauer der Produkte verlängert und die Abfallmenge reduziert werden. Eine weitere Neuerung ist die Erweiterung des Systems der Recyclinghöfe um neun weitere Standorte. Alle bereits begonnenen Projekte werden fortgesetzt. In sämtliche, im Plan bis 2029 vorgesehenen Maßnahmen werden 338 Millionen Euro investiert.

Zagreb / Kroatien

Neuer grüner Zagreber Stadtteil bietet 139 leistbare Wohnungen

In Sveta Klara am südlichen Zagreber Stadtrand soll auf 4,6 Hektar ein völlig neues, nachhaltig geplantes Wohnviertel entstehen. Das Siegerprojekt des internationalen Wettbewerbs "European 18", entwickelt von einem spanischen Architekt*innenbüro, sieht insgesamt 139 leistbare Wohnungen für 300 bis 400 Bewohner*innen, Familien, Singles und Menschen, die Unterstützung brauchen, vor. Die zwei- bis dreigeschossigen Gebäude werden paarweise angeordnet und durch eine gemeinsame Tiefgarage verbunden. Zwischen ihnen entstehen Parks, Spielplätze sowie Rad- und Fußwege. Wohnungen im Erdgeschoss erhalten große Gärten, jene in höheren Etagen Balkone und Loggien. Ein grüner Korridor bildet das Herzstück des Quartiers und verbindet einen öffentlichen Park mit einem Spielplatz und kleinen See im Süden mit einem nördlichen Bereich, in dem eine Kindertagesstätte, ein Spielplatz, ein Sportplatz, eine Bibliothek und ein Nachbarschaftsplatz vorgesehen sind. Ziel ist ein durchmischtes, sozial orientiertes und ökologisch integriertes Viertel, das eng mit der umliegenden Natur verknüpft ist. Wann das Bauprojekt in die Realisierung geht, ist offen. Die Zagreber Stadtverwaltung erklärte kürzlich, sie plane eine Siedlung mit 600 Wohnungen für 1.700 Menschen im Stadtteil Borovje. Zusammen mit dem Bauprojekt A11 im östlichen Stadtteil Podbrežje sollen in den nächsten vier Jahren insgesamt 1.000 erschwingliche Wohnungen für rund 3.000 Personen entstehen.